1. Bundesliga 16/17
| 11.20 Uhr

Schweizer soll aus Mailand kommen
Shaqiri passt zum Schalker Jugendstil

Fotos: Xherdan Shaqiri – Titel-Sammler en masse
Fotos: Xherdan Shaqiri – Titel-Sammler en masse FOTO: afp
Gelsenkirchen/Düsseldorf. Jefferson Farfan steht vor dem Wechsel nach Abu Dhabi, dadurch scheint der Weg frei für eine Verpflichtung des Schweizer Nationalspielers Xherdan Shaqiri. Von Robert Peters

Der große Vorsitzende ist vorsichtshalber schon mal schwer begeistert. Man kann ja nie wissen. "Da wächst was heran", sagt Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies beim Besuch im Trainingslager des Bundesligisten. Natürlich will der Trainer nicht widersprechen. "Ich bin sehr zufrieden", beteuert Andre Breitenreiter.

Vielleicht ist er bald noch zufriedener. Denn ihm steht die Verpflichtung des nächsten Wunschspielers bevor. Nach Informationen der auf Schalke immer besonders gut informierten "Bildzeitung" wird der Peruaner Jefferson Farfan zu Al-Jazira Abu Dhabi wechseln. Damit wäre der Weg frei für Xherdan Shaqiri, an dem die Schalker sehr interessiert sind. Inter Mailand verlangt eine Ablösesumme von 16 Millionen Euro.

Schalker Jugendwahn

Das ist selbst auf dem überhitzten Transfermarkt des Sommers 2015 sehr viel Geld. Die Schalker finden aber, dass das Geld gut angelegt wäre. Denn Shaqiri passt offensichtlich in das Schalker Modell, das die Verantwortlichen natürlich eine Philosophie nennen. Im Zentrum ihrer Vorstellung vom Fußball der Bundesliga-Mannschaft steht inzwischen eindeutig die Jugend. Shaqiri wäre im Mittelfeld der Gelsenkirchener mit seinen 23 Jahren schon ein echter Routinier. Das verrät ein Blick in die Besetzungsliste. Max Meyer und Leroy Sane sind 19, Leon Goretzka ist 20, Johannes Geis und Julian Draxler sind 21. Ja, ja, der Draxler ist auch erst 21.

Die Vorteile eines solchen Mittelfelds liegen auf der Hand. Junge Leute können leichter als ältere Herren das hohe Tempo der Bundesliga aufnehmen. Sie sind lernfähiger, weil sie noch nicht durch zu viele Stationen verbildet sind. Trainer Breitenreiter kann sie mit größerer Aussicht auf Erfolg für sein Spielsystem prägen. Und er darf davon ausgehen, dass sie bereits in die Grundzüge des modernen Fußballs eingeweiht sind. Schließlich sind sie allesamt in den Jugendzentren großer Klubs entsprechend ausgebildet worden. Darüber hinaus haben sie keine Angst vor großen Herausforderungen, weil ihnen im Laufe ihrer Karriere schon eine gewisse Hochachtung entgegengebracht wurde. Allzu ehrfürchtig gehen sie nicht an ihre Aufgabe heran. Dafür ist ihr Selbstbewusstsein zu gut entwickelt.

Nachteile hat der Jugendstil natürlich auch. Es ist nicht garantiert, dass herausragendes Talent zu einer erstklassigen Laufbahn führt. Die Schalker Bubis sind zwar längst über nur zarte Ansätze hinaus, aber sie kommen erst in das Alter, in dem sie sich beweisen müssen. In diesem Alter ist übrigens Shaqiri, der bei Bayern München ein begabter Ergänzungsspieler und bei Inter Mailand eher ein Mitläufer war. Es ist überdies nicht heraus, ob die früh mit allen Annehmlichkeiten des Spitzenfußballs verwöhnten jungen Menschen im fußballerischen Ernstfall den nötigen Behauptungswillen aufbringen. Früher konnte sich der Nachwuchs bei Bedarf an die vergleichsweise härteren, weil erfahreneren Kollegen anlehnen. Wo es die nicht mehr gibt, müssen junge Leute schnell erwachsen werden.

Schalke traut es ihnen zu. Das ist auch ein Ergebnis schlechter Erfahrungen mit einem ganz harten Knochen. Kevin-Prince Boateng, als großer Anführer geholt, taugte nicht einmal als Stütze für den Nachwuchs.

Quelle: RP
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