1. Bundesliga 16/17
| 10.40 Uhr

Schwebender Asamoah schwenkt Frankreich-Flagge
Schalke-Boss Tönnies hält emotionale Rede gegen Terror

Gelsenkirchen. Trotz der Terroranschläge von Paris fand das Abschiedsspiel von Gerald Asamoah am Samstag auf Schalke statt. Klubboss Clemens Tönnies hielt vor dem Spiel eine emotionale Rede gegen den Terror.

Nach den Terroranschlägen von Paris am Freitag hat Schalke 04 ein Zeichen setzen wollen. Auch wenn die Verantwortlichen lange überlegten - am Ende entschieden sie sich gegen eine Absage des Abschiedsspiels von Gerald Asamoah am Samstag. Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies verurteilte vor der Veranstaltung, die den Namen "Asa seine letzte Schicht" trug, in einer emotionalen Rede die Anschläge in der französischen Hauptstadt scharf.

"Wir sind schockiert, erschüttert, tief traurig und auch wütend. Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir in diesen Stunden bei unseren französischen Nachbarn und Freunden, insbesondere bei den Opfern der abscheulichen Terrorserie", sagte der Schalke-Boss.

Gerald Asamoah ist zurück "auf Schalke" FOTO: dpa, Caroline Seidel

"Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir kapitulieren nicht vor Terroristen, sondern zeigen, dass wir unsere Freiheit leben und lieben. Hass, Gewalt und Terror dürfen nicht die Oberhand behalten", stellte Tönnies klar.

Eigentlich hätte auch Nationaltorhüter Manuel Neuer bei dem Abschiedsspiel anwesend sein sollen, der aufgrund der Attentate in Paris aber absagte. "Mir ist nicht zum Feiern zumute, aber wir werden heute spielen, weil wir zeigen wollen, dass wir uns nicht von Terroristen unterkriegen lassen", sagte gebürtige Ghanaer Asamoah, der auch selbst für einen emotionalen Moment sorgte. Vor dem Spiel schwebte er zu dem Lied "Freiheit" von Marius Müller-Westernhagen mit der französischen Flagge in die Arena.

Das machen die Protagonisten des Sommermärchens heute FOTO: AP, AP

Und bei dem Spiel war dann auch trotz ausgelassener Stimmung viel Anteilnahme zu spüren. Die Fahnen hingen auf Halbmast, die Spieler trugen Trauerflor und vor dem Spiel fand eine Schweigeminute statt.

Asamoah verabschiedete sich schließlich mit einem Dreierpack von der Fußball-Bühne. Bei "Asa seine letzte Schicht", das sein langjähriger Verein Schalke 04 für den 37-Jährigen ausrichtete, schlugen seine "S04 Allstars" die "ASA Allstars" mit 5:4. Vier Minuten vor dem Ende wurde der dreifache Torschütze Asamoah unter Standing Ovations der 61.104 Zuschauer ausgewechselt, für ihn kam sein achtjähriger Sohn Jaden in die Partie, der noch zwei Treffer erzielte.

Für die "ASA Allstars", gecoacht von Jupp Heynckes und Rudi Völler, waren Ebbe Sand, der Augsburger Halil Altintop, Derek Boateng, älterer Bruder von Kevin Prince und Jerome Boateng, sowie Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking erfolgreich. Auf der Schalker Bank saßen S04-Jahrhunderttrainer Huub Stevens und Mirko Slomka. Außerdem war der legendäre Manager Rudi Assauer, mittlerweile an Alzheimer erkrankt, zu Gast. Ein Teil der Einnahmen kommt der Gerald-Asamoah-Stiftung für herzkranke Kinder zugute.

(are)
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