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EM 2016
England sucht nach einem Knipser

England - Wales: die Fakten
England - Wales: die Fakten
Chantilly . Englands Stürmer treffen das Tor bei dieser EM noch nicht. Die hochgelobte junge Offensive muss am Donnerstag (15 Uhr/Live-Ticker) in Lens gegen Wales liefern.

Harry Kane? Trifft nicht. Jamie Vardy? Spielt nicht. Und Rekordtorschütze Wayne Rooney? Ist jetzt Mittelfeldspieler. Kein Wunder, dass sich Alan Shearer, mit sieben Treffern noch immer Englands bester EM-Torjäger, Sorgen macht. Am Donnerstag im EM-Duell mit Wales um Superstar Gareth Bale müssen Kane und Co. liefern, forderte die Stürmer-Legende. Sonst sei Trainer Roy Hodgson zum Handeln gezwungen, wenn es denn dann nicht schon zu spät ist.

Beim 1:1 zum Auftakt gegen Russland traf nur Eric Dier, ein defensiver Mittelfeldspieler. Kane, der für Tottenham Hotspur in der vergangenen Saison immerhin 25 Tore erzielte, habe "müde" ausgesehen, schrieb Shearer in seiner BBC-Kolumne. Kane schien "keine Energie zu haben". Die typische englische Krankheit nach einer kräftezehrenden Spielzeit in der Premier League. So, kritisierte Shearer, sei Kane "nicht gut genug", um zu helfen.

Völliges Unverständnis bei Experten wie Fans erntete Hodgson deshalb für die Entscheidung, Kane zum ersten Standardschützen zu machen. Shearer nennt das "bizarr", die "Times" nennt es "verwirrend". Die Spieler, schrieb die Zeitung, machten sich darüber lustig. Kein Wunder: Gegen Russland hat Kane fast so viele Ecken getreten (sechs) wie in der abgelaufenen Saison bei den Spurs (sieben, alle kurz). Als nächstes trete er noch die Abstöße, ätzte eine Zeitung. Im gegnerischen Strafraum kam Kane am Samstag kein einziges Mal an den Ball.

Vardy, Rashford und Sturridge nur auf der Bank 

Vardy, der mit der Empfehlung von 24 Toren für Sensationsmeister Leicester City anreiste, blieb trotzdem auf der Bank. Am Dienstag ließ er sich von der berüchtigten Regenbogenpresse mit Energiedrink und Kautabakdose "abschießen" - eine Startelf-Empfehlung sieht anders aus.

Auch Jungstar Marcus Rashford und Daniel Sturridge vertraute Hodgson nicht. Der formschwache Raheem Sterling dagegen durfte 87 Minuten dilettieren. Shearer schimpfte, dessen letzte Pässe seien "sehr schwach" gewesen, "wieder einmal".

Trotzdem sieht der Ex-Nationalspieler vor dem Wales-Spiel, das Bale mit einigen gezielten Provokationen anheizte, "keinen Grund zur Panik". 1996, bei der Heim-EM, sei England gegen die Schweiz auch mit einem mageren 1:1 gestartet und trotzdem bis ins Halbfinale gekommen. Allerdings: Damals traf Shearer, seines Zeichens Stürmer, gleich beim Auftakt. Weitere sechs Tore von Angreifern folgten.

Kann die hochgelobte neue Generation dafür sorgen, dass sich Geschichte wiederholt? "Der Glaube an unsere Stärke ist groß", sagte Offensivspieler Adam Lallana am Dienstag im EM-Quartier in Chantilly selbstbewusst, "wir müssen nur ein paar Dinge ändern." Und Jack Wilshere, neben Rooney dafür zuständig, die Offensive mit Bällen zu füttern, versprach: "Wir wissen, was das Spiel den Leuten zu Hause bedeutet, wir werden bereit sein!"

(jado/sid)
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