JETZT im Live-Ticker: Hannovers Traum vom größten Erfolg
zuletzt aktualisiert: 30.11.2011 - 19:28Hannover/Lüttich (RPO). Der erste Matchball soll sitzen. "Wir werden alles daran setzen, den Einzug in die Zwischenrunde schon am Mittwoch klar zu machen. Das wäre der größte Erfolg der Vereinsgeschichte", sagt Stürmer Jan Schlaudraff und träumt mit Hannover 96 vom Überwintern in der Europa League.
Bereits ein Unentschieden mit mindestens einem selbst erzielten Tor reicht den Niedersachsen beim belgischen Pokalsieger Standard Lüttich zum Weiterkommen. Das abschließende Gruppenspiel am 15. Dezember gegen den ukrainischen Außenseiter Worskla Poltawa wäre für die Niedersachsen dann nicht mehr als ein entspanntes Auslaufen.
"Natürlich birgt so eine Konstellation auch eine gewisse Gefahr in sich. Man darf sich nicht weiter wähnen, als man tatsächlich schon ist", warnt 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke: "Wir sind gut beraten, wenn wir nicht versuchen, in Lüttich irgendein Ergebnis zu konstruieren. Wir sollten uns bemühen, dort zu gewinnen." Zumal ein Erfolg bei den punktgleichen Wallonen gleichbedeutend mit dem Gruppensieg wäre. "Damit würden wir in der Auslosung dann einen vermeintlich leichteren Gegner bekommen", sagt Trainer Mirko Slomka.
Die Zwischenrunde winkt
Hannover 96 ist qualifiziert: Bei einem Sieg in Lüttich.
Hannover 96 ist qualifiziert: Bei einem Unentschieden in Lüttich (Ausnahme: 0:0).
Hannover 96 ist qualifiziert: Bei einer Niederlage, wenn der FC Kopenhagen zeitgleich bei Worskla Poltawa/Ukraine nicht gewinnt.
Matchball auch für Lüttich
Doch die Partie im Stade Maurice Dufrasne wird für Hannover ein hartes Stück Arbeit. Lüttich kann mit einem Dreier ebenfalls den Einzug in die Zwischenrunde und den Gruppensieg perfekt machen.
Trainer Jose Riga hat seine Mannschaft seit dem 0:0 im Hinspiel vor zweieinhalb Monaten konsequent weiterentwickelt. Seit acht Pflichtspielen wurde nicht mehr verloren, zuletzt gab es sogar vier Siege in Folge. Das Selbstvertrauen ist groß.
"Es wird also keine einfache Aufgabe", sagt Schmadtke: "Standard ist sehr heimstark. Ihre Fans sind ausgesprochen heißblütig. Das wird wieder eine sehr emotionale Partie." In solchen "Highlight-Spielen" (Schlaudraff) haben sich die Niedersachsen in der laufenden Saison jedoch schon mehrmals bewiesen. Die Kür klappt.
Bei der Pflicht hapert es derzeit allerdings ein wenig. In der Bundesliga holte man aus den vergangenen vier Spielen insgesamt nur mickrige zwei Punkte. "Das wird am Mittwoch keine Rolle spielen", sagt Schmadtke: "Es ist ein anderer Wettbewerb. Außerdem haben wir die Chance, uns mit einem Sieg auch neuen Schwung für die Liga zu holen."
"Weiterkommen wäre gut fürs Renommee"
Das Spiel beim SC Freiburg am Samstag spielt in den Köpfen vorerst aber keine Rolle. Lüttich gilt die volle Konzentration.
Schließlich soll am Mittwochabend zumindest ein wenig gefeiert werden. "Das Weiterkommen wäre gut für das Renommee und das Selbstwertgefühl", sagt Schmadtke: "Außerdem wäre es toll für unsere Fans, wenn Sie über Weihnachten hoch erhobenen Hauptes sagen könnten, dass ihr Verein noch in Europa vertreten ist."
Die Chancen sind angesichts der Ausgangslage gut. Selbst bei einer Niederlage besteht eine theoretische Möglichkeit auf das vorzeitige Erreichen der Zwischenrunde. Wenn Poltawa zeitgleich den FC Kopenhagen besiegt, wären Hannover und Lüttich unabhängig vom Ausgang ihres direkten Duells weiter. "Wir sollten nicht zu viel rechnen", sagt Schmadtke: "Wenn wir in Lüttich gewinnen, bleiben keine Fragen offen."
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