1. Bundesliga 16/17
| 20.26 Uhr

Wunschtrainer
Weinzierl soll Schalke "neues taktisches Konzept" geben

Porträt: Weinzierl – Ur-Bayer und Trainer des FC Schalke 04
Porträt: Weinzierl – Ur-Bayer und Trainer des FC Schalke 04 FOTO: afp, agz
Nach einigen Verwirrungen und wochenlangen Verhandlungen haben sich der FC Schalke 04 und der FC Augsburg über den Wechsel von Trainer Markus Weinzierl zum Revierclub verständigt. Der 41-Jährige erhält auf Schalke einen Dreijahresvertrag und soll die Königsblauen in eine erfolgreiche Zukunft führen.

Zunächst waren am Donnerstag die Augsburger vorgeprescht, ehe wenig später auch die Königsblauen die Verpflichtung offiziell bestätigten. 

"Ich habe den Weg von Markus Weinzierl über viele Jahre verfolgt, nicht erst seit seiner Zeit beim FC Augsburg, den er bis in die Europa League führte. Er ist ein Trainer, der einer Mannschaft ein neues taktisches Konzept geben kann, auf Schalke sicherlich geben wird", sagte der neue Sportvorstand Christian Heidel laut Schalke-Mitteilung. "Wir wollen auf Schalke einen Neubeginn starten, da ist Markus genau der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt."

Zwar wurde über die Ablösemodalitäten nichts bekannt, doch soll sie dem Vernehmen nach bei rund drei Millionen Euro liegen. Das wäre ein Rekord für einen Trainerwechsel innerhalb der Bundesliga. Vor wenigen Wochen hatte sich Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig die Verpflichtung von Trainer Ralph Hasenhüttl vom FC Ingolstadt angeblich 1,5 Millionen Euro kosten lassen. Auch der FCA muss für den am Donnerstag von Darmstadt 98 losgeeisten Dirk Schuster eine Ablöse zahlen.

"Über das Vertrauen des Vereins freue ich mich sehr. Das Traineramt bei Schalke ist eine große Herausforderung, der ich mich sehr gerne stelle", erklärte Weinzierl. Er freue sich "auf die neuen Aufgaben, auf die Mannschaft und werde alles daran setzen, dass es eine erfolgreiche Zusammenarbeit wird."

Weinzierl arbeitete vier Jahre lang erfolgreich in Augsburg, führte den Klub in der abgelaufenen Saison in die Zwischenrunde der Europa League. Mit dem Erreichen des lange gefährdeten Klassenverbleibs sah er seine Mission bei den Schwaben aber erfüllt.

Weinzierl hatte bereits in den vergangenen Tagen über seine neue Aufgabe auf Schalke geplaudert. Beim chronisch nervösen Traditionsclub aus dem Revier wartet nun eine Herkulesaufgabe, an der allein in den vergangenen vier Jahren in Jens Keller, Roberto di Matteo und zuletzt André Breitenreiter drei Fußball-Lehrer mit unterschiedlichen Mentalitäten scheiterten. Doch ähnlich wie Thomas Tuchel, der aus dem beschaulichen Mainz nach Dortmund wechselte, gilt Weinzierl nun auf Schalke als großer Hoffnungsträger.

In Zusammenarbeit mit Heidel soll er das mit vielen Talenten wie Leroy Sané, Leon Goretzka und Max Meyer sowie erfahrenen Leistungsträgern wie Weltmeister Benedikt Höwedes ausgestattete Team weiterentwickeln und ihm eine klare Spielidee vermitteln.

"Was mich sehr reizt, ist vor allem, die jungen Schalker Talente wie Sané, Goretzka und Kolasinac zu führen und zu formen. Diese Eigengewächse sind definitiv das große Potenzial, das Schalke hat", sagte Weinzierl der "Sport Bild".

Ihm geht es darum, wie in Augsburg ein Team als Einheit weiterzuentwickeln und eine Handschrift als Trainer zu zeigen. "Bei Schalke will ich das auf einem höheren Niveau und mit ganz anderen Möglichkeiten bei der Kaderzusammensetzung genauso gestalten."

Schalke sei ein großer Traditionsverein, in dem in negativen Phasen schnell eine Eigendynamik einsetze. Dennoch rechnet er nicht mit einem Scheitern. "Wenn die richtigen Ergebnisse da sind, erledigt sich dieses Thema ganz von allein. Wir alle haben auf Schalke nun eines gemeinsam: Wir wollen unbedingt erfolgreich sein und werden alles dafür tun."

(dpa)
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