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Rückspiel gegen Liverpool
Augsburg hofft auf das Wunder von Anfield

Augsburg - Liverpool
Augsburg - Liverpool FOTO: dpa, geb hpl
Liverpool. Im Hinspiel hat sich der FC Augsburg gegen den FC Liverpool schon achtbar geschlagen, jetzt träumen die Schwaben vom ganz großen Wurf.

Für den historischen Moment an der Anfield Road stellen die Spieler des FC Augsburg sogar ihr privates Glück hintenan. Als sich die personell dezimierten Schwaben am Mittwoch in München mit dem Sonderflug DE 1970 nach Liverpool aufmachten, da war auch Torhüter Marvin Hitz mit an Bord der Boeing 757-300 - am Geburtstermin seines zweiten Kindes. "Es ist alles abgesprochen", versicherte der Schweizer mit einem Lächeln, ehe er durch die Passkontrolle ging.

An Bord servierten die Stewardessen in FCA-Trikots, und die Reisegruppe intonierte ausgelassen das "Europapokal"-Lied. Auf Hitz, der neben Kapitän Paul Verhaegh Platz nahm, wird es am Donnerstagabend (19.00 Uhr/Live-Ticker) im Rückspiel der Zwischenrunde der Europa League ganz besonders ankommen. Wie seine Mannschaftskollegen will aber auch der Schweizer das vielleicht einmalige Erlebnis genießen. "Wir freuen uns alle darauf", betonte er, "es ist eine Reise mit vielen Emotionen für uns, es ist für uns alle etwas ganz Spezielles." Für ihn gilt das ganz besonders.

Das große Kribbeln bei den Augsburgern war spätestens beim Einchecken im Terminal 1 am Münchner Flughafen spürbar. "Es ist ein besonderes Erlebnis, an der Anfield Road zu spielen", betonte der weitgereiste Manager Stefan Reuter. Wie staunende Touristen auf einer Sightseeing-Tour wollen die Schwaben aber nicht wahrgenommen werden. "Wir wollen mit Respekt, aber auch selbstbewusst auftreten", sagte Reuter, "wir müssen uns nicht verstecken."

Nach dem 0:0 im Hinspiel gegen Jürgen Klopps Liverpool und dem wichtigen Sieg bei Hannover 96 (1:0) im Abstiegskampf der Bundesliga reisten die Augsburger gelöst an die "heilige" Fußball-Stätte. Er spüre "Rückenwind", sagte etwa Linksverteidiger Philipp Max. "Wir haben den Kopf jetzt wirklich frei für Liverpool", ergänzte Hitz. Dabei fehlen dem FCA zahlreiche Stammspieler. Immerhin ging am Mittwoch Torjäger Raul Bobadilla mit großen roten Kopfhörern an Bord. Womöglich nur als moralische Unterstützung - oder doch mehr?

Die Ausgangslage macht den Augsburgern jedenfalls viel Mut. "Es ist für Liverpool ein gefährliches Ergebnis", betonte Trainer Markus Weinzierl, "wir wissen, mit einem 1:1 sind wir weiter. Und wir wissen, wenn wir ein Tor schießen, muss Liverpool mindestens zwei machen." Ja, sagte auch Kapitän Paul Verhaegh, "das 0:0 ist ein gutes Ergebnis, jetzt ist es wichtig, dass wir uns da nicht verstecken". Der Druck jedenfalls, glaubt Hitz, "liegt bei Liverpool".

Und eben dieses Liverpool von Trainer Klopp hatte in besagtem Hinspiel am vergangenen Donnerstag nun wahrlich nicht den Eindruck hinterlassen, unantastbar zu sein. Daher hob Klopp mahnend den Zeigefinger. "Augsburg kommt nicht nach Liverpool und gibt Vollgas, die werden genauso diszipliniert verteidigen und wollen uns auskontern", sagte der 48-Jährige. Er sieht seine Mannschaft, die am vergangenen Wochenende spielfrei hatte, aber "gut vorbereitet".

Die Augsburger werden nicht nur voller Euphorie, sondern auch begleitet von mehr als 3000 Fans in den Nordwesten Englands reisen. Allerdings: Nicht alle werden im Stadion sein, eine ganze Reihe Anhänger hat lediglich Flug und Unterkunft buchen können. Rund 2400 Tickets hat der FCA unter den Fans verlosen müssen, mehr rückte Liverpool nicht heraus.

(sid)
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