| 13.32 Uhr

Last-Minute-Punkt gegen die Türkei
Ohne Robben geht nichts bei den Niederlanden

Fotos: Robben muss gegen Gladbach verletzt vom Platz
Fotos: Robben muss gegen Gladbach verletzt vom Platz FOTO: dpa, geb hak
Amsterdam. Ohne den verletzten Bayern-Star Arjen Robben wird die EM-Qualifikation für die Niederlande zur Zitterpartie, Bondscoach Guus Hiddink gerät immer weiter unter Druck, und Schalke-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar verhinderte noch Schlimmeres.

"Natürlich vermissen wir Robben. Das kann man nicht verstecken. Uns fehlte heute Qualität", sagte Kapitän Wesley Sneijder nach dem schmeichelhaften 1:1 (0:1) des WM-Halbfinalisten gegen die Türkei.

Einen Schuss des Mittelfeldspielers von Galatasaray Istanbul lenkte Huntelaar erst in der Nachspielzeit ins türkische Tor und rettete somit zumindest einen Punkt. In der Gruppe A liegen die Niederländer aber weiter hinter ihren eigenen Ansprüchen zurück. Als Dritter beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Tschechien bereits sechs Punkte, Island als Zweiter hat fünf Zähler Vorsprung.

Eine Situation, die auch Hiddink immer stärker in die Kritik bringt. "Ich bin überzeugt, dass ich Oranje noch auf Trab bringe", sagte der 68-Jährige. Und ging deutlich mit den Ansprüchen seiner Landsleute ins Gericht. "Wir dürfen nicht denken, dass wir in Europa zu den Spitzenteams gehören. Der dritte Platz bei der WM war ein tolles Ergebnis - aber wir müssen der Realität ins Gesicht sehen."

EM-Quali 2016: Der 5. Spieltag im Überblick FOTO: ap

Und die war vor 52.000 Zuschauern in der niederländischen Hauptstadt trist. Nach dem Führungstreffer der Gäste durch Yilmaz Burak (37.) mussten die Oranje-Fans bis in die Nachspielzeit auf den Ausgleich warten. Auch dem Wolfsburger Debütant Bas Dost gelang nichts Zählbares.

"Wir haben schlecht gespielt in dem Sinn, dass wir zu wenig erzwungen haben", sagte Sneijder: "Wir können dieses Spiel nicht dem Bondscoach in die Schuhe schieben." Schon vor dem letzten Qualifikationsspiel gegen Lettland im vergangenen November war die Situation für Hiddink prekär. Doch ein 6:0 rettete ihm damals den Job. Zweimaliger Torschütze: Arjen Robben. Für den Münchner lief gegen die Türken der ehemalige Schalker Ibrahim Afellay auf - ohne Erfolg. "Afellay kann man nicht mit Robben vergleichen", sagte Hiddink lapidar.

Wann der Bondscoach wieder auf den an einem Bauchmuskelriss laborierenden Robben bauen kann, ist noch ungewiss. Wahrscheinlich aber bereits im nächsten Qualifikationsspiel im Juni. Am kommenden Dienstag müssen die Niederländer gegen Europameister Spanien antreten. Auch wenn es nur ein Testspiel ist, bei einem weiteren enttäuschenden Auftritt dürfte die Situation Hiddinks noch einmal brisanter werden.

Grund zum Freuen hatte dagegen Sneijder - und auch die niederländischen Medien. Zunächst war dem 30-Jährigen das Tor zugeschrieben worden, ehe die Uefa Huntelaar zum Torschützen ausrief. Ungeachtet dessen feierte Sneijder seinen vermeintlichen Treffer ganz besonders. Er stopfte sich den Ball unter das Trikot und lutschte am Daumen. In den Boulevardmedien des Landes war schon lange über eine Schwangerschaft seiner Frau Jolanthe Sneijder-Cabau spekuliert worden, am Samstag wurde es offiziell.

(sid)
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