| 14.15 Uhr

EM 2016
Punktsieg für Adidas im Ausrüsterkampf

So viel kosten die Trikots der EM-Teilnehmer
So viel kosten die Trikots der EM-Teilnehmer
Punktsieg für Adidas, Niederlage für Nike, Spott für Puma: Nach dem erfolgreichen Wettbieten um die Weltmeister geht die erste Runde im Ausrüsterkampf bei der EURO in Frankreich klar an den Platzhirschen.

"Wir sind sehr stolz und zufrieden", sagte Herbert Hainer, der Boss des deutschen Sportartikelriesen, nachdem der 50-Millionen-Deal mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) endlich abgeschlossen war - und Adidas den großen US-Rivalen Nike wieder einmal in die Schranken verwiesen hatte.

Doch auch beim Unternehmen aus Herzogenaurach läuft bei der EURO längst nicht alles rund. Denn der immerhin 140 Euro teure Ball "Beau Jeu" machte im Spiel zwischen Gastgeber Frankreich und der Schweiz (0:0) einfach schlapp. "Unserem Ball ist die Luft ausgegangen", analysierte Hainer treffend und betonte: "Solche Dinge passieren einfach."

Da kam es gerade recht, zumindest aus seiner Sicht, dass in eben jenem Duell Schweizer Trikots aus dem Hause des Erzrivalen Puma reihenweise rissen. Der kaputte Ball blieb so nur eine Randnotiz, während es für den Nachbarn Spott und Häme hagelte.

Der Schweizer Xherdan Shaqiri scherzte sogar: "Ich hoffe, dass Puma keine Pariser macht...", während Hainer dem Konkurrenten großzügig zur Seite sprang. "So etwas ist uns auch schon passiert, ich bin überzeugt, dass die Kollegen von Puma sehr schnell reagieren werden", sagte er.

Den Konkurrenten immer ein Stück voraus

Dennoch ist Adidas den Konkurrenten noch immer ein Stück voraus. Die Zusammenarbeit mit dem DFB dauert nun seit über 60 Jahren an, zudem setzen sowohl Weltverband Fifa (seit 1970), als auch die Europäische Fußball-Union (Uefa/1972) bei großen Turnieren konsequent auf Bälle aus diesem Hause.

Und als würde das aktuelle Modell "Beau Jeu" (schönes Spiel) nicht schon genug Geld in die Kassen spülen, schuf der Konzern eigens für die am Samstag beginnende K.o.-Runde einen neuen Ball. "Fracas" (Lärm) sollte am Montagabend mit viel Glanz und Glamour vorgestellt werden - nur das schlechte Wetter in Paris machte den Plan zunichte.

Auch diese (geplatzte) PR-Aktion zeigt: Der Kampf der Marken um die Gunst der Käufer läuft bei der EURO auf allen Kanälen. Erfolge der ausgerüsteten Mannschaften und Traumtore der mit persönlichen Verträgen ausgestatteten Stars sind Triebfedern für Milliarden-Umsätze.

Neben Weltmeister Deutschland rüstet Adidas acht weitere Teams aus, darunter Europameister Spanien und den Geheimfavoriten Belgien. Die Rechte an deren Replica-Trikots sind ein lohnendes Geschäft: Bei einem Verkaufspreis von 85 Euro bleiben rund 16 Euro beim Hersteller hängen.

Dennoch muss adidas auf die anderen schauen. Seit Nike durch die WM 1994 im eigenen Land sein Engagement im Fußball massiv ausgeweitet hat, rückt der US-Riese seinem Widersacher in dessen Kerngeschäft immer stärker auf die Pelle. Sechs Teams tragen bei der EM das Swoosh-Symbol. Darunter sind Gastgeber Frankreich, Mitfavorit England und die Portugiesen mit Superstar Cristiano Ronaldo.

Als Weltmarktführer arbeitet Nike verbissen am Machtwechsel. Frankreich als langjähriges adidas-Team hat vor der EM 2012 die Seiten gewechselt, der DFB ist (noch) standhaft. Doch die neuerliche Vertragsverlängerung ist längst kein Freibrief. Den Wunsch der Herzogenauracher nach einer deutlich längeren Vertragslaufzeit schlug der DFB kurzerhand aus.

(sid)
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