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Vorbereitung auf die EM
Anti-Terror-Übung simuliert Bombenanschlag auf Fans

Die Spielstätten in Frankreich
Die Spielstätten in Frankreich FOTO: dpa, sn mr
Nach den Terrorattacken des vergangenen Jahres ist Sicherheit ein großes Thema vor der Fußball-EM in Frankreich. In Nimes proben die Behörden für das Horror-Szenario eines Anschlags mit einer "schmutzigen Bombe".

Mit der Simulation eines Bombenanschlags auf Fußballfans haben französische Sicherheitskräfte sich auf die Europameisterschaft vorbereitet. Knapp drei Monate vor Beginn des Sportspektakels trainierten Polizei, Gendarmerie, Soldaten und Rettungskräfte am Donnerstagabend im südfranzösischen Nimes die Reaktion auf die Explosion einer sogenannten schmutzigen Bombe.

Nach den islamistischen Terroranschlägen des vergangenen Jahres ist die Sicherheit ein wichtiges Thema bei der Vorbereitung der EM. "Kein Sportereignis in Frankreich ist jemals so stark gesichert worden", sagte Sportminister Patrick Kanner. Es werde alles getan, um ein Szenario wie in der Übung zu verhindern.

Dabei wurde simuliert, dass sich ein Terrorist in einer Fanzone in die Luft sprengt und damit einen chemischen Stoff freisetzt. "Nicht, weil es ein reales Risiko eines solchen Anschlags gibt, sondern weil wir uns aus Vorsicht auf alle Hypothesen vorbereiten müssen", sagte Innenminister Bernard Cazeneuve.

Rund 1200 Polizeischüler waren als Statisten beteiligt, zudem 700 Einsatzkräfte, zum Teil in Schutzanzügen. "Die Übung soll in der Fanzone von Marseille spielen", sagte Jean-Cyrille Reymond, der die Operation leitete. Im Stadion der Mittelmeermetropole sind sechs EM-Spiele angesetzt, darunter ein Halbfinale. Bis zu 80.000 Zuschauer können dort zudem Partien in einer Fanzone verfolgen können.

Das Szenario auf dem Gelände der Polizeischule von Nîmes ist eine von zahlreichen Übungen, mit denen Frankreich sich auf die EM vorbereitet. Im ersten Quartal sind laut früheren Angaben Cazeneuves 52 solcher Simulationen mit einer großen Anzahl an Verletzten geplant. Die Fußball-EM beginnt am 10. Juni und dauert einen Monat.

Am 13. November hatten Terroristen in Paris und Saint-Denis 130 Menschen getötet. Drei Männer sprengten sich auch im Umfeld des Stade de France in die Luft, in dem zu diesem Zeitpunkt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich spielte.

(dpa)
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