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EM-Sicherheit
Pannen bei Kontrollen am Stade de France

Sicherheit der EM 2016: Pannen bei Kontrollen am Stade de France
Trotz der Kontrollen gelangten verbotene Gegenstände in das Stadion. FOTO: dpa, yv ks wok hpl
Saint-Denis. Nach den Anschlägen des vergangenen Jahres ist die Sicherheit bei der Fußball-EM in Frankreich ein brisantes Thema. Seit Monaten bereiten die Behörden sich auf das Großereignis vor. Doch beim Pokalfinale haben die neuen Vorkehrungen nun teilweise versagt.

Probleme bei Sicherheitskontrollen am Stade de France haben die Behörden zweieinhalb Wochen vor der Fußball-EM in Frankreich in Erklärungsnot gebracht. Beim französischen Pokalfinale hätten die verschärften Vorkehrungen am Stadion nördlich von Paris in einigen Punkten nicht funktioniert, räumte der Präfekt des Départements Seine-Saint-Denis, Philippe Galli, am Montag ein. Das Innenministerium kündigte umgehend Gegenmaßnahmen an.

Es sei Fans am Samstag gelungen, trotz der Kontrollen verbotene Gegenstände wie Rauchbomben ins Stadion zu bringen, sagte Galli im Radiosender Europe 1: "Das zeigt zunächst, dass die Durchsuchungen nicht so gelaufen sind, wie sie sollten." Vermutlich seien die Sicherheitsleute vom Andrang der Fans überfordert worden.

Im Stade de France im Pariser Vorort Saint-Denis sollen unter anderem das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft am 10. Juni und das Finale ausgetragen werden. Nach den Terroranschlägen des vergangenen Jahres in Frankreich sind strenge Sicherheitsvorkehrungen angekündigt, im Land gilt weiter der Ausnahmezustand. Am 13. November hatten sich im Umfeld des Stade de France drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, während dort die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich spielte.

Innenminister Bernard Cazeneuve bestellte Vertreter der EM-Organisatoren und des Fußballverbandes FFF ein, um Konsequenzen aus dem Pokalfinale zwischen Paris Saint-Germain und Olympique Marseille zu ziehen. Dabei sei entschieden worden, die "Störungen" schnell zu korrigieren: Es solle sichergestellt werden, dass Fans schnell auf das Gelände gelangen und die Kontrollen durch private Sicherheitsfirmen zuverlässig funktionieren.

Die Besucher konnten das Stadiongelände am Samstag durch nur vier Zugänge betreten, dort stauten sich teilweise die Menschenmassen. Erstmals war eine mehr als mannshohe Barriere um das Stade de France errichtet worden. Zudem wurden Besucher dreimal kontrolliert: Polizisten sollten verhindern, dass jemand Langwaffen oder Sprengstoffgürtel ins Stadion mitnimmt. Anschließend mussten die Fans zwei weitere Kontrollen privater Sicherheitsleuten passieren und wurden dabei auch abgetastet.

Präfekt Galli äußerte sich optimistisch, die Probleme bis zum Start der EM zu lösen. Das neue Kontroll-System sei schon bei sechs vorherigen Spielen getestet worden und habe funktioniert. Das Innenministerium und der französische Fußballverband betonten, die Partie zwischen den französischen Erzrivalen eigne sich wegen ihrer Besonderheiten nicht als Test für die EM.

Der Chef des EM-Organisationskomitees, Jacques Lambert, betonte, es sei nur ein Teil der für das Turnier geplanten Sicherheitsmaßnahmen im Einsatz gewesen. "In drei Wochen können wir noch wichtige Entscheidungen für Veränderungen treffen, falls uns Dinge nicht zufriedenstellen", sagte er dem Sender France Info. Der französische Fußballverband leitete ein Disziplinarverfahren gegen Olympique Marseille und PSG ein und verwies neben den Rauchbomben auch auf Feuer auf den Tribünen und Wurfgeschosse einzelner Fans.

Im Mittelpunkt der Debatten um die EM-Sicherheit stehen auch die geplanten Fanmeilen, unter anderem am Eiffelturm. Ex-Präsident und Oppositionspolitiker Nicolas Sarkozy bezeichnete die Fanzonen als Risiko, während Premierminister Manuel Valls betonte, sie sollten aufrecht erhalten werden, wenn es keine besondere Bedrohung gebe. "Die Euro muss stattfinden", sagte er dem Sender BFMTV. "Wir müssen leben", sonst sei es "ein Sieg der Terroristen".

(dpa)
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