1. Bundesliga 17/18
| 13.31 Uhr

Bundesliga 17/18
Der FC Augsburg mischt wieder oben mit

Mainz - Augsburg: Bilder des Spiels
Mainz - Augsburg: Bilder des Spiels FOTO: dpa, gfh
Augsburg. Der FC Augsburg galt als Kandidat für den Abstieg, doch die Realität sieht anders aus. Die bayerischen Schwaben sind dicht dran an den Europapokalplätzen.

Von Trainer Manuel Baum stammt der Satz, dass er nicht nach oben schaue oder nach unten, sondern nur nach vorne. Anders formuliert: Die Tabelle ist ihm wurscht, was alleine zählt, das ist das nächste Spiel. Nun denn: Am Sonntagabend (18 Uhr) tritt Baum mit dem FC Augsburg gegen Hertha BSC an. Und ob es ihn nun interessiert oder nicht: Die Überraschungsmannschaft dieser Saison könnte danach auf einem Europapokalplatz stehen.

Bei diversen Wettanbietern gehörte Baum vor der Saison zu jenen Trainern, die schon bald ihren Posten würden räumen müssen. Und nun? Durfte er sogar schon im Aktuellen Sportstudio über Taktik im Fußball referieren. Er hat ja auch Erfolg: 22 Punkte nach 14 Spielen, der FC Augsburg, in der vorvergangenen Saison unter dem kessen Slogan "In Europa kennt uns keine Sau" erstmals international am Start, ist mitten drin im Mehrkampf um die begehrten Plätze.

Woran das liegt? Wohl zu einem Großteil an Baum. "Hier weiß jeder, was zu tun ist, und wir wissen ganz genau, wie jeder Gegner zu bespielen ist", sagt Michael Gregoritsch. Der Österreicher ist vom Hamburger SV gekommen, und er gehört längst zu jenen Spielern, die offensichtlich sehr gut verstehen, was der Trainer von ihnen will: Gregoritsch hat in dieser Saison schon sieben Treffer erzielt, sogar einen mehr der Isländer Alfred Finnbogason.

"Es macht Spaß, wenn man sich zu zweit im Sturm so gut versteht", sagt Gregoritsch, doch die beiden alleine sind nicht der Grund dafür, dass Augsburg mit Ausnahme des 0:3 neulich beim FC Bayern jedem Gegner auf Augenhöhe begegnet. Da sind auch die Neuzugänge Rani Khedira und Marcel Heller, da sind die wieder gesunden Jeffrey Gouweleeuw und Caiuby, da sind nicht zuletzt viele junge Spieler, die eine erstaunliche Entwicklung nehmen.

Bemerkenswerte Fortschritte gemacht hat vor allem Philipp Max (24), Sohn des einstigen Bundesliga-Torschützenkönigs Martin Max und bei Olympia 2016 im Kader der deutschen Silber-Mannschaft. Nur für den Fall, dass es noch niemandem aufgefallen ist, sagt sein Trainer: "Er ist einer der besten Außenverteidiger in der Liga. Das zeigt er Woche für Woche." Mit sieben Torvorlagen ist Max auf jeden Fall bester Vorbereiter der Liga. "Früher oder später", glaubt Manager Stefan Reuter, werde sich Bundestrainer Joachim Löw bei Max melden.

Wer weiß, wie detailversessen und gewissenhaft Baum Woche für Woche seine Mannschaft vorbereitet, muss sich nicht wundern, dass Torhüter Martin Hitz versichert: Es sei kein Zufall, dass Augsburg im Kampf um die Europapokalplätze mitmischt, "wir stehen zurecht so weit oben". In solchen Sphären bewegten sich die Schwaben zuletzt vor drei Jahren - damals beendeten sie die Saison 2015/2016 auf Rang fünf. Hinter München, Dortmund, Leverkusen und Gladbach.

Die Anhänger der Augsburg singen mittlerweile wieder die Lieder vom Europapokal, wenig überraschend wollen Baum und Reuter in diesen Chor allerdings nicht einstimmen. Der Trainer erinnert da lieber an "abschreckende Beispiele", also an Vereine, die bestraft wurden für ihre Träumereien. Nach dem Sieg in Mainz vergangene sagte Baum folgerichtig: "Deshalb geht für uns gleich am nächsten Tag die Arbeit weiter."

(sid)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Bundesliga 17/18: Der FC Augsburg mischt wieder oben mit


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.