| 18.26 Uhr

Vom VfL Rhede in die Serie A
Früherer Landesliga-Fußballer fordert den BVB heraus

Ungewöhnliche Karriere: Robin Gosens - vom VfL Rhede zu Atalanta Bergamo
Robin Gosens (l.) im Trikot von Heracles Almelo. FOTO: dpa, mr
Bergamo/Köln . Vor nicht allzu langer Zeit schlürfte Robin Gosens noch "Bierchen ohne Ende" und spielte beim VfL Rhede in der Landesliga. Heute heißt sein Klub Atalanta Bergamo und fordert am Donnerstag den BVB in der Europa League heraus.

Robin Gosens spielte 2012 noch in der Fußball-Landesliga, jetzt misst sich sich der 23-Jährige aus Emmerich am Niederrhein im Dress von Atalanta Bergamo mit den Stars in Italiens Serie A. Am Donnerstag (19.00 Uhr/Live-Ticker) fordert Gosens mit den Azzurri DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund in der Zwischenrunde der Europa League im Signal Iduna Park heraus.

"Wir sind nicht der Favorit, aber wir können es Dortmund definitiv schwer machen. Unser Vorteil ist, dass wir das erste Spiel auswärts haben. Wenn wir da einen Punkt holen - zu Hause sind wir eine Macht", sagte Gosens bei t-online.de.

"Am Abend vor den Spielen war ich noch aus"

Über seinen ungewöhnlichen Karriereweg meinte der Italien-Legionär, der zuvor in den Niederlanden auf sich aufmerksam gemacht hatte: "Für mich ist das alles wie ein Traum, den ich jetzt erlebe. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich morgens beim VfL Rhede auf dem Platz stand, am Abend davor noch aus war und mit den Jungs Bierchen ohne Ende geschlürft habe. Und jetzt spiele ich gegen Klubs wie Neapel, gegen echte Weltstars."

Bei den Bundesliga-Klubs spielt der wie der 1974er-Weltmeister Rainer Bonhof in Emmerich geborene Abwehrspieler laut eigener Aussage allerdings bislang keine Rolle: "Wenn in Deutschland mein Name fällt, haben mich neun von zehn Experten noch überhaupt nicht auf dem Schirm. Die Bundesliga ist aber auf jeden Fall das Ziel, ein echter Traum."

Probetraining beim BVB war "Fiasko"

Mit 18 absolvierte Gosens ein Probetraining beim BVB. "Es war ein Fiasko", betonte er, "ich konnte überhaupt nicht mithalten. Kurze Zeit später stand ich wieder für Rhede auf dem Platz, da kam ein Scout von Vitesse Arnheim zu mir und fragte: 'Ich war eigentlich wegen eines anderen Spielers hier, aber Du hast mich begeistert. Willst Du nicht mal vorbeikommen zu einem Probetraining?'"

Eigentlich wollte Gosens einen anderen Berufsweg einschlagen und hatte sich schon bei der Polizei beworben. "Ich hätte diese Laufbahn dann auch einschlagen können, weil ich den Test soweit schon bestanden hatte", berichtete der Atalanta-Spieler.

Gosens entschied sich für den Wechsel in die Niederlande. Arnheim verlieh das Talent mehrmals, 2015 folgte der Wechsel zu Heracles Almelo, wo er zum Stammspieler wurde. Im vergangenen Sommer zahlte Bergamo dann 900.000 Euro Ablöse und holte Gosens in die Serie A. "Wenn ich hier auf dem Trainingsplatz stehe, muss ich mich manchmal kneifen", sinnierte Gosens. Sein Vertrag in Bergamo hat noch eine Laufzeit bis 2020. Spätestens dann will er sich seinen Traum von der Bundesliga erfüllen - und vorher schon den BVB ärgern.

(sid)
 
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