Europa League: Bargfrede ist der "kleine Frings" von Bremen
zuletzt aktualisiert: 03.12.2009 - 16:33Bremen (RPO). Im August als Nobody gestartet, im Dezember als "kleiner Frings" gefeiert - mit Philipp Bargfrede hat Werder Bremen den potenziellen Nachfolger für seinen Kapitän Torsten Frings schon gefunden.
Laufstark, kampfstark, zweikampfstark, aber auch mit sicherem Stellungsspiel und guter Übersicht ist der 20-Jährige aus dem Team des Bundesliga-Zweiten kaum noch wegzudenken, egal ob als "Sechser" vor der Abwehr oder anderswo im Mittelfeld. Das kann er auch heute wieder in der Europa League beim Auswärtsspiel bei Nacional Funchal aus Portugal (19 Uhr im Live-Ticker) zeigen.
"Von Torsten kann man viel lernen", sagt der gelernte Einzelhandelskaufmann und leugnet nicht, dass der langjährige Nationalspieler für ihn Vorbild und Respektsperson zugleich ist. Gleich hinter seinem Vater Hans-Jürgen, genannt Hansi, Bargfrede natürlich, der wahrscheinlich schon am Ende der Hinserie von seinem Filius sportlich übertrumpft wird. Noch aber liegt der Senior mit 15 Bundesliga-Einsätzen (1 Tor) für den FC St. Pauli knapp vor seinem Sprössling (13/0).
Die wachsende Popularität seines Sohnes macht sich für Vater Bargfrede im beruflichen Alltag positiv bemerkbar. In seinem Sportgeschäft in Zeven, 70 Kilometer von Bremen entfernt, ist das Werder-Trikot mit der Rückennummer 44 der Verkaufsschlager im Weihnachtsgeschäft.
Ungeachtet seiner steilen Karriere weiß Bargfrede aber nur zu gut, dass es noch genug Spielräume für Verbesserungen gibt: "Vor allem muss ich noch torgefährlicher werden." Aber für seinen Trainer Thomas Schaaf zählt vor allem die absolute Zuverlässigkeit seines Senkrechtstarters: "Man kann bei ihm immer darauf vertrauen, dass er alles aus sich herausholt."
Der Aufstieg Bargfredes ist auch ein wichtiges Lebenszeichen für die hochgelobte Nachwuchsarbeit beim deutschen Pokalsieger. Denn seit 2003 (Aaron Hunt) konnte sich kein grün-weißer Nachwuchskicker mehr auf Dauer einen Stammplatz bei den Bundesliga-Profis erkämpfen. Und so ist auch Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs erleichtert, dass sich der Mittelfeldspieler an der Weser durchgebissen hat: "Philipp macht seine Sache bei uns erfreulich unaufgeregt."
Ähnlich gelassen plant der hanseatische Jungprofi schon jetzt seine zweite Karriere nach dem Fußball. In 15 Jahren will er das väterliche Geschäft übernehmen, damit Bargfrede senior mit dann 65 Jahren seine wohlverdiente Rente genießen kann.
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