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Tuchel über die Klopp-Rückkehr
"Fühlt sich in keinster Weise anders an"

Die letzten Duelle zwischen Tuchel und Klopp
Die letzten Duelle zwischen Tuchel und Klopp
Dortmund. Am Donnerstag kehrt Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool zurück nach Dortmund. Ein besonderes Spiel, doch Thomas Tuchel spielt die Bedeutung der Rückkehr von Klopp herunter. Von Robert Peters

Gonzalo Castro ist nun nicht für überschäumendes Temperament außerhalb des Fußballplatzes bekannt. Das hat Borussia Dortmunds Mittelfeldspieler gerade mal wieder unterstrichen. Während halb Dortmund voller Hingabe alle Details zur vorübergehenden Rückkehr von Jürgen Klopp ins ehemalige Westfalenstadion diskutiert, sagt Castro: "Es ist ja nicht das erste Mal, dass ein Trainer auf seine ehemalige Mannschaft trifft." 

Es fühlt sich allerdings so an. Am Donnerstag (21.05 Uhr/Live-Ticker) spielt Borussia Dortmund im Viertelfinale der Europa League gegen den FC Liverpool, jenen Klub, den Klopp wieder nach oben bringen soll. Castro bemüht sich darum, das als ein Spiel wie jedes andere zu betrachten. "Wir konzentrieren uns nur auf uns", versichert er. Dabei sieht er ganz so aus, als sei das die volle Wahrheit.

Vielleicht ist es auch nur die Dortmunder Sprachregelung, um so gar nicht das Gefühl einsickern zu lassen, Klopps Rückkehr an den Ort, an dem er sieben Jahre reichlich Erfolge gefeiert hat, sei von so außergewöhnlicher Bedeutung, wie das Echo darauf in Stadt und Medien vermuten lassen könnte. Natürlich räumt BVB-Trainer Thomas Tuchel artig ein, "wir sind, was wir sind, nur weil die Geschichte mit Jürgen vorher so war". Er beteuert jedoch: "Es fühlt sich in keinster Weise anders an als die Spiele gegen Porto und Tottenham." Deshalb sehe er auch keine Veranlassung, mit seiner Mannschaft anders umzugehen als vor jedem anderen bedeutenden Spiel.

Rückblick: Sieben Jahre Klopp beim BVB FOTO: dpa, gb hak mg nic

Daran, dass es ein bedeutendes Spiel ist, lässt er freilich keinen Zweifel. Und er setzt darauf, dass sein Team wieder einmal zeigt, was es im Laufe der Saison wiederholt gezeigt hat: "Es ist ein gutes Gefühl als Trainer, dass meine Spieler in den schwersten Aufgaben die besten   Leistungen bringen können."

Eine "Topleistung" hält er für notwendig, um sich in zwei Spielen gegen Liverpool durchzusetzen. Den Engländern bescheinigt er eine sichtbare Aufwärtsentwicklung in den vergangenen Wochen. "Man erkennt eine klare Handschrift von Jürgen", stellt Tuchel fest, "die Mannschaft kann sehr hart über das ganze Feld verteidigen, und sie hat hohe individuelle Qualität."

Dass Klopp die Dortmunder zu "haushohen Favoriten" auf den Titel erklärt hat, beeindruckt Tuchel nicht, es nötigt ihn allenfalls zu einem wissenden Lächeln. "Das hat er auch schon gemacht, wenn er mit Dortmund gegen Mainz spielen sollte", sagt Tuchel, "es spielt keine Rolle. Es verändert unsere Herangehensweise nicht." Klopp, glaubt Tuchel, werde versuchen, seiner Liverpooler Mannschaft die Rolle des Außenseiters einzureden. "Damit kitzelt er das gewisse Etwas heraus", urteilt der Dortmunder Coach. Erschrocken wirkt er nicht.

 
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