1. Bundesliga 16/17
| 12.29 Uhr

Markus Weinzierl und Stefan Reuter
Augsburgs Strippenzieher haben "noch viel vor"

Porträt: Weinzierl – Ur-Bayer und Trainer des FC Schalke 04
Porträt: Weinzierl – Ur-Bayer und Trainer des FC Schalke 04 FOTO: afp, agz
Augsburg. Markus Weinzierl und Stefan Reuter winkten lächelnd ins Publikum, und die feiernden Fans wollten die Strippenzieher der Augsburger Puppenkiste gar nicht mehr gehen lassen.

Dass der FC Augsburg beim 0:0 gegen ein angeschlagenes Schalke 04 den K.o.-Schlag und damit einen großen Schritt in Richtung Europa League verpasst hatte, störte am Ostersonntag niemanden - im Gegenteil. Das Unentschieden wurde ebenso euphorisch bejubelt wie die Vertragsverlängerungen mit Trainer Weinzierl und Manager Reuter.

Als der Klub die erwartete Ausdehnung der Zusammenarbeit mit dem Coach (bis 2019) und seinem Chef (bis 2020) unmittelbar vor dem Spiel bekannt gab, schwappte eine Welle der Begeisterung durch die mit 30.660 Zuschauern ausverkaufte SGL-Arena. Zumal Klubpräsident Klaus Hofmann betonte, dass das begehrte "Traumduo" keine Ausstiegsklauseln besitze.

Weinzierl und Reuter ist es mit unaufgeregter Arbeit in ihrer gemeinsamen Zeit seit Ende 2012 gelungen, aus einem Abstiegskandidaten einen Anwärter auf den Europapokal zu formen. Der Tabellensechste hat sieben Spiele vor Saisonende nur einen Punkt Rückstand auf den deutlich besser alimentierten Fünften Schalke; 1899 Hoffenheim auf Rang sieben liegt zwei Zähler zurück. "Wir suchen kein Haar in der Suppe", sagte Weinzierl (40) deshalb nach dem Spiel, in dem ein Sieg möglich war, aber "der letzte Pass und die letzte Souveränität fehlte", wie er feststellte.

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Ärgern wollte sich darüber kein Schwabe. Schließlich, das galt als Weinzierls Fazit zum Spiel ebenso wie als Motto des Klubs für die Zukunft, "wollen wir uns ja noch steigern". Grundsätzlich geht es darum, den FCA unter den besten 21 Klubs in Deutschland zu etablieren, wie Reuter (48) in Abwandlung des Lebensziels des jahrelangen Klubbosses Walther Seinsch erklärte. Der hatte Augsburg dauerhaft in die Top 25 bringen wollen. Doch über diesen Status wähnt man sich hinaus.

"Es wird in Augsburg immer Rückschläge geben, aber wir haben uns auf einen Weg verständigt, der uns dazu befähigen kann, dass es in der Trendlinie nach oben geht", sagte Seinsch' Nachfolger Hofmann. Das habe Weinzierl und Reuter, die laut Hofmann "nicht nur ein Angebot" von anderen Vereinen hatten, neben dem Anheben der jeweiligen Bezüge überzeugt.

Gedanken an eine neue Herausforderung seien "relativ schnell weg" gewesen, sagte Weinzierl: "Wir haben beide eine hohe Jobzufriedenheit und mit dem Verein noch viel vor. Wir wollen weiter überraschen." Dafür brauche der Klub aber "mehr finanziellen Spielraum".

Hofmann stellte diesen in Aussicht, die erstmalige Qualifikation für die Europa League soll helfen. "Das Ziel Klassenerhalt ist abgearbeitet", sagte Weinzierl, "jetzt wollen wir Platz sechs bestätigen, und da haben wir Spaß dran."

Die Mannschaft strahlte das mit dem zurückgekehrten Kapitän Paul Verhaegh als Stabilisator aus. Offensivspieler Tobias Werner sah einen "absoluten Fortschritt gegenüber den letzten Spielen". Dort hatte die Trendlinie nach unten gezeigt: Augsburg gewann nur eine der jüngsten acht Begegnungen und ist seit 297 Minuten ohne Tor. "So weit sind wir noch nicht", betonte Weinzierl, "wir haben noch ein paar Schritte zu gehen." Und zwar gemeinsam.

(sid)
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