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Dortmund - Qäbälä 4:0
BVB zieht in Zwischenrunde ein und sorgt sich um Reus

Dortmund - Qäbälä
Dortmund - Qäbälä FOTO: dpa, gki
Dortmund. Borussia Dortmund hat den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League bereits am 4. Spieltag perfekt gemacht. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel setzte sich gegen den krassen Außenseiter FK Qäbälä souverän 4:0 (2:0) durch und ist an den letzten beiden Spieltagen nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen. Sorgen macht sich der BVB um den angeschlagenen Marco Reus. Von Patrick Scherer

"Anfangs hatten wir ein paar Schwierigkeiten. Aber wir sind zufrieden. Wir haben das Zwischenziel erreicht, jetzt wollen wir auch den Gruppensieg holen. Die letzten 20 Minuten haben wir es mit Blick auf Sonntag etwas auslaufen lassen", sagte Sportdirektor Michael Zorc bei Sky.

Bereits auf dem Weg zum Stadion machte eine Gruppe Dortmunder Anhänger klar, was als Hauptgang auf der Wochenkarte steht. Schmähgesänge gegen den Erzrivalen Schalke 04 unterstrichen die Vorfreude aufs Revierderby in der Bundesliga am Sonntag (15.30 Uhr/Live-Ticker). Zur Vorspeise gab es Qäbälä. Das klingt nach Meeresfisch, war aber der Gegner aus Aserbaidschan in der Gruppenphase der Europa League. Dieser präsentierte sich zunächst zäh, letztendlich wurde Borussia Dortmund dennoch seiner Favoritenrolle gerecht, siegte standesgemäß mit 4:0 und zog somit in die Zwischenrunde ein. Sorgen muss sich der BVB um einen Derbyeinsatz von Marco Reus machen, der sich im ersten Durchgang mehrfach an den rechten Oberschenkel fasste, am Spielfeldrand behandelt, und zur Halbzeit ausgewechselt wurde. "Es besteht Anlass zur Sorge. Es ist nicht selbstverständlich, dass es bis Sonntag klappt", sagte Tuchel. Zorc ergänzte: "Ich hoffe, dass er rechtzeitig rausgegangen ist, dass es nicht so schlimm ist, dass er am Sonntag spielen kann."

Reus war das Sinnbild des ersten Durchgangs. Nach fünf Minuten bekam der Nationalspieler die raue Gangart der Gäste zu spüren. Daraufhin zog der 26-Jährige bei engen Zweikampfsituationen lieber zurück – die Teamkollegen folgten seinem Beispiel. Insgesamt schienen die Worte von Trainer Thomas Tuchel wenig Eindruck gemacht zu haben. Der Dortmunder Coach wollte von Schalke nichts hören und schon gar nicht darüber sprechen, sondern zunächst die volle Konzentration auf den europäischen Auftritt richten. Seine Spieler ließen den Abend dennoch locker angehen. Henrich Mchitarjan und Pierre-Emerick Aubameyang ließen die ersten Möglichkeiten arglos liegen. Dann nahm sich der bereits humpelnde Reus der Sache an, vollendete ein Zusammenspiel mit Mchitarjan mit einem strammen Schuss aus 16 Metern zur Führung nach knapp einer halben Stunde und zeigte so, dass für einen Erfolg gegen Qäbälä auch Halbgas reichen würde.

Einzig Sven Bender – neben Roman Weidenfeller, Lukas Piszcek, Gonzalo Castro und Marcel Schmelzer einer von fünf ins Team gerückten Akteure – machte aktiv Werbung für einen Einsatz im Derby, den ihm Coach Tuchel aufgrund hervorragender Trainingsleistungen bereits zuvor in Aussicht gestellt hatte. In mehreren Aktionen klärte der Innenverteidiger gegen die anfangs frech mitspielenden Gästestürmer souverän und erhielt dafür Szenenapplaus. Eben solchen gab es auch zur Halbzeit, in die Borussia ein 2:0 mitnahm, da Aubameyang kurz zuvor erhöht hatte und damit endgültig den Unterschied der individuellen Klasse zwischen seinem Team und dem aus dem 13.000-Einwohner-Städtchen im Großen Kaukasus vorführte.

Nachdem im zweiten Durchgang Qäbälä-Stürmer Sergei Zenjov ins falsche Tor geköpft hatte, sorgte Mchitarjan für den Endstand beim sechsten Pflichtspielsieg in Folge – und die BVB-Fans unter den 57.000 Zuschauern stimmten das Team endgültig lautstark aufs Derby ein.

(seeg)
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