1. Bundesliga 16/17
| 10.09 Uhr

Nationalspieler wechselt zu Guardiola
Sané ist reif für die Insel

Gelsenkirchen/Manchester. Heute soll der Wechsel des 20-Jährigen vom FC Schalke 04 zu Manchester City verkündet werden. Von Gianni Costa

Am vergangenen Freitag hatte Leroy Sané zu einer kleinen Feier geladen. Ein angemessener Rahmen, um sich von seinen Mitspielern zu verabschieden. Der Abgang des 20-Jährigen beim FC Schalke 04 steht schon seit Wochen fest. Nun müssen offenbar nur noch Details des Transfers zu Manchester City geklärt werden. Beide Verhandlungsseiten haben sich dazu noch ein wenig mehr Zeit genehmigt.

Eigentlich sollte der Deal schon am Sonntag verkündet werden. Um die Spannung noch ein wenig aufrechtzuhalten, betonte Sportvorstand Christian Heidel im Gespräch mit dem "Kicker": "Entweder man einigt sich, oder man einigt sich nicht. Wenn Leroy mit uns in das Flugzeug nach Österreich steigt, bleibt er Spieler dieses Vereins." Sané wird heute aller Voraussicht nach in eine Maschine nach Manchester steigen, um dort den obligatorischen Medizincheck zu absolvieren.

Die Rahmenbedingungen stehen schon seit einer geraumen Zeit. Schließlich könnte Sané im kommenden Sommer für eine festgeschriebene Ablöse von 35 Millionen Euro den Verein verlassen. Wenn Schalke ihn also nicht ziehen ließe, würde dies einen Verlust von mindestens 15 Millionen Euro bedeuten. Heidel soll sich mit den Citizens um Trainer Pep Guardiola weitestgehend handelseinig sein bei einer Summe von rund 40 Millionen Euro – die kann durch festgeschriebene Zusatzzahlungen in den kommenden Jahren weit über 50 Millionen Euro steigen. Ein unfassbar gutes Geschäft – vor allem für die Gelsenkirchener.

Sané hat gerade einmal 47 Bundesligaspiele absolviert. Im Team von Bundestrainer Joachim Löw sollte er bei der Europameisterschaft so etwas wie der Edeljoker werden. Es hat immerhin zu einem Kurzeinsatz gereicht. Das alles hat ausgereicht, um die Top-Klubs Europas regelrecht wuschig zu machen. Es geht darum, wo man Sané in zwei, drei Jahren sieht – und nicht nur Pep Guardiola, der Trainer von Manchester City, ist der Ansicht, der Offensivspieler könnte dann zum Weltklassespieler geworden sein. Solche Annahmen gibt es besonders bei den finanzstarken Klubs in der englischen Premier League jedes Jahr aufs Neue. Es gilt schließlich, dem mittlerweile globalen Publikum stetig neue Stars zu präsentieren. Naturgemäß schaffen es nur die allerwenigsten in eine Gewichtsklasse mit Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Zlatan Ibrahimovic.

Löw ist von den Fähigkeiten von Sané begeistert. "Leroy hat eine besondere Gabe, eine besondere Raffinesse", versuchte der Bundestrainer die Arbeitsweise der Offensivkraft zu beschreiben. In einem immer mehr von einer taktischen Grundordnung bestimmten Spiel traut sich der Sohn des früheren Wattenscheider Profis Souleymane Sané das Besondere zu. Er geht in Eins-gegen-Eins-Situationen, hat einen blitzschnellen Antritt und kann so gegnerische Defensivverbunde prima aushebeln. Man muss sich seine Art aber auch leisten können, denn in der Rückwärtsbewegung lässt er sich nicht allzu intensiv einbinden. Auf Schalke wurde das oft mit gefährlichen Kontern bestraft.

In der Premier League hat Sané eine optimale neue Spielwiese – an dem Wechsel hat selbst Heidel ernsthaft keine großen Zweifel.

Quelle: RP
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