1. Bundesliga 16/17
| 13.00 Uhr

Nationalspieler verlässt Schalke
Sané ist bereits zum Medizincheck in Manchester

Portrait: Leroy Sane – das Schalke-Juwel
Portrait: Leroy Sane – das Schalke-Juwel FOTO: ap, EM
Mittersill. Der Wechsel von Leroy Sané vom FC Schalke 04 zu Manchester City steht kurz bevor. Der 20 Jahre alte Nationalspieler ist am Montag nicht mit dem Bundesligisten ins Trainingslager nach Mittersill in Österreich gereist, sondern befindet sich bereits zum Medizincheck beim Premier-League-Klub in England.

Das bestätigte Schalkes Pressesprecher Thomas Spiegel der Deutschen Presse-Agentur. Vorbehaltlich der erfolgreichen medizinischen Untersuchung beim Klub von Trainer Pep Guardiola soll der Schalker Angreifer in Manchester einen Fünfjahresvertrag unterschreiben. Als Ablösesumme sind rund 50 Millionen Euro im Gespräch. Damit wäre der Jung-Nationalspieler der teuerste deutsche Profi der Bundesliga-Historie. Sané hatte auf Schalke noch einen Vertrag bis 2019.

Bereits am Sonntag war er nach Manchester geflogen. Ein Everton-Fan postete ein Foto mit Sané vom Düsseldorfer Flughafen und hegte scherzhaft noch Hoffnungen, dass sich der 20-Jährige nicht City, sondern Everton anschließen wird:

 

BREAKING: Leroy Sané turns down City move and is on his way to Everton. 😉📝

Ein von AndrewGriffiths (@andygriffiths4) gepostetes Foto am

"Wenn Leroy mit uns ins Flugzeug nach Österreich steigt, bliebt er Spieler des Vereins" hatte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel noch am Sonntag erklärt. Doch dem Vernehmen nach flog Sané bereits wenige Stunden später nach England, um dort ein neues Kapitel seiner rasanten Karriere aufzuschlagen.

Vorbehaltlich der erfolgreichen medizinischen Untersuchung beim Klub von Trainer Pep Guardiola sollte der Angreifer in Manchester einen Fünfjahresvertrag unterschreiben. Mit einer Bestätigung des Wechsels wurde noch im Laufe das Tages gerechnet. Als Ablösesumme waren rund 50 Millionen Euro im Gespräch. Damit wäre der Jungnationalspieler der teuerste deutsche Profi der Bundesliga-Historie. Den Rekord hielt bisher der ehemalige Schalker Mesut Özil, der einst für rund 44 Millionen Euro von Real Madrid zum FC Arsenal wechselte.

Sané, der bislang 47 Bundesliga-Spiele (11 Tore) bestritt, besaß bei den Königsblauen noch einen Vertrag bis 2019. Im kommenden Jahr hätte er den Revierklub dank einer Ausstiegsklausel für die festgeschriebene Ablöse von 37 Millionen Euro verlassen können. Heidel hatte seit Wochen an dem Megadeal gebastelt, nachdem der Sohn des einstigen Bundesliga-Profis Souleman Sané seinen Wechselwunsch klar geäußert hatte.

Auch Joachim Löw, der Sané nur einen Kurzeinsatz von elf Minuten im EM-Halbfinale gegen Frankreich gegönnt hatte, schreibt dem Offensivakteur besondere Fähigkeiten zu. "Er ist ein Spieler mit einer besonderen Gabe und Raffinesse", urteilte der Bundestrainer.

Für Schalke ist Sanés Abgang sportlich ein herber Verlust, finanziell ein großer Gewinn. Immerhin hat Heidel einen dicken Batzen Geld, um das Team von Trainer Markus Weinzierl weiter zu verstärken. Gesucht wird noch ein weiterer Sechser, möglicherweise auch ein Sané-Erssatz für die Offensive.

Die Defensive dürfte mit den Verpflichtungen von Rechtsverteidiger Coke für rund vier Millionen Euro Ablöse vom Europa-League-Sieger FC Sevilla und der einjährigen Ausleihe von Linksverteidiger Abdul Rahman Baba vom FC Chelsea komplett sein. Während Coke am Montag zunächst noch in Spanien weilte und am Abend nach Mittersill nachkommen sollte, saß der ehemalige Augsburger Baba bereits mit im Schalker Flieger, obwohl noch letzte vertragliche Details zu klären waren. Die Leihgebühr für den 22-Jährigen soll rund 500.000 Euro betragen - etwa ein Prozent der zu erwartenden Sané-Einnahmen.

(dpa)
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