1. Bundesliga 16/17
| 10.00 Uhr

3:0 in Bremen
Schalke findet zurück zum Spektakel-Fußball

Bremen - Schalke
Bremen - Schalke FOTO: afp, JMD/DG
Bremen. Nach dem 3:0-Sieg gegen Bremen feiern die Knappen sich selbst. Einzig die Verletzung von Nastasic trübt die Freude. Von Gianni Costa

Auf Schalke ist man vorsichtig geworden. Selbst hier, wo die große Oper Fußball aufgeführt wird. Doch nach dieser Partie waren die Königsblauen betont zufrieden mit sich. "Tore werden nur selten in der eigenen Hälfte geschossen. Wir übernehmen jetzt viel mehr die Initiative nach vorne, das kommt mir als Stürmer natürlich entgegen", urteilte beispielsweise Klaas-Jan Huntelaar. Der niederländische Angreifer schaffte mit dieser Aussage einem formidablen verbalen Doppeltreffer: Er gab seinem ehemaligen Trainer Roberto Di Matteo für dessen unansehnliche Defensivtaktik einen Seitenhieb - und lobte das deutlich attraktivere Offensivspiel von André Breitenreiter. Der SV Werder Bremen konnte sich vom neuen Spielstil der Gelsenkirchener überzeugen und unterlag 0:3. Huntelaar glänzte nicht nur mit Worten. Zwar versiebte er auch ein paar hochkarätige Chancen, aber ihm glückte auf starker Vorlage des eingewechselten Leroy Sané auch ein Treffer. "Wir waren eigentlich immer nach vorne gefährlich. Und wir haben unsere Chancen fast gnadenlos genutzt", diagnostizierte Breitenreiter zufrieden. Diese Aussage hat man im Revier schon eine ganze Weile vermisst, weil zuletzt immer Trainer am Werk waren, die vor allem auf Absicherung gesetzt haben. Der Ex-Paderborner Breitenreiter dagegen lässt mit offenem Visier spielen.

Er hat für die Ausrichtung auf Spektakel-Fußball jedenfalls das nötige Personal. Nachwuchstalent Sané steht zudem für den in der Breite hochwertigen Kader der Knappen. "Das ist schon fein, wenn man so einen Jungen in der Phase reinbringen kann", urteilte Werders Trainer Victor Skripnik. "Er war frisch, hat unglaubliche Fähigkeiten, da kann man nur hinterhergucken."

Einen gehörigen Dämpfer erhielt der Schalker Frohsinn allerdings ein paar Stunden nach der Begegnung an der Weser. Innenverteidiger Matija Nastasic wird dem Europa-League-Teilnehmer monatelang fehlen. Der 22 Jahre alte Serbe riss sich die linke Achillessehne und wurde noch in der Nacht in Münster operiert. Nastasic, der in der vergangenen Winterpause von Manchester City nach Gelsenkirchen gekommen war, musste gegen Werder nach einem Zweikampf mit Levin Öztunali ausgewechselt werden.

Fotos: Werder verabschiedt Di Santo im Kabinengang FOTO: ap

In größere Nöte dürfte der bedauerliche Ausfall des 22-Jährigen Schalke allerdings nicht bringen. Es sind ausreichend Alternativen vorhanden, die seine Rolle auch übernehmen können. Abwehrchef Benedikt Höwedes (27) laboriert noch immer an den Folgen eines Innenbandteilrisses. Der Weltmeister wird wohl erst Mitte der Hinrunde zurückkehren. Bis dahin stehen der gesetzte Joel Matip (24), Kaan Ayhan (20) und Marvin Friedrich (19) - zur Verfügung. Sead Kolasinac (22) könnte bei Bedarf sicher auch Aushilfsweise nach innen ziehen.

Bei Schalke wächst etwas heran. Das gilt auch für Zugang Franco Di Santo, der an alter Wirkungsstätte in Bremen indes noch ein paar Akklimatisierungsprobleme offenbarte. Das mag auch daran gelegen haben, dass er bei jedem Ballkontakt von den Werder-Fans gnadenlos ausgepfiffen wurde. "Eine solche Stimmung habe ich noch nie erlebt, es war schon sehr seltsam. Aber ich hatte diese Pfiffe natürlich erwartet", sagte Di Santo. Am kommenden Samstag dürfte er freundlicher begleitet werden. Dann trifft Schalke im Heimspiel auf Aufsteiger Darmstadt 98. Da wird sich auch zeigen, ob das Spiel schon so gefestigt ist wie die gute Laune.

Quelle: RP
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