Finanzamt zeigt sich gnädig: FCK muss "nur" 8,95 Millionen nachzahlen
zuletzt aktualisiert: 22.05.2003 - 20:37Kaiserslautern (rpo). Das Finanzamt zeigt sich gnädig: Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern muss nun "nur" noch Steuernachzahlungen in Höhe von 8,95 Millionen Euro leisten. Am 29. Januar 2003 hatte die Behörde zunächst noch 12,9 Millionen Euro eingefordert.
"Die nun erzielte Übereinkunft bewerte ich ganz besonders auch deshalb als Erfolg, weil mit ihr das Besteuerungsverfahren für lohnsteuerpflichtige Zahlungen an Lizenzspieler abgeschlossen ist", sagte der FCK-Vorstandsvorsitzende Rene C. Jäggi. Nach den Worten des Schweizers hätte der Klub "ohne diese 'tatsächliche Verständigung' mit dem Finanzamt Kaiserslautern mit noch höheren Nachforderungen rechnen müssen."
Die Finanzbehörde hatte dem Verein damals gleich drei Lohnsteuer-Haftungsbescheide zugeschickt und eine sofortige Zahlungsaufforderung über eine Summe von 8,3 Millionen Euro ausgesprochen. Wie es in einer Pressemitteilung des Vereins am Donnerstagabend hieß, beziehen sich die Nachforderungen "auf den - in den vergangenen Wochen immer mehr erhärteten - Verdacht, dass die ehemaligen Verantwortlichen des 1. FCK Lohnsteuer für Lizenzspieler nicht korrekt abgeführt haben, weil Lohnzahlungen verdeckt als Zahlungen auf Persönlichkeitsrechte oder über Spielervermittler abgerechnet wurden."
Jäggi legte in diesem Zusammenhang Wert auf die Feststellung, dass von der Verständigung mit dem Finanzamt "die Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Zweibrücken wegen des Verdachts der Untreue und der Steuerhinterziehung gegen frühere Verantwortliche unseres Vereins und auch gegen einzelne Spieler nicht betroffen sind und daher fortgeführt werden."
Nach Angaben des FCK-Vorsitzenden sei die Einigung auch für die neue Objekt-Gesellschaft zur Übernahme des Fritz-Walter-Stadions wichtig. Diese könne "bei ihren Planungen nun mit sicherem Zahlenmaterial operieren". Der Traditionsklub hatte sich Ende Februar nach einer Sitzung mit Vertretern der Stadt, des Landes Rheinland-Pfalz und der Gläubigerbanken auf Gründung einer Objekt-Gesellschaft zur Übernahme des Stadions geeinigt.
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