1. Bundesliga 16/17
| 15.28 Uhr

FC Schalke 04
Weinzierls erste Niederlage bei der Haussuche

Schalke stellt Trainer Weinzierl vor
Schalke stellt Trainer Weinzierl vor FOTO: dpa, k
Markus Weinzierl ließ sich bei seiner Vorstellung als neuer Schalke-Trainer nicht aus der Reserve locken. Anstatt hohe Ziele zu formulieren, will er lieber hart arbeiten und sich an Taten messen lassen.

Seine erste Schlappe auf Schalke kassierte Weinzierl ziemlich schnell. "Wir suchen ein Haus in der Nähe. Ich habe bereits eine Absage bekommen. Der Besitzer will lieber einen langfristigen Mieter", sagte der neue Cheftrainer von Schalke 04 bei seiner Vorstellung am Dienstag und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Ansonsten ließ der 41-Jährige bei seinem ersten Kontakt mit der Skandalnudel aus dem Ruhrpott Vorsicht walten. Der 15. Trainer der Königsblauen in den vergangenen zehn Jahren, ausgestattet mit einem Vertrag bis 2019, vermied es nach Kräften, die ohnehin hohe Erwartungshaltung der Fans noch zusätzlich zu befeuern. Braungebrannt und sichtlich erholt von den Strapazen des Abstiegskampfes, der ihn vor ein paar Wochen beim FC Augsburg noch in Atem gehalten hatten, blieb Weinzierl zurückhaltend, demütig - und abstrakt.

"Jeder will den maximalen Erfolg, wir müssen aber erst mal bodenständig sein, arbeiten und dann die Ziele entwickeln", sagte er. Weinzierl strahlte die Malocher-Attitüde aus, die sie auf Schalke so lieben: "Mit mir hat hier noch niemand über Titel gesprochen. Wenn wir alles gut analysieren und konzentriert arbeiten, bekommen wir das, was uns zusteht."

An seiner Seite saß der neue Manager Christian Heidel, der ihn unumwunden als Wunschtrainer bezeichnete ("Markus war vom ersten Tag mein Anspruch, mein Ziel"). Das Wort "Neuanfang", so sagte Heidel, wolle er gar nicht überstrapazieren. Klar ist aber: Das Duo bekommt alle Freiheiten und wird schnell liefern müssen.

Er freue sich auf die "große Herausforderung, auf die Mannschaft und die Arbeit in den nächsten Jahren", sagte Weinzierl, der sich bei aller Zurückhaltung auch optimistisch gab: "Es ist ein sehr guter Zeitpunkt, hier anzufangen. Der Kader ist gut, wir wollen ihn punktuell verstärken. Wir haben eine gute Basis, um erfolgreich zu sein."

Er kündigte eine Verpflichtung auf der Sechserposition an. Und natürlich würde er sich freuen, wenn es dem Klub gelänge, Jung-Nationalspieler Leroy Sané zu halten. Heidels bislang einzige Verpflichtung ist Abwehrchef Naldo vom VfL Wolfsburg.

Der traditionellen Unruhe auf Schalke sieht Weinzierl, der dem Klub vor einem Jahr noch eine Absage erteilt hatte, weil er mit Augsburg gerade die Europa League erreichte, gelassen entgegen. "Das Interesse sehe ich positiv. Es ist ein großer Klub, viele Leute haben eine Meinung. Ich werde meine immer gerade heraus sagen."

Schon die kommenden Tage könnten turbulent werden. Am Sonntag auf der Mitgliederversammlung in der Arena muss sich der mächtige Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies nach einem grenzwertig schmutzigen Wahlkampf zur (nicht zwingend sicheren) Wiederwahl stellen.

Heidel und Weinzierl, so viele wurde aus ihren vorsichtigen Formulierungen klar, würden es begrüßen, wenn der milliardenschwere Fleischfabrikant weitermachen dürfte. Am Montag wird erstmals trainiert, kurz danach steht die Marketingreise nach China (2. bis 9. Juli) an.

Dass das Duo auch womöglich ziemlich heiße Eisen auf Schalke anpacken will, verdeutlichte Heidel. Er habe seit seiner Ankunft schon viele Dinge gefunden, "die man anders, vielleicht besser machen kann". Man habe "einiges zu tun, was die Arbeitsbedingungen angeht". Da seien einige Klubs "weiter als Schalke". Darüber hinaus hielt es Heidel ganz wie Weinzierl: Konkret wurde er nicht.

(sid)
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