1. Bundesliga 16/17
| 07.31 Uhr

Neuer Trainer, neue Ziele
Schalkes Fußball soll mit Breitenreiter wieder Spaß machen

Fotos: FC Schalke 04 stellt Breitenreiter als neuen Trainer vor
Fotos: FC Schalke 04 stellt Breitenreiter als neuen Trainer vor FOTO: dpa, ve hak
Gelsenkirchen. Der neue Cheftrainer Andre Breitenreiter gibt sich selbstbewusst. Der 41-Jährige spricht von einer "großen Chance für mich, vielleicht aber auch für den Klub". Kapitän Höwedes wird seinen Vertrag erfüllen.

Mit einem Lächeln auf den Lippen und braun gebrannt trat Andre Breitenreiter seinen Dienst bei Schalke 04 an. Nach einem "herzlichen Hallo" im Blitzlicht-Gewitter versprach der neue Coach "Fußball mit Herz und Leidenschaft" - ganz im Sinne der zuletzt so tief enttäuschten Fans. Von einer konkreten Vorgabe, in der Bundesliga-Spitze mitzumischen, wollte er aber nichts wissen. "Das erste Ziel ist es, wieder eine Einheit zu werden und den Teamgedanken in den Vordergrund zu stellen", sagte der 41-Jährige bei seiner Vorstellung in der Schalker Arena. Von der Champions League sei man "erst mal noch weit entfernt".

Den Wechsel vom SC Paderborn, wo er dank einer Klausel für 500.000 Euro aus dem noch bis Juni 2016 datierten Vertrag aussteigen konnte, sieht Breitenreiter "als große Chance für mich - und vielleicht auch für den Klub". Die Aufgabe beim Europacup-Stammgast, der in der enttäuschenden abgelaufenen Saison sogar die Fans gegen sich aufbrachte, traut sich der ehemalige Bundesligaprofi zu: "Natürlich bin ich noch nicht lange Trainer. Aber ich gehe sehr, sehr selbstbewusst an diese Herausforderung heran. Ich glaube nicht, dass dieser Schritt für mich zu groß ist."

Porträt: Das ist André Breitenreiter FOTO: dpa, pst cul

Breitenreiter, der vor fünf Jahren noch die F-Junioren des TuS Altwarmbüchen betreute, erinnerte an seinen Beginn in Paderborn. "Es gab kritische Stimmen. Da kommt einer aus der Regionalliga vom TuS Havelse. Am Ende standen die zwei erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte." Berührungsängste mit den Stars hat der Nachfolger des Italieners Roberto Di Matteo nicht. "Wenn man sie mitnimmt, eine klare Spielidee vermittelt, werden auch Stars gerne gewinnen wollen", sagte er. "Bisher ist es uns immer gelungen, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben", sagte der ehemalige Junioren-Nationalspieler. Vor allem die vielen Talente hat Breitenreiter im Blick: "Die jungen Spieler haben deutliches Potenzial nach oben. Da habe ich richtig Bock drauf."

Höwedes bleibt bei Schalke

Breitenreiter kann auch mit Weltmeister Benedikt Höwedes arbeiten. Der Abwehrspieler zog seine Ausstiegsklausel nicht, obwohl unter anderem der FC Arsenal um ihn buhlte. "Er ist unser Kapitän, wir brauchen ihn", sagte Sportvorstand Horst Heldt. Höwedes hätte bis gestern für angeglich 17 Millionen Euro wechseln können. Für Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam gibt es dagegen kein Zurück. "Es bleibt dabei, dass wir uns von ihnen trennen möchten", sagte Heldt.

Für Heldt ist der fünfte Trainer seiner Amtszeit wohl die letzte Chance. Für viele Fans ist der 45-Jährige, dessen Vertrag im kommenden Jahr ausläuft, wegen vieler Fehlgriffe bei Verpflichtungen verantwortlich für den Absturz in der Rückrunde auf den sechsten Platz und den dabei gezeigten unansehnlichen Fußball. Dass ihm Schalke-Idol Wilmots nach den gescheiterten Verhandlungen "ganz schlechten Stil" vorwarf, macht Heldt nicht beliebter. Konkrete Saisonziele gab er nicht vor, betonte aber: "Wir wollen vor allem eines: Endlich wieder den Fußball sehen, der die Leute begeistert."

(sid)
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