1. Bundesliga 16/17
| 14.58 Uhr

Terror-Angst in der Bundesliga
Schalke-Boss Tönnies fordert Einsatz von "Körperscannern"

Terror-Angst: Clemens Tönnies fordert Einsatz von Körperscannern
Der Einsatz von Nacktscannern wird wieder in der Bundesliga diskutiert. FOTO: AP, AP
Düsseldorf. Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies vom Bundesligisten Schalke 04 fordert als Konsequenz aus den Terror-Anschlägen von Paris den Einsatz von "Körperscannern" bei den Einlasskontrollen in Stadien.

"Die Einlasskontrollen an den Stadien müssen weiter intensiviert, mit Durchgangs-Scannern optimiert werden", sagte der Unternehmer der "Bild".

Durchgangs-Scanner, die einem Türrahmen gleichen, sind zum Beispiel an Flughäfen und in Justizgebäuden seit Jahren gängige Hilfsmittel bei den Sicherheitskontrollen. Auch Wolfgang Holzhäuser, ehemaliger Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, plädiert für "Körperscanner". Sie sind eine große Hilfe für Ordner, Vereine und Zuschauer. Am besten wären zwei Stück pro Eingang", sagte Holzhäuser. Auf die Vereine würden hohe Kosten zukommen.

In der Diskussion um Sicherheit in Fußballstadien bringt Holzhäuser zudem neue Technologien ins Spiel. "Für die Zukunft halte ich personalisierte Tickets für notwendig oder den Zugang zum Stadion per Fingerabdruck", sagte das Mitglied des Gesellschafterausschusses des Bundesligisten Bayer Leverkusen unserer Redaktion. "Wenn wir schon für teures Geld in jedem Bundesligastadion Torkameras angeschafft haben, die vielleicht fünfmal im Jahr gebraucht werden, sollten die Vereine auch künftig einmal Geld für Körperscanner an den Eingängen in die Hand nehmen", ergänzte Holzhäuser.

Clemens Tönnies setzt in puncto Sicherheit für die Zukunft zudem auf die Hilfe der Zuschauer. "Auch alle Fans sind nun gefordert, müssen vor und in den Stadien aufmerksamer sein", sagte er.

Zusätzliches Sicherheitspersonal

Auch in den restlichen Stadien werden Notfallpläne überarbeit, Kontrollmechanismen hinterfragt und etwaige Schlupflöcher abgedichtet. Zusätzliches Personal soll an diesem Bundesliga-Wochenende ebenfalls zum Einsatz kommen, mehr ist in der Kürze der Zeit kaum umsetzbar.

Doch auch vom Verhalten des Publikums wird viel abhängen am kommenden Wochenende. Nicht nur Beiersdorfer appellierte mit selten erlebter Dringlichkeit an die Stadionbesucher, nun bitte wirklich die Finger von der Pyrotechnik und auch von Knallern und Böllern zu lassen: "Das wäre ein falsches Zeichen und könnte Panik auslösen."

Und würde den Vertrauensvorschuss der Liga-Spitze den Fans gegenüber auf fatale Weise ins Leere laufen lassen. Denn auch das ist die Botschaft des deutschen Profifußballs: Von den IS-Terroristen will man sich nichts diktieren lassen. "Wir wollen dem Terror nicht weichen", erklärte Ligapräsident Reinhard Rauball im Namen nahezu aller Beteiligter.

Eine Standfestigkeit, die sich in die Fanszene fortgepflanzt hat. Wie schon in den Vorwochen geplant, werden beispielsweise etwa 7000 BVB-Anhänger den Tabellenzweiten im Volksparkstadion anfeuern. "Wir haben einfach keine Lust auf Angst", sagte ein Fansprecher.

Gedankenspiele: Körperscanner und personalisierte Tickets

Bis auf Weiteres wird auf eine Intensivierung der schon bestehenden Sicherheitsmaßnahmen gesetzt, zusätzliche Absicherungen wie Körperscanner und personalisierte Tickets sind noch nicht mehrheitsfähig. Nicht praktikabel, zu teuer – derzeit sind solche Installationen nicht mehr als Gedankenspiele.

Zumal die Kosten für die Vereine schon wegen der zusätzlichen Ordnungskräfte steigen werden. Die finanziellen Mehraufwendungen für stärkeres Aufgebot an Polizeibeamten rund um die Arenen übernehmen indes die jeweils zuständigen Bundesländer. Auch der Stadtstaat Bremen, der ja ansonsten mit der Deutschen Fußball-Liga respektive Werder Bremen im Kostenstreit über Zusatzaufwendungen bei Risikospielen liegt.

Unstrittig ist hingegen, dass es quer durch die Republik in allen Stadien eine Gedenkminute für die Opfer des Terrorismus in Paris geben wird. In Hamburg allerdings wird man bei einer weiteren Schweigeminute auch Altkanzler Helmut Schmidt gedenken. Der Ehrenbürger der Hansestadt war am 10. November im Alter von 96 Jahren gestorben, die offizielle Trauerfeier findet am 23. November statt.

(can/dpa)
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