| 22.08 Uhr

Schalke - Donezk 0:3
Europacup-Traum für desolate Schalker geplatzt

Schalke - Donezk
Schalke - Donezk FOTO: dpa, gfh
Benedikt Höwedes hat erst neulich die enge Verbundenheit zum Arbeitgeber eindrucksvoll demonstriert und seinen Vertrag beim FC Schalke 04 bis 2020 verlängert. Niemand hätte dem Kapitän wohl ernsthaft verübelt, wenn er nach einer Ewigkeit im Revier noch einmal eine neue Herausforderung angenommen hätte. Von Gianni Costa

Seit 2001 spielt der Verteidiger bei den Königsblauen – derzeit ist er allerdings im Krankenstand. Anfang des Jahres hat er sich am Oberschenkel verletzt, mit seiner Rückkehr wird erst zum Ende der Saison gerechnet. Das ist bitter für ihn und vor allem für Schalke. Denn den Knappen fehlt ein Höwedes in ihren Reihen, der Antreibt und das Spiel strukturiert. Das wurde in der Zwischenrunde der Europa League gegen Schachtjor Donezk besonders deutlich. Die Gelsenkirchener unterlagen im Rückspiel 0:3 und sind damit aus dem Wettbewerb ausgeschieden.

"Wenn man in zwei Spielen kein Tor schießt, kann man auch nicht weiterkommen", sagte Breitenreiter: "Wir sind gut ins Spiel reingekommen, aber nach zehn Minuten haben wir einen Gang zurückgeschaltet, warum auch immer. Wir waren nicht mehr in der Lage, die Köpfe hochzunehmen."

Fotos: Schalke-Profis verlassen mit hängenden Köpfen den Platz FOTO: afp, sas

Es begann durchaus vielversprechend. Die Hausherren gingen mit ausreichender Motivation ans Tagwerk. Doch man merkte schnell, dass es derzeit an der entsprechenden Durchschlagskraft mangelt, um den Vertreter aus der ostukrainischen Industriestadt Donezk in arge Bedrängnis zu bringen. Ein paar nette Spielzüge reichen eben nicht aus, um einen Kontrahenten dieser Gewichtsklasse das Fürchten zu lehren. Die Kreativabteilung war auch dieses Mal nur für kurze Zeit besetzt. Nachwuchshoffnung Leroy Sane versuchte sich wenigstens mit ein paar Vorstößen in der Offensive. Viel mehr hatte Schalke allerdings nicht vorzuweisen. Es kamen fast keine Bälle in die Mitte, weshalb Klaas-Jan Huntelaar zwangsläufig blass blieb.

Sané zählt zu den größten Talenten hierzulande – das gilt indes vornehmlich für seine Qualitäten in der Offensive. Das Abwehrverhalten des 20-Jährigen ist dagegen noch stark verbesserungswürdig. Das hat sich auch gegen Donezk gezeigt. Ein Ballverlust von ihm leitete das Unheil ein. Schalkes Hintermannschaft war auf das Umschalten on der Verteidigung überhaupt nicht eingestellt und dementsprechend unsortiert. Joel Matip erwischte dabei einen verdammt schlechten Tag und kam beim 1:0 durch Ferreyra mindestens einen Schritt zu spät. Der damit ohnehin schon ziemlich verhagelte erste Durchgang wurde nur noch durch die Verletzung von Leon Goretzka kurz vor dem Pausenpfiff unterboten – der Mittelfeldspieler musste mit Verdacht auf eine Schultereckgelenksprengung ausgewechselt werden.

Fotos: Goretzka kurz vor der Pause verletzt ausgewechselt FOTO: dpa, gki gfh

Wer nun die Hoffnung hatte, dass die Schalker fortan alle Fesseln lösen würden und mit voller Inbrunst in der Offensive agieren würden, der wurde bitter enttäuscht. Das Aufbäumen war zu keinem Zeitpunkt erkennbar. Stattdessen entpuppte sich der Defensivverbund des Teams von Trainer André Breitenreiter als Hühnerhaufen. Erneut war es Matip der mit einem individuellen Fehler, das endgültige Aus besiegelte – Taison musste den Ball nur noch Querlegen, erneut Ferreyra stand zum Einschieben bereit. Damit war die Demontage der Königsblauen aber noch nicht beendet. Taison leistete abermal die Vorarbeit, diesmal traf Kovalenko.

Die Stimmung war da in der Arena längst im Minusbereich angekommen. Noch-Sportvorstand Horst Heldt hatte darüber fabuliert, man wolle die Europa League gewinnen. Die Realität war gestern zu sehen.

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