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Blamage in der Europa League
United-Legende Scholes ruft nach Schweinsteiger

Schweinsteiger weint zum Abschied
Schweinsteiger weint zum Abschied FOTO: rtr, DE/
München/Rotterdam. Nach der Europa-League-Pleite von Manchester United in Rotterdam werden erste Rufe nach Bastian Schweinsteiger laut. Der wurde für die Europa League aber gar nicht gemeldet.

Paul Scholes traute seinen Augen nicht. Das große Manchester United um Weltrekord-Transfer Paul Pogba - blamiert beim international nur noch zweitklassigen Feyenoord Rotterdam. Unfassbar! Vor allem Pogba, den die berüchtigte englische Presse nach einem "weiteren armseligen Abend" (Manchester Evening News) attackierte, war aus Sicht der United-Legende auf dem Platz verloren. Dem 105-Millionen-Euro-Mann habe ein "controlling midfielder", ein Stratege, gefehlt. Einer wie Bastian Schweinsteiger.

Schweinsteiger spielt Golf mit Ana

"Schweinsteiger hätte ein guter Partner (für Pogba) sein können, auch wenn er nicht der Laufstärkste ist", sagte Scholes. Der Weltmeister stand allerdings beim 0:1 (0:0) im De Kuip nicht im Kader - er war von United für die Europa League nicht gemeldet worden. Als sich seine Kollegen am Mittwoch auf nach Rotterdam machten, spielte Schweinsteiger in Hale unweit seines Anwesens mit Ehefrau Ana Golf.

Und so hatte Pogba, den Teammanager José Mourinho diesmal etwas offensiver agieren ließ, "ein bisschen zu kämpfen", wie TV-Experte Scholes feststellte. "Ich habe keine Ahnung, auf welcher Position er spielt. Hat er überhaupt eine?", sagte Scholes. Auch Michael Carrick hätte gut zu Pogba gepasst, meinte er, Mourinho ließ den früheren englischen Nationalspieler aber auf der Bank. Stattdessen dilettierten neben Pogba dessen Landsmann Morgan Schneiderlin - einer von fünf Spielern, die Mourinho zum ersten Mal von Anfang an gebracht hatte - und Ander Herrera. Scholes schlug weitere Zukäufe vor. Weltmeister Toni Kroos oder Luka Modric (beide Real Madrid) könnten die Lösung sein, glaubt er.

"Er hat gespielt wie die ganze Mannschaft", sagte Mourinho über Pogba. Also: Schwach. In der ersten Halbzeit habe sein nach der Derby-Niederlage gegen Manchester City (1:2) auf acht Positionen verändertes Team mit "halber Geschwindigkeit" und "nicht ehrgeizig genug" gespielt, monierte er: "Wir haben nicht versucht zu gewinnen." Pogba fiel nach Meinung vieler Beobachter besonders negativ auf. Bei Twitter ätzte einer: "Noch keine Tore, keine Vorlagen - aber vier verschiedene Frisuren."

Vierte Auswärtspleite hintereinander

Das entscheidende Tor durch Tonny Vilhena (79.) war ihm nicht anzulasten. Es bescherte United die vierte Auswärtspleite im Europacup hintereinander - Klubrekord. Dass Passgeber Nicolai Jörgensen zuvor im Abseits gestanden hatte, machte es für Mourinho "doppelt bitter". Er wisse, dass er "nicht einfach mit dem Finger schnippe und alles perfekt läuft", ergänzte der "Special One", der im Netz ebenfalls verspottet wurde.

Dass der Portugiese am Ende Verteidiger Chris Smalling stürmen ließ, empfanden viele Fans als Bankrotterklärung. Nach dem guten Start der Ära Mourinho habe sich United im siebten Himmel gewähnt, kommentierte die BBC, jetzt drohe eine "harte Landung". Wie hart, wird sich am Sonntag (13 Uhr) beim FC Watford zeigen.

Ebenfalls am Sonntag (18 Uhr) tritt Inter Mailand zum Derby d'Italia gegen Juventus Turin an. Nach dem peinlichen 0:2 (0:0) gegen Hapoel Be'er Sheva haben auch die Nerazzurri etwas gutzumachen. "Inter, schämst Du Dich nicht?", titelte die Gazzetta dello Sport. Der Corriere della Sera vermisste in der Mannschaft von Trainer Frank de Boer "Ideen und eine Strategie". Er begreife nicht, "warum die Spieler nach dem ersten Tor den Kopf verloren haben", sagte der Niederländer, "uns steht noch viel Arbeit bevor."

(sid)
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