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Ingolstadt beruft Henke zum Interimscoach

Porträt: Michael Henke – der ewige Co-Trainer
Porträt: Michael Henke – der ewige Co-Trainer FOTO: dpa, mb fpt nic
Ingolstadt. Die Trainersuche beim FC Ingolstadt gestaltet sich schwierig. Während Michael Henke am Dienstag als Zwischenlösung präsentiert wurde, hielt die Suche nach einem Nachfolger von Markus Kauczinski an.

Hinter den Kulissen liefen beim FC Ingolstadt auch am Dienstag die Drähte heiß. Sportdirektor Thomas Linke und Sportgeschäftsführer Harald Gärtner suchten weiterhin unter Hochdruck nach dem Mann, der auf Markus Kauczinski folgt und die Trendwende beim Fußball-Bundesligisten einleiten soll. "Wir arbeiten intensiv daran, den für uns geeigneten Coach zu finden", ließ Gärtner am Vormittag mitteilen, nachdem zumindest der Übergang geklärt war.

Michael Henke stand am Nachmittag als Zwischenlösung auf dem Trainingsplatz am Audi-Sportpark. Es könnte ein einmaliger Auftritt sein. Schon am Mittwoch wird der 59-Jährige vielleicht vom neuen Cheftrainer abgelöst, vielleicht aber auch erst Donnerstag beim Testspiel gegen Zweitligist 1860 München oder am Freitag. Alles offen. Klar ist nur, dass der Kauczinski-Nachfolger schnellstmöglich anfangen soll, denn die Zeit drängt.

Henke hat keine Ambitionen auf die Chefrolle: "Die Frage nach dem Cheftrainer-Posten ist nie aufgetaucht", sagte er nach dem ersten Training am Dienstag. Der langjährige Assistent von Ottmar Hitzfeld bei Borussia Dortmund und Bayern München war seit Sommer repräsentativ für den FCI unterwegs, als Markenbotschafter soll er internationale Beziehungen pflegen und weiter aufbauen. Davor hatte er seinen Posten als Co-Trainer der Schanzer aufgegeben, nachdem Erfolgscoach Ralph Hasenhüttl zum potenten Aufsteiger RB Leipzig gewechselt war. Für Gärtner ist Henke eine "optimale Übergangslösung. Er kennt die Mannschaft und die Gegebenheiten".

Neu in der Gerüchteküche war am Dienstag der Name Markus Babbel, der aktuell den FC Luzern in der Schweiz trainiert. Babbel hat dem Vernehmen nach eine Ausstiegsklausel in seinem bis 2018 laufenden Vertrag. Der Ex-Nationalspieler würde dem Anforderungsprofil der Ingolstädter auf den ersten Blick genauso entsprechen wie Michael Frontzeck. Ingolstadt sucht einen Bundesligakenner, "der weiß, worauf er sich einlässt", wie Gärtner im BR bei Blickpunkt Sport sagte. Es wird, davon darf man ausgehen, keine exotische Lösung herauskommen.

Gehandelt wurden bislang außerdem noch Jos Luhukay, Mirko Slomka, André Breitenreiter sowie der Schweizer Murat Yakin. Dazu brachte die englische Tageszeitung Daily Mail David Wagner ins Spiel. Der 45-Jährige arbeitet derzeit erfolgreich beim Zweitligisten Huddersfield Town und kämpft um den Aufstieg in die Premier League. Allerdings hat der langjährige Weggefährte von Jürgen Klopp bisherige Offerten angeblich aus Verbundenheit zu Huddersfield abgelehnt. Der englische Klub ermöglichte Wagner im November 2015 den Einstieg ins Profigeschäft.

Gärtner erhofft sich in jedem Falle, dass der neue Cheftrainer "von außen neue Impulse reinbringt, Feuer und Power hat". Das ist nach nur zwei Punkte aus zehn Spielen auch dringend nötig. Schon das Debüt des neuen Coaches am 19. November bei Darmstadt 98 wird ein Schlüsselspiel für den Tabellenvorletzten.

Zumindest Gärtner ist vom Klassenerhalt nach wie vor überzeugt. "Der neue Trainer braucht den Glauben, um mit uns diesen steinigen Weg zu gehen. Wir haben noch eine Riesenchance, das zu schaffen", sagte er. Mit dieser Startbilanz ist das allerdings noch keinem Verein gelungen.

(seeg/sid)
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