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EM in Frankreich
Polizisten aus NRW sollen Hooligans erkennen

EM 2016: Polizisten aus NRW sollen Hooligans erkennen
Wie viele gewaltbereite Fans sich nach Frankreich aufmachen, ist nach Angaben der Polizei wegen der räumlichen Nähe und deshalb möglicher spontaner Reisen nur schwer vorherzusagen. FOTO: dpa, ase hak
Duisburg. Eine Delegation aus szenekundigen Beamten soll während der Europameisterschaft gewaltbereite deutsche Fans in Frankreich erkennen und von Auseinandersetzungen abhalten. Vier der Polizisten kommen aus Nordrhein-Westfalen, darunter der Leiter der Delegation, Polizeioberrat Uwe Ganz.

Die Einsatzgruppe wird jeweils zwei Tage vor dem entsprechenden Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Spielort eintreffen. Zur ersten Partie gegen die Ukraine am 12. Juni reisen zunächst acht Beamte an. Zum Spiel gegen Polen vier Tage später werden vier weitere Kräfte die Delegation verstärken. "Das ist für uns ein Spiel mit besonderer Brisanz", sagt Uwe Ganz.

"Wir wollen ausschließen, dass Gewalttäter aus der deutschen Fanszene die EM als Bühne für Auseinandersetzungen nutzen", sagt Ganz. Zudem soll die Delegation den Sicherheitskräften vor Ort deutsches Fanverhalten erklären, um Irritationen zu vermeiden - zum Beispiel die typischen Ansammlungen von Fangruppen in den Innenstädten der Spielorte.

Wie viele gewaltbereite Fans sich nach Frankreich aufmachen, ist nach Angaben der Polizei wegen der räumlichen Nähe und deshalb möglicher spontaner Reisen nur schwer vorherzusagen. "Wir wissen, dass das Thema Europameisterschaft in der Hooliganszene intensiv diskutiert wird", sagt Ganz. Durch die Anwesenheit der Beamten sollen die Hooligans aus der Anonymität geholt werden. "Die Erfahrung zeigt: Wer weiß, dass die deutsche Polizei da ist und einen kennt, der überlegt sich zweimal, was er tut." Schon im Vorfeld wurden deshalb in rund 250 sogenannten Gefährdenansprachen bekannte Krawallmacher auf die Anwesenheit deutscher Polizisten in Frankreich hingewiesen. Wie lange die Delegation dort bleibt, hängt vom Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft ab. Spätestens zwei Tage, nachdem die Nationalelf das Land verlassen hat, reisen auch die Beamten ab.

(tsp)
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