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EM in Frankreich
Hollande räumt Terrorgefahr ein

EM in Frankreich: Präsident François Hollande räumt Terrorgefahr ein
In ganz Frankreich sollen rund 90.000 Sicherheitskräfte für die EM mobilisiert werden. FOTO: dpa, ase hak
Sicherheit ist Top-Thema vor der Europameisterschaft in Frankreich. In Paris sollen mehr Militär und Polizei die Gefahr möglicher Anschläge abwehren.

Während der Europameisterschaft werden im Großraum Paris 1200 zusätzliche Militärs zur Sicherung eingesetzt. Dies sei zwischen Innenministerium und Verteidigungsministerium vereinbart worden, sagte Polizeipräfekt Michel Cadot am Montag in Paris.

Die Gefahr von Terrorattacken sei weiterhin sehr hoch. Zwar gebe es keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne. Die Bedrohung sei aber real und andauernd.

Insgesamt rechnet Cadot mit 13.000 Sicherheitskräften im Raum Paris. Ursprünglich war von 10.000 die Rede gewesen. In ganz Frankreich sollen rund 90.000 Sicherheitskräfte für die EM mobilisiert werden.

Gesichert werden im Großraum der Hauptstadt nicht nur die beiden Spielstätten in Paris und Saint-Denis sowie zwei Fan-Zonen in den beiden Städten, sondern auch öffentliches Leben, Transport, Tourismus und Geschäfte.

An Stadien und Fan-Zonen werden zudem private Sicherheitsdienste eingesetzt. Zuschauer und Fans müssen wegen der doppelten Sicherheitskontrollen dabei mit einem enormen Zeitaufwand rechnen. Cadot wies darauf hin, dass etwa für die in den Fan-Zone am Eiffelturm bis zu 90.000 erwarteten Zuschauer 16 erste Kontrollstellen und sechs Eingänge zur Verfügung stehen werden. Gleichzeitig sollen aber auch längere Staus an den Stadien und Fan-Zonen vermieden werden.

Zuvor hatte auch Präsident François Hollande erneut auf die Gefahr von Anschlägen hingewiesen. "Die Bedrohung besteht", warnte der Staatschef am Sonntagabend im Sender France Inter. Dieser Zustand werde "leider noch eine lange Zeit andauern". Gleichzeitig betonte Hollande: "Man darf sich niemals einschüchtern lassen."

Bei Anschlägen waren im vergangenen Jahr 149 Menschen in Frankreich getötet worden. Unter anderem hatten Terroristen während des Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich am 13. November im Stade de France in Paris Bars und Cafés attackiert sowie sich vor dem Stadion in die Luft gesprengt.

(dpa)
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