1. Bundesliga 16/17
| 16.12 Uhr

Poker um Schalkes Weltmeister
Juve gibt Draxler trotz Machtwort von Heldt nicht auf

Fotos: Julian Draxler – Jung-Star, Schalker, Weltmeister
Fotos: Julian Draxler – Jung-Star, Schalker, Weltmeister FOTO: dpa, pst nic
Gelsenkirchen. Im Werben um Julian Draxler will Juventus Turin trotz des Machtwortes von Schalke-Manager Horst Heldt nicht aufgeben. "Wir haben es nicht eilig, der Transfermarkt ist noch einen Monat geöffnet", wird Juves Sportdirektor Giuseppe Marotta in der "Gazzetta dello Sport" zitiert. Schalkes neuer Trainer Andre Breitenreiter geht jedoch vom Verbleib des Weltmeisters aus.

"Julian hat enorme Qualität und ist ein Spieler, der für uns den Unterschied ausmachen kann", erklärte der Coach des FC Schalke 04 nach dem 0:0 gegen den FC Porto in Gütersloh erleichtert. "Julian hatte in den vergangenen Jahren viel Verletzungspech. Wir wollen ihm die Chance geben, eine Saison verletzungsfrei zu spielen. Dann werden wir viel Freude an ihm haben."

Nach dem gelungenen, wenn auch torlosen Test gegen den portugiesischen Spitzenklub hatte Manager Heldt erklärt, dass er Juventus eine endgültige Absage erteilt habe. Das Angebot des italienischen Meisters entsprach nicht im Mindesten Heldts Vorstellungen. Laut "Bild" hatte Juve rund 22 Millionen Euro Ablöse geboten. Andere Quellen aus Italien berichten von nur 15 Millionen Euro plus Bonuszahlungen.

"Thema erledigt und abgehakt"

In jedem Fall war es eine Offerte für den bis 2018 vertraglich gebundenen Draxler, die Heldt zurückweisen musste. "Ich habe mir das angeschaut und dann entschieden, dass wir das Angebot ablehnen", erläuterte der Manager und bereitete dem angeblich heißen Flirt von Draxler und Juve ein jähes Ende. "Für uns ist das Thema erledigt und abgehakt. Es gibt auch keine Gespräche und Verhandlungen mehr."

Breitenreiter kann nun weiter auf das 21 Jahre alte Eigengewächs bauen, das schon die Erfahrung von 116 Bundesligaspielen hat, zuletzt sein großes Potenzial aber zu selten abrief. Und in Zugang Franco Di Santo, der zwei Tage nach seiner Verpflichtung gegen Porto bereits sein Debüt im königsblauen Dress feierte, hat der Trainer eine weitere Offensiv-Option von Format dazubekommen.

Der argentinische Nationalspieler zeigte nach nur zwei Übungseinheiten mit den neuen Kollegen keinerlei Anpassungsprobleme und war nach seiner 61-Minuten-Premiere froh gestimmt. "Ich habe in meinem ersten Spiel versucht, mein Bestes zu geben und bin sehr glücklich, nun ein Teil dieses Teams zu sein", sagte Di Santo. Er freue sich, die Chance zu haben, nun "international zu spielen", und wolle sich nicht nur in der Liga, sondern auch in der Europa League beweisen. "Das war der Grund für meinen Wechsel. Mein Ziel ist es, mit Schalke um die vorderen Plätze mitzuspielen. Ich will, wenn möglich, jedes Spiel gewinnen", sagte Di Santo.

Breitenreiter lobt Di Santo

Breitenreiter lobte neben Rechtsverteidiger Sascha Riether, der ebenfalls debütierte, auch seinen neuen Stürmer. "Ich finde, dass Franco sich schon sehr gut in das Spiel unserer Mannschaft integriert hat. Er hat gezeigt, warum wir ihn verpflichtet haben. Er kann eine sehr gute Option in der Offensive sein", befand der Chefcoach. Mit Di Santo, Toptorjäger Klaas-Jan Huntelaar, Eric Maxim Choupo-Moting sowie den Sturmtalenten Leroy Sane und Felix Platte hat Breitenreiter viele gute Alternativen, die mehrere Systeme zulassen.

Für Heldt gibt es bei der Kaderplanung immer weniger zu tun. Ob das Interesse an Xherdan Shaqiri von Inter Mailand nun erlahmt ist, ist unklar. Abgegeben werden sollen noch der suspendierte Kevin-Prince Boateng und Felipe Santana. Doch hier zeichnen sich womöglich Lösungen ab.

(dpa)
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