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EM beginnt am Freitag
Von "Mikrowelle" bis "Shrek" – die Spitznamen der Stars

Die Spitznamen der Stars
Die Spitznamen der Stars FOTO: dpa, jmn ss
Die Mikrowelle sitzt bei der EM wohl nur auf der Bank, Fee Naseweis lässt sich vertreten, dafür sind Justin Bieber und Shrek dabei. Wer im Weltfußball etwas auf sich hält, trägt einen Spitz- oder Künstlernamen. Die EM in Frankreich bildet da keine Ausnahme.

In den 24 Teams geht es kunterbunt und mitunter reichlich schräg zu. Gut, mittlerweile gibt in dieser Hinsicht die Industrie den Takt vor: Viele Titulierungen sind millionenschwere und geschützte Markennamen wie Cristiano Ronaldos "CR7" - ihnen geht aber oft genug jener Charme der originellen Kreationen von Fans und Mitspielern ab. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben steht dabei immer noch die schlichte Abwandlung des Spielernamens, das notorische "Ibracadabra" bei Zlatan Ibrahimovic beispielweise.

Gern Bezug genommen wird aber auch auf körperliche Eigenheiten wie bei Modellathlet Robert "the Body" Lewandowski oder dem kompakten Schweizer "Kraftwürfel" Xherdan Shaqiri. Nicht aus der Mode kommt der klassische, zumeist im Ausland verliehene Kampftitel wie das spanische "El Cañón de Galés" (die Kanone von Wales) für Gareth Bale. All das ist noch mäßig kreativ.

Mitunter kommen dabei aber echte Gemmen zustande - meist in Lateinamerika, wo die Verleihung von Spitznamen Volkssport ist, seltener in Europa. Die eingangs erwähnte "Mikrowelle" beispielsweise heißt mit bürgerlichem Namen John Guidetti, ist schwedischer Nationalstürmer und bei der EM der Mann hinter Ibrahimovic. Guidetti wechselte im Sommer 2015 zu Celta Vigo, traf mehrmals als Joker - und hatte seinen neuen Spitznamen wett: Wie ein Schnellofen, so die Herleitung, liefert Guidetti in wenigen Minuten.

Wayne Rooney alias "Shrek"

Wachsender Beliebtheit erfreuen sich Ableitungen aus der Populärkultur. Englands Sturmtank Wayne Rooney könnte auch als Tolkienscher Kampfork durchgehen, durchgesetzt hat sich der knuffigere Oger "Shrek" als Namensgeber. Ganz übel hat es Russlands Alexander Kokorin erwischt. Seit Teamkollege Roman Schirokow in die Welt setzte, dass jener wie ein kanadischer Jung-Popstar aussehe, muss sich der Angreifer "Justin Bieber" gefallen lassen.

Italiens Mittelfeld-Ikone Andrea Pirlo wird von seinen Landsleuten "Trilli Campanellino" gerufen - Fee Naseweis also, als Anspielung auf seinen Hang zur Magie auf dem Feld. Nationalcoach Antonio Conte allerdings verzichtet bei der EM auf den Maestro, PSG-Star Marco Verratti soll für ihn Regie führen - passenderweise rufen ihn die Tifosi "Piccolo Pirlo".

Verratti steht für die Spitznamen-Gruppe, die sich an großen Vorbildern orientiert. Dazu gehört auch Spaniens Abwehrchef Gerard Piqué: Wer dem Barca-Star huldigen will, nennt ihn in Anlehnung an einen gewissen Kaiser "Piquenbauer" – wer ihn ärgern will, "Senor Shakira".

Wenig originell geht es in Deutschland zu, einst Spitznamen-Hochburg. Wo früher die "Walz aus der Pfalz" und der "schöne Hansi" aufliefen, sind heute "Poldi" und "Schweini" das Höchste der Gefühle. Während der DFB sein Aushängeschild schwerst bemüht als "La Mannschaft" ins Rennen schickt, agiert das Ausland weniger zimperlich: Als ein gewisser Ex-Kölner kurz vor EM-Start Galatasaray zum Pokalsieg köpfte, war sich die türkische Presse einig: "Panzer Podolski" war der Matchwinner.

(sid)
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