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Mourinho spricht über mögliches Schweinsteiger-Comeback
"Es ist noch zu früh für ihn"

Manchester United: Krise als neue Chance für Bastian Schweinsteiger
José Mourinho FOTO: ap, LP
Istanbul. Mittelmaß in der Liga und nach der Niederlage in Istanbul nun auch im Europapokal vor dem Aus: Die sich zuspitzende Krise bei Manchester United ist auch eine Chance für den jüngst begnadigten Weltmeister Bastian Schweinsteiger. Doch Trainer José Mourinho blockt vorerst noch ab.

Nach dem Sommerkick im türkischen Herbst platzte Startrainer Mourinho vom englischen Rekordmeister Manchester United der Kragen. "Wir waren mental nicht bereit, nicht fokussiert, nicht konzentriert", polterte der Portugiese nach der 1:2-Pleite in der Europa League bei Fenerbahce Istanbul und bescheinigte seinem Starensemble ein Totalversagen: "Sie spielten, als wäre es das Champions-League-Finale. Wir spielten, als wäre es ein Vorbereitungsspiel."

Durch die Schlappe beim türkischen Vizemeister droht Mourinhos mit Superstars gespicktem Kader international der vorzeiitge und blamable Kollpas, nachdem die Red Devils schon in der heimischen Premier League im grauen Mittelmaß versackt sind. Angesichts der sich auswachsenden Krise steigen inzwischen sogar wieder die Chancen für den zuletzt aussortierten Weltmeister Bastian Schweinsteiger auf eine Rückkehr.

In Istanbul lief ManUnited gegen aggressive Gastgeber bereits nach 65 Sekunden einem Rückstand hinterher. Der späte Anschlusstreffer von Wayne Rooney, der mit seinem 249. Treffer für Manchester bis auf zwei Tore an Klublegende Bobby Charlton heranrückte, war nichts als Ergebniskosmetik.

Mourinho mit grauenhafter Bilanz

Die Bilanz des zu Saisonbeginn als Hoffnungsträger geholten Mourinho wird damit immer übler. Wettbewerbsübergreifend gelangen dem vor der Saison mit millionenschweren Stareinkäufen wie Rekordtransfer Paul Pogba und Zlatan Ibrahimovic aufgehübschten Kader in den vergangenen sieben Partien nur zwei Siege. In der Liga beträgt der Rückstand des Tabellenachten auf einen Platz in der Champions-League-Qualifikation bereits sieben Punkte.

Am Bosporus war "The Special One" nicht speziell genug, um die fünfte Auswärtspleite in Folge und den Sturz auf Platz drei in Gruppe A zu verhindern. "Sie haben verdient gewonnen. Beim Fußball geht es um Emotionen, nicht bloß um Qualität", sagte Mourinho. Allerdings hätten die Türken das Spiel langsamer gemacht und mit Theatralik Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt. Der unter Ladehemmung leidende Ibrahimovic entging dabei nur mit Glück einem Platzverweis.

Abhilfe könnte nun vom Abstellgleis kommen. Nach der Wiedereingliederung von Rooney und des früheren Dortmunders Henrich Mchitarjan sei auch Schweinsteiger wieder "eine Option". Wahrscheinlich zieht Mourinho diese aber im Punktspiel am Sonntag (16.00 Uhr) gegen Swansea City noch nicht, obwohl sich nach der Auswechslung von Pogba (Oberschenkelverletzung) und der Sperre von Ander Herrera im defensiven Mittelfeld vorerst ein Vakuum ergibt. "Es ist noch zu früh für ihn", sagt Mourinho: "Schweinsteiger ist erst drei oder vier Tage im Training. Er ist noch nicht dazu bereit, Fußball auf einem so hohen Level zu spielen."

Auf eine Rückkehr des Weltmeisters hofft auch Joachim Löw. "Manchmal gibt es im Fußball plötzlich eine Wende. Vielleicht denkt José Mourinho um aufgrund von nicht ganz so erfolgreichen Spielen zuletzt", sagte der Bundestrainer am Rande des DFB-Bundestages in Erfurt: "Ich glaube auch, dass er der Mannschaft helfen kann. Es wäre toll für Basti, ich würde es ihm wünschen." Nach Informationen der "Manchester Evening News" könnte der Vertrag des Weltmeisters im Januar aber mit Zahlung einer Abfindung von zehn Millionen Pfund aufgelöst werden.

Ein Rückzieher in der Personalie Schweinsteiger wäre für die immer lauter werdenden Kritiker von Mourinho, der gegen Swansea eine Innenraumsperre absitzen muss, Wasser auf die Mühlen. Klublegende Paul Scholes jedenfalls zeigte sich unlängst schon "besorgt".

Mourinhos Ex-Verein Inter Mailand steht unterdessen kaum besser da als Manchester. Nach der Trennung von Trainer Frank De Boer setzte sich die Talfahrt des Champions-League-Siegers von 2010 durch das 1:2 beim FC Southampton fort. Die Lombarden benötigen inzwischen schon ein kleines Fußball-Wunder, um sich noch für die Zwischenrunde zu qualifizieren. Mit Rang zwölf in der Liga scheint eine erneute Europapokalteilnahme vorerst reine Utopie.

(seeg/sid)
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