Trotz Tabellenführung: Euphorie bei Hannover 96 hält sich in Grenzen
zuletzt aktualisiert: 22.09.2001 - 15:10Hannover (rpo). Trotz der Tabellenführung nach dem 2:0-Heimsieg gegen Rot-Weiß Oberhausen hält sich die Euphorie bei Hannover 96 in Grenzen. Trainer Ralf Rangnick sagte nach dem Sprung an die Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga: "Platz eins interessiert mich im Augenblick nicht. Am Ende der Serie bin ich auch mit Rang drei zufrieden."
Er fügte hinzu: "Es ist noch keine Mannschaft aufgestiegen, wenn man dieses Ziel vorher den Medienvertretern in die Notizblöcke diktiert hat." Auch Clubchef Martin Kind blieb gelassen: "Diese gute Platzierung ist nur eine Momentaufnahme. Sie kann am Ende dieses Spieltages ganz anders aussehen."
Zu oft hat man bei Hannover 96 in den vergangenen Jahren nach einer Erfolgsserie schnell vom Bundesliga-Aufstieg geträumt. Im Oktober 2000 wähnte sich der deutsche Meister von 1938 und 1954 unter Trainer Horst Ehrmantraut schon im Oberhaus. Jetzt erreichte die Mannschaft durch den Sieg über Rot-Weiß Oberhausen erstmals nach 14 Jahren wieder die Tabellenführung. Doch aus der Führungsetage waren nach dem vierten Saison-Heimsieg in Folge ohne Gegentor nur leise Töne zu hören. "Es war unter dem Strich keine Gala. Ich bin über den Arbeitssieg mit drei Punkten sehr froh", kommentierte Rangnick gemeinsam mit Sportdirektor Franz Gerber den Erfolg.
Der 96-Coach bekam nach dem Sprung an die Tabellenspitze viel Lob. "Man kann eine taktische Ausrichtung innerhalb der Mannschaft erkennen. Das Spiel trägt die Handschrift des Trainers", urteilte Hans Siemensmeyer auf der Tribüne. Der frühere 96-Kapitän, der vor fast 40 Jahren von Oberhausen nach Hannover gewechselt war, freute sich auch über die spielerische Leistung der Mannschaft: "In Jan Simak, Steven Cherundolo, Altin Lala, Daniel Stendel und Dame Diouf verfügt das Team über mehr als zweitligataugliche Spieler." 13 923 zahlende Zuschauer im Niedersachsenstadion feierten die Treffer von Carsten Linke (17.) und Daniel Stendel (58.) sowie Torwart Jörg Sievers.
Trotz der Erfolgsserie und einer intakten Mannschaft will der Verein noch zwei Spieler verpflichten. Cenk Isler (Adanaspor/Türkei) und Darek Zuraw (Zaglebie Lubien/Polen) stehen auf der Wunschliste von Rangnick. Zuraw hat bereits einen Zweijahresvertrag bei Hannover 96 unterschrieben, doch die Freigabe des polnischen Verbandes steht noch aus. Der Trainer lässt am Sonntag in Budapest mit Tomas Koltai einen weiteren Stürmer durch seinen Assistenten beobachten. Vorstandsvorsitzender Martin Kind hat aber bereits entschieden: "Es kommen nur zwei neue Spieler in Frage. Mehr lässt der Finanzrahmen nicht zu."
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