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Ketchup-Flaschen ins Stadion geschmuggelt
EM in Frankreich: ARD deckt Sicherheitslücken auf

EM 2016: Fragen und Antworten zur Sicherheit
EM 2016: Fragen und Antworten zur Sicherheit
Nur wenige Tage vor dem Start der Fußball-EM in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) hat ein Team der ARD-Radio-Recherche Sport Sicherheitslücken bei Stadion-Einlasskontrollen aufgedeckt.

Drei als Fans getarnten Reportern gelang es beim Länderspiel der Franzosen am 30. Mai in Nantes gegen Kamerun, Ketchup-Flaschen aus Plastik auf die Tribünen zu schmuggeln. Sprengsätze in dieser Größe könnten verheerende Explosionen verursachen.

Als Reaktion auf den Vorfall verwies die Uefa nach ARD-Angaben darauf, dass das Stade de la Beaujoire in Nantes kein EM-Stadion sei und bei derartigen Testspielen der Gastgeberverband die Verantwortung für die Sicherheit trage. Uefa-Organisationschef Martin Kallen bewertete das Ergebnis als "nicht gut", sprach mit Blick auf die Europameisterschaft aber von einem "ganz anderen Niveau als das, was Sie in Nantes angetroffen haben".

Die insgesamt vier Mitglieder des ARD-Teams hatten ihre Eintrittskarten über das Internet bezogen und reguläre Stadionzugänge genutzt. Die Ketchup-Flaschen wurden am Körper und in einem Fall in einer Handtasche versteckt. Ein Redakteur flog beim Versuch auf, mit einer verschlossenen 0,5-Liter-Getränkedose durch die Kontrolle zu kommen.

Frankreich befindet sich nach den Terroranschlägen Mitte November in Paris im Ausnahmezustand. Die Sicherheitsmaßnahmen bei der EM sollen schärfer sein als jemals zuvor bei vergleichbaren Turnieren.

Acht deutsche Polizisten sind bei der EM im Einsatz. Sie fahren zu den Spielstätten der deutschen Nationalmannschaft, um die Hooligan-Szene zu beobachten. "Gewalt soll verhindert, Missverständnisse ausgeräumt werden", sagte Jan Schabacker, Sprecher der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) in Duisburg, der Deutschen Presse-Agentur. Für die am 10. Juni beginnende EM mobilisieren sich nach Meinung von Experten auch deutsche Hooligans. "Vor allem für die Partie gegen Polen", sagt Fanforscher Gunter Pilz.

Die zweite Partie der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw am 16. Juni in Paris wird als sogenanntes Risikospiel (Sicherheitsstufe 3) eingestuft. Möglich ist, dass die Zahl der deutschen Polizisten für diese Begegnung noch einmal aufgestockt wird.

(sid/dpa)
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