1. Bundesliga 17/18
| 15.52 Uhr

Neuer Trainer genießt Sympathien
Breitenreiter erzeugt wieder Aufbruchstimmung auf Schalke

Fotos: Breitenreiter leitet sein erstes Schalke-Training
Fotos: Breitenreiter leitet sein erstes Schalke-Training FOTO: ap
Velden am Wörthersee. Noch keinen Punkt, aber innerhalb kürzester Zeit schon die Sympathien gewonnen: Der neue Trainer Andre Breitenreiter hat es bereits in seiner ersten Arbeitswoche geschafft, beim vergangene Saison böse abgestürzten Bundesligisten Schalke 04 eine Aufbruchstimmung zu erzeugen.

"Der Trainer tut uns gut, er spricht unsere Sprache. Seine Einheiten sind hart, aber optimal gesteuert. Er strahlt eine positive Energie aus, seine Art kommt einfach gut an. Und er ist Fußballer durch und durch. Das spürt man in jeder Sekunde", schwärmt Torwart Ralf Fährmann im Trainingslager der Königsblauen in Velden am Wörthersee über den Nachfolger von Roberto Di Matteo.

Und auch bei den Fans des Europa-League-Teilnehmers hat der bodenständige Breitenreiter innerhalb weniger Tage schon reichlich Pluspunkte gesammelt, wie auch die Reaktionen der mitgereisten Schalke-Anhänger in Kärnten zeigen, die den ehemaligen Paderborner Coach stets mit Applaus auf dem Trainingslatz empfangen.

Der 41-Jährige präsentiert sich im Gegensatz zu seinem eher unnahbaren Vorgänger als ein Mann des Volkes. "Die Fans sorgen hier für positive Stimmung", sagt Breitenreiter artig und lobt die Schalke Fans generell als "bodenständig und ehrlich". Dies treffe auch auf ihn selbst zu: "Für mich ist die Authentizität sehr wichtig, Fans uns Spieler spüren, wenn man nur etwas vorspielt."

Die Anhängerschaft müsse man wieder für Schalke begeistern. "Wir haben einen engen Draht zu den Fans, wir sitzen alle in einem Boot", sagt Breitenreiter, der seine Trainingseinheiten so oft wie möglich öffentlich durchführen möchte und damit auch seine Wertschätzung für das zahlende und zuletzt zumeist nur noch leidende Publikum zum Ausdruck bringen möchte. Dass er am Ende aber auch nur am Erfolg gemessen wird, ist Breitenreiter bewusst, dennoch behauptet er: "Ich verspüre keinen Druck, sondern habe einfach Spaß an der Aufgabe."

"Attraktiver Fußball mit Herz und Leidenschaft"

Dass in seinem Vertrag bis 2017 eine Meisterprämie von angeblich bis zu 1,5 Millionen Euro verankert sein soll, ist wohl eher der gängigen Praxis der Verhandlungsführer geschuldet. Breitenreiter selbst schätzt die Situation nach der verkorksten Rückrunde der vergangenen Saison realistisch ein. Von der Champions League sei man "erst mal noch weit entfernt", so der frühere Stürmer, der zunächst einmal die Fans mit "attraktivem Fußball mit Herz und Leidenschaft" zurückgewinnen will.

"Ich war Stürmer, ich will Tore sehen", kündigte er einen offensiven Stil an und grenzte sich damit schon einmal deutlich von Catenaccio-Liebhaber Di Matteo ab. Das kommt auch bei der Mannschaft an, wie Fährmann verdeutlicht: "Wir müssen anderen Fußball spielen als zuletzt. Mit unseren Auftritten wollen wir unsere Fans euphorisieren, sie mitnehmen und gemeinsam Erfolg haben."

An diesen Worten müssen sich Breitenreiter und seiner Spieler dann aber auch messen lassen - und das schon in einem Monat. Denn am 5. August steht bei Zweitliga-Aufsteiger und Lokalrivale MSV Duisburg im DFB-Pokal für Schalke das erste Pflichtspiel der Saison auf dem Programm.

(sid)
 
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