1. Bundesliga 17/18
| 17.40 Uhr

DFB bestraft Augsburger Kapitän
Obszöne Geste kostet Baier 20.000 Euro und ein Spiel Sperre

Baier provoziert Hasenhüttl mit obszöner Geste
Baier provoziert Hasenhüttl mit obszöner Geste FOTO: Screenshot Sportschau
Frankfurt/Main. Eine obszöne Geste von Daniel Baier überschattete den Augsburger Erfolg gegen RB Leipzig. Baier zeigt Reue - "Opfer" Ralph Hasenhüttl bleibt unversöhnlich und der DFB beließ es bei einer milden Strafe.

Nach einer schlaflosen Nacht hatte auch Daniel Baier endlich eingesehen, dass seine obszöne Geste gegen Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl ein großer Fehler war. Er sei zu der Erkenntnis gekommen, "dass ich meiner Vorbildfunktion als Kapitän des FCA nicht gerecht geworden bin", schrieb der 33-Jährige gut 13 Stunden nach dem 1:0 (1:0) gegen RB Leipzig bei Instagram über seine "sinnlose Geste".

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sperrte Baier am Montagnachmittag "wegen eines krass sportwidrigen Verhaltens in der Form eines unsportlichen Verhaltens" für ein Punktspiel und verhängte gegen den Profi zudem eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro.

Baier selbst hatte zuvor erklärt, er habe sich "aus der Emotion heraus zu einer Geste hinreißen lassen, von der ich selbst nicht weiß, wie ich dazu komme". Dafür leistete Baier am Mittwochmorgen bereits bei seinen Kollegen Abbitte. Zudem entschuldige er sich "bei all denjenigen, die dies als Beleidigung aufgefasst haben".

Wie Hasenhüttl, der unversöhnlich blieb. "Ich habe schon emotionalere Spiele gesehen, Spiele, bei denen es um mehr ging - aber so eine Aktion habe ich noch nie gesehen", sagte der Coach am Mittwoch: "Ich muss mir nicht alles gefallen lassen!" Deshalb habe er Baiers Versuche, sich auf dem Platz und später in der Kabine zu entschuldigen, zurückgewiesen. "Das Thema ist für mich erledigt."

Baier war sich zunächst keiner Schuld bewusst. "Wofür soll ich mich entschuldigen? Emotionen gehören dazu", sagte er, nachdem der DFB-Kontrollausschuss bereits seine Ermittlungen aufgenommen hatte.

Hasenhüttl war unmittelbar nach Spielschluss wutentbrannt auf Baier zugerannt und nur mit Mühe davon abzuhalten gewesen, dem FCA-Profi an den Kragen zu gehen. Baier hatte ihn in der 74. Minute provoziert und beleidigt. "Er hätte Rot sehen müssen. Schade, dass das der vierte Offizielle nicht gesehen hat", sagte Hasenhüttl.

Baiers Aktion überschattete den dritten Sieg des FCA, der nach dem besten Saisonstart seiner kurzen Bundesliga-Geschichte vorübergehend sogar auf Rang drei stand. Klubpräsident Klaus Hofmann bezeichnete RB Leipzig in der ersten Erregung gar als "ganz schlechte Verlierer. Ihr Auftritt ist an Arroganz nicht zu überbieten", sagte er der Bild und legte nach: "Hat sich Hasenhüttl für sein Auftreten entschuldigt?" Nein, musste er auch nicht.

Vielleicht war Hasenhüttl auch so sauer, weil er sich gegen das Überraschungsteam aus Augsburg verzockt hatte. Angesichts der Dreifachbelastung durch die Champions League veränderte er sein Team gleich auf neun (!) Positionen. "Ich tue es nicht, weil mir langweilig ist, oder weil ich Spaß daran habe. Es war alternativlos", sagte er.

Gegen konsequent verteidigende Augsburger, die mit fünf Mann auf einer Linie spielten, reichte es so nicht. Zumal die Führung durch Michael Gregoritsch (4.) der Heimmannschaft in die Karten spielte.

"Die haben Beton angerührt. Wir konnten uns keine Chancen erspielen", sagte Diego Demme. Man merke schon, "dass ein Ausnahmespieler wie Naby (Keita) fehlt. Wir müssen jetzt eine Reaktion zeigen", betonte Willy Orban mit finsterer Miene.

Die Stimmungslage in Augsburg war trotz des Baier-Aussetzers konträr. Er werde einen "Screenshot der Tabelle machen", meinte Trainer Manuel Baum mit einem Lächeln.

Doch vor dem Schwaben-Derby am Samstag beim VfB Stuttgart wollte er die Euphorie nicht zu groß werden lassen: "Wir müssen demütig und ruhig bleiben." Manager Stefan Reuter sprach von einer "ganz gefährlichen Situation. Wir dürfen nicht locker lassen".

(sid)
 
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