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Liverpool gegen Dortmund
Klopp freut sich auf eine "Geschichte, die nur der Fußball schreibt"

Rückblick: Sieben Jahre Klopp beim BVB
Rückblick: Sieben Jahre Klopp beim BVB FOTO: dpa, gb hak mg nic
Dortmund. 2008 trat Jürgen Klopp seinen Job bei einem kriselnden Bundesligisten an, doch dann führte er Borussia Dortmund in eine Ära. Nun gibt es das Wiedersehen.

Eine Meisterschaft, sogar ein Double und ein Champions-League-Finale - und nach sieben Jahren ein Abschied mit Tränen: Die Ära Jürgen Klopp wird bei Borussia Dortmund trotz eines desaströsen ersten Halbjahres in der Vorsaison und drei verlorenen Finals in Folge auf immer als eine der erfolgreichsten in die ruhmreichen Vereinsgeschichte eingehen.

Klopp selbst wollte sich wie viele Dortmunder das hochemotionale Wiedersehen eigentlich ersparen. Beide Seiten hofften darauf, dass dies allenfalls im Finale passieren würde. "Ich bin doch nicht dumm", hatte der 48 Jahre alte Trainer des FC Liverpool noch kurz vor der Auslosung auf die Frage geantwortet, ob er im Europa-League-Viertelfinale gerne gegen Dortmund spielen wolle: "Warum sollte ich mir die stärkste Mannschaft im Wettbewerb als Gegner wünschen?"

Das Los wollte es anders - und Klopp schwenkte angesichts der Tatsachen denn doch in vorsichtige Euphorie um. "Es ist eine Geschichte, die nur der Fußball schreibt. Zwei der größten Klubs der Welt treffen aufeinander", sagte Klopp am Freitagnachmittag. Trotz des letztlich souveränen Weiterkommens gegen Manchester United (2:0, 1:1) ist sich der 48-Jährige der Schwere der Aufgabe gegen die alte Liebe bewusst, räumte aber ein: "Wenn man die Europa League gewinnen will, muss man die stärksten Gegner schlagen. Und da ist es besser, zwei Spiele statt eins gegen sie zu haben."

Dass der BVB seit 2008 diese Entwicklung nahm, ist zu einem großen Teil Klopps Verdienst. Und so sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im vergangenen April, als er sichtlich bewegt den Abschied seines Erfolgstrainers bekannt gab: "Jürgen, du kannst sicher sein, dass Dir der ewige Dank aller Borussen gewiss ist."

Als Klopp aus Mainz zum BVB kam, hatte dieser die Saison gerade als Tabellen-13. hinter dem Karlsruher SC und dem VfL Bochum abgeschlossen. Zudem hatte sich der Traditionsverein immer noch nicht ganz vom Schock im Jahr 2005 erholt, als er dem finanziellen K.o. nur haarscharf entgangen war. Die erste Hinrunde unter dem damaligen "TV-Bundestrainer" Klopp war zäh, doch am Ende der Saison war die Borussia Sechster. Im Jahr darauf zog sie als Fünfter in den Europacup ein, ehe der Triumphzug richtig begann.

2011 holten die Dortmunder die Meisterschaft, im Jahr darauf verteidigten sie den Titel nicht nur erfolgreich, sie demütigten Bayern München beim 5:2 im DFB-Pokalfinale in selten gekannter Weise. Es war offenbar der Wachrüttler an die Bayern, danach kam die Kauf-Offensive, seit der die nationale Konkurrenz - auch aus Dortmund - kaum noch eine Chance hat. 2013 standen die Bayern und der BVB im historisch ersten deutschen Champions-League-Finale, die Bayern siegten gegen die lange Zeit bessere Borussia durch ein Tor von Arjen Robben in der 89. Minute 2:1.

Auch im DFB-Pokal 2014 gegen die Bayern und 2015 gegen den VfL Wolfsburg in Klopps letztem Spiel als BVB-Trainer verloren die Westfalen Endspiele. In der Hinrunde 2015/16 stürzte Dortmund komplett ab, ging auf Abstiegsplatz 17 in die Winterpause. Obwohl auch von Unstimmigkeiten zwischen Klopp und einigen Spielern die Rede war, hielt der Klub lange zu ihm und wurde mit einer Aufholjagd und dem Einzug in die Europa League belohnt.

Unter Nachfolger Thomas Tuchel spielt der BVB nun eine herausragende Saison. Der Weg zum erhofften ersten Titel seit 2012 führt nun ausgerechnet über Jürgen Klopp.

(sid)
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