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Europa League
RB Leipzig zittert sich ins Viertelfinale

Zenit - Leipzig: Bilder des Spiels
Zenit - Leipzig: Bilder des Spiels FOTO: rtr, apt
RB Leipzig steht nach einer Zitterpartie zum ersten Mal im Viertelfinale der Europa League. Nach dem 2:1 im Achtelfinal-Hinspiel reichte der Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl am Donnerstagabend ein 1:1 (1:1) bei Zenit St. Petersburg.

Mit einem schelmischen Lächeln wischte sich Ralph Hasenhüttl erleichtert eine Locke aus der Stirn. Europa-League-Viertelfinale, der größte Erfolg der jungen Vereinsgeschichte: Der Trainer des deutschen Vizemeisters RB Leipzig hätte eigentlich mal ausgelassen feiern können. Doch der Österreicher freute sich nur kurz. Schnell nach dem Coup an der russischen Ostseeküste rief er seine Spieler im Kreis zusammen.

"Das kann man noch gar nicht so richtig einordnen, was das für uns heißt. So weit zu kommen im ersten Jahr", sagte Hasenhüttl: "Wir haben uns schon in der Champions League sehr ordentlich verkauft und jetzt zwei K.o.-Runden zu überstehen, das ist schon nicht so selbstverständlich. So schnell werden wir dieses Jahr nicht vergessen."

Das 1:1 (1:1) im Achtelfinal-Rückspiel bei Zenit St. Petersburg war verdient und sauber erspielt, der 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel wurde offensiv verteidigt - doch ganz Leipzig will nun mehr: Der Traum vom Finale in der internationalen Debüt-Saison am 16. Mai in Lyon lebt. Zunächst folgt aber die Runde der letzten Acht. Als erster deutscher Euro-Neuling seit dem Karlsruher SC 1993/1994 qualifizierten sich die Leipziger für das Viertelfinale. Auf wen sie dort am 5. und 12. April treffen, entscheidet sich am Freitag in Nyon. In der Schweiz steht ab 13.00 Uhr die Auslosung an.

Kapitän Orban fehlt im Viertelfinal-Hinspiel

Den Jubelreigen von St. Petersburg läutete am Donnerstag RB-Stürmer Jean-Kevin Augustin (22.) per sehenswertem Drehschuss ein. Sebastian Driussi (45.+1) erzielte den Ausgleich. Timo Werner verschoss in der 82. Minute noch einen Foulelfmeter. Eines dürfte Leipzigs Freude trüben: Kapitän Willi Orban sah seine dritte Gelbe Karte der Europapokal-Saison und ist im nächsten Spiel gesperrt.

Dennoch setzt der Viertelfinal-Vorstoß der erst 2009 gegründeten Leipziger für die eigene Vereinsgeschichte einen Meilenstein. Gleichzeitig sind sie das erste ostdeutsche Team seit Dynamo Dresden 1991, das es im europäischen Klubfußball so weit bringt. Die Dresdner hatten es im Europapokal der Landesmeister, dem Vorgänger der Champions League, ebenfalls ins Viertelfinale geschafft.

"Wir werden uns nicht verbarrikadieren", hatte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl vor der Partie gesagt. Dafür wechselte der Österreicher im Vergleich zum 0:0 gegen den VfB Stuttgart am Wochenende vor allem offensiv. In der Spitze begann Augustin für Yussuf Poulsen, auf den Flügel kamen Emil Forsberg und Bruma für den international nicht spielberechtigten Ademola Lookmann und den am Rücken verletzten Marcel Sabitzer in die Mannschaft. In der Innenverteidigung begann Stammkraft Dayot Upamecano für Ibrahima Konate.

Bei Minusgraden und vor rund 40 mitgereisten RB-Fans im für die WM gebauten Sankt-Petersburg-Stadion beherzigten die Gäste die Vorgabe ihres Trainers.

Sie übernahmen zu Beginn das Kommando und drückten Zenit phasenweise tief in die eigene Hälfte. RB kombinierte sich ansehnlich bis zum Strafraum, doch selten dort hinein. Der Treffer von Augustin war die erste echte Chance im Spiel. Symptomatisch also, dass die Gastgeber ihre erste Möglichkeit durch einen direkten Freistoß hatten, den Leandro Paredes (26.) an die Latte zirkelte. Erst gegen Ende der ersten Hälfte ließ Leipzig die Zügel schleifen und kassierte prompt den Ausgleich.

Ähnlich energiegeladen kamen die Russen aus der Kabine und drängten auf den zweiten Treffer. Jeder Vorstoß, jeder lange Ball hinter die gegnerischen Linien strahlte Gefahr aus. RB aber konzentrierte sich entschlossen auf seine kontrollierte Offensive.

Forsberg (50.) vertändelte unter großer Bedrängnis aus nächster Nähe den erneuten Führungstreffer. Weitere Chancen waren rar gesät, da RB trotz Feldüberlegenheit meist der letzte Pass fehlte. Werner wurde kurz vor Schluss gefoult, brachte den Elfmeter aber nicht im Tor unter.

 
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