1. Bundesliga 16/17
| 19.32 Uhr

"Eine katastrophale Leistung"
Augsburg nach Niederlage stinksauer auf Schiesrichter Weiner

Ingolstadt erhält Elfmeter-Geschenk gegen Augsburg
Ingolstadt erhält Elfmeter-Geschenk gegen Augsburg FOTO: dpa, awe lof
In der Vorwoche fühlte sich der FC Ingolstadt benachteiligt, diesmal der FC Augsburg. Der Foulelfmeter zum 2:1 (0:1) der Schanzer im bayerischen Derby erzürnte die Gemüter.

Manager Stefan Reuter war vollkommen fassungslos, Trainer Markus Weinzierl verlor beinahe die Beherrschung. Die Elfmeterentscheidung vor dem 2:1-Siegtor des FC Ingolstadt brachte beim FC Augsburg das Fass zu überlaufen. "Was ihn bewogen hat, sich so zu entscheiden, ist mir ein Rätsel, unglaublich. Das kann man so nicht hinnehmen", wetterte Reuter über Schiedsrichter Michael Weiner, und Weinzierl musste sich auf die Zunge beißen: "Das war insgesamt eine katastrophale Leistung. Mir fehlt dafür jedes Verständnis, mehr sage ich dazu besser nicht."

Als Weiner (Gießen) in der 85. Minute nach einem Zweikampf zwischen Ingolstadts Pascal Groß und Augsburgs Jan Moravek auf den Punkt zeigte, wähnten sich die Schwaben wie im falschen Film. Moritz Hartmann nutzte die Gelegenheit und machte den 2:1 (0:1)-Triumph im bayerischen Derby perfekt. "Besser kann man als Schiedsrichter gar nicht stehen. Diese klare Fehlentscheidung hat uns einen Punkt gekostet", schimpfte Reuter. Wie die Fernsehbilder erwiesen, hatte Moravek zuerst den Ball gespielt, was Weiner offenbar zunächst auch angedeutet hatte. "Mit einem Pfiff wurde unsere Serie kaputtgemacht", klagte Weinzierl.

FC Augsburg moniert arrogantes Auftreten

Sieben Spiele waren die Augsburger zuvor ungeschlagen gewesen, aber was sie noch mehr erzürnte, war Weiners angebliche Reaktion. Reuter sprach ebenso wie Moravek von einem "arroganten" Auftreten. Weiner habe Augsburgs Manager entgegnet, er sei seit 18 Jahren dabei, ihm brauche keiner etwas vormachen. "Das ist die Krönung. Es gibt in jedem Fall noch Gesprächsbedarf", sagte der Weltmeister von 1990 kopfschüttelnd. Weiners Sicht der Dinge war am Samstag zunächst nicht zu erhalten.

Ingolstadt - Augsburg FOTO: dpa, awe lof

Die Augsburger schlossen sogar eine Konzessionsentscheidung nicht gänzlich aus, weil die Ingolstädter vor einer Woche in Dortmund (0:2) massiv benachteiligt worden waren. "Müssen wir jetzt vielleicht auch eine Woche rumjammern?", fragte Torwart Marwin Hitz, während Reuter sagte, es dürfte nie im Leben der Fall sein, dass das Dortmund-Spiel im Hinterkopf gewesen sei. "Es wäre der Hammer, wenn es so ist", meinte er und schloss ein erneutes Plädoyer für den Videobeweis an.

Der Europa-League-Teilnehmer, auf den nun die Highlights gegen Bayern München und den FC Liverpool warten, suchte aber nicht allein die Schuld beim Referee. "Wir haben viel zu viele Standards hergeschenkt", kritisierte Hitz. Aus einer dieser Situation resultierte dann auch das 1:1 von Marvin Matip (59.), wodurch das Traumtor von Konstantinos Stafylidis (14.) zu schmückendem Beiwerk verkam.

Für den FCA bleibt die Lage in der Bundesliga mit 21 Zählern prekär, während der Aufsteiger mit jetzt 26 Punkten weiterhin verblüfft. "Kein Mensch hatte es auf der Rechnung, dass wir im Mittelfeld mitschwimmen", sagte Trainer Ralph Hasenhüttl. Dennoch werden die Schanzer keinesfalls von ihrer Linie abweichen, denn das Risiko, dass einmal eine anhaltend schlechte Phase kommt, ist einkalkuliert.

"Wir sind gut beraten, weiter nach dem Eichhörnchen-Prinzip zu agieren", sagte Kapitän Matip und Hasenhüttl ergänzte: "Wir müssen jetzt Punkte sammeln, am Ende wird's schwer, wenn du sie unbedingt brauchst."

(areh/sid)
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