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EM in Frankreich
Belgien hat die schrägsten Frisuren

Die Frisuren der EM
Die Frisuren der EM FOTO: ap, AF FP
Paris. Wischmop, Wikinger-Bart und Irokese: Bei der EM 2016 laufen die Fußballer zum Teil mit abenteuerlichen Frisuren auf. Dabei haben vor allem die Belgier in Sachen Frisuren und Tattoos einiges Wildes zu bieten.

In Sachen Haarpracht lieben es die Belgier auffällig. Zum Beispiel der laufende Lockenwahnsinn namens Marouane Fellaini (Manchester United). Eine Art Bob Marley mit Stollen, der seinen Kringel-Wildwuchs jüngst blondierte - und nun wie einst der französische Schauspieler Pierre Richard daherkommt.

Konträr dazu setzt Fellainis Mitspieler Radja Nainggolan (AS Rom) auf viel Wasserstoff in seiner Irokesen-Frisur. Belgiens "Eyecatcher" mit der Nummer 4 kombiniert den Hahnenkamm mit einem Rosen-Tattoo am Hals.

Wer dagegen dem großen Zlatan Ibrahimovic mit der rotzfrechen Frage nach Omas Dutt kommt, könnte in eine haarige Situation geraten. Ist der alte Schwede mit dem Knoten am Kopf allerdings milde gestimmt, taucht er tief ins Biblische ein. "Kennen Sie den gottesähnlichen Samson?", fragt er dann staatstragend nach der Gestalt aus dem Alten Testament: "Seine Kraft steckte in den Haaren. So ist das bei mir auch: Je länger sie sind, desto stärker fühle ich mich."

An der Frisur liegt's also. Und das in einer Zeit, in denr mit Packing und "falscher Neun" alte Zöpfe abgeschnitten werden sollen. Sei's drum - der klassische Dutt, französisch übrigens Chignon, ist zumindest bei einigen Weltklasseangreifern en vogue.

Neben Ibrahimovic setzt auch Sturmtank Gareth Bale auf den "Man Bun". Der Waliser vom Champions-League-Sieger Real Madrid kann sich sicher sein, dass sein Haarwulst auch bei Wind und Wetter sitzt: Zum 60-köpfigen Team des EM-Neulings zählt ein Friseur.

Einige albanische Nationalspieler wie Taulant Xhaka ließen sogar ihren Stamm-Coiffeur Bedri Asani aus dem schweizerischen Wettingen nach Lens einfliegen. Der gute Mann hatte besondere Aufträge zu erfüllen: "Alle berühmten Menschen haben spezielle Wünsche", sagte Asani. Die typische Albaner-Frisur jedenfalls, nun, "die gibt es gar nicht", betonte der 33-Jährige.

Mehr im Blickpunkt bei den Freunden des Körperschmucks steht allerdings Daniele de Rossi (32), der Bahn- oder vielleicht sogar Beinbrechendes präsentiert. Der italienische Nationalspieler aus der heiligen Stadt Rom hat sich ein Grätschen-"Warnschild" auf die rechte Wade tätowieren lassen. Nach dem Motto: Bitte fünf Meter Abstand halten. Entsprechend energisch fegte "Sensenmann" de Rossi im Auftaktspiel der Squadra Azzurra gegen Belgien (2:0) dazwischen.

Spaniens Sergio Ramos mag es Mystisch. Er ließ unter den Initialen seiner Eltern den Spruch "Ich werde Euch nie vergessen" in Tengwar, der Elbenschrift aus Tolkiens Fantasy-Epos "Herr der Ringe", verewigen. Ein Stück Mittelerde in Frankreich.

Wesentlich tragischer mutet die Geschichte an, die sich hinter dem Tattoo seines spanischen Teamkollegen David Silva (30) verbirgt. Der Mittelfeldspieler von Manchester City küsst nach jedem Tor den Schriftzug "Cynthia" auf seinem linken Handgelenk. Zum Andenken an seine Cousine, die mit drei Jahren an Krebs starb.

Natürlich hat auch Ibrahimovic diverse Tattoos: Spielkarten, Zahlencodes, Krieger-Symbole - und diesen Satz: "Only God can judge me" (Nur Gott kann über mich urteilen). Eine klare Ansage an alle, die ihm mit der rotzfrechen Frage zu Omas Dutt kommen.

(sid)
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