Aussprache mit Doping-Sünder Davids angekündigt: Fifa-Präsident Blatter sieht für Nordkorea kaum noch WM-Chancen
zuletzt aktualisiert: 15.08.2001 - 18:41Budapest (rpo). Der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, Joseph S. Blatter, gibt Nordkorea praktisch keine Chance mehr auf eine Mit-Ausrichtung der WM 2002 in Japan und Südkorea. Blatter sagte am Mittwoch in Budapest, die dazu nötigen Auflagen könnten bis zur letzten Frist am 1. Dezember kaum mehr erfüllt werden.
Derzeit sei noch nicht einmal festgelegt, ob er die Einladung zu einem Besuch Nordkoreas noch in diesem Jahr oder erst 2002 annehmen werde. Daraus könne man schließen, so der Schweizer, "dass das Interesse zur Durchführung von Spielen in Nordkorea gegenwärtig nicht vorhanden ist".
Blatter kündigte außerdem eine Aussprache mit dem niederländischen Dopingsünder Edgar Davids an, der den Fifa-Chef gerichtlich zu einer öffentlichen Entschuldigung aufgefordert hat. Dabei geht es um die Bemerkung des Schweizers, dass es bei der derzeitigen Doping-Sperre für den Mittelfeld-Star von Juventus Turin um mehr gehe als um einen zu hohen Nandrolonwert. Über seine Anwälte hatte Davids per Einstweiliger Verfügung von Blatter gefordert, die Bemerkung zurückzunehmen. Blatter wollte sich in Budapest dazu nicht äußern und sagte lediglich: "Wir werden uns in Kürze mit ihm treffen."
Keine Annäherung gibt es indes zwischen Blatter und dem Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union (Uefa), Gerhard Aigner. Zwar begegneten sich die beiden Funktionäre, die in den vergangenen Monaten eine heftige verbale Auseinandersetzung hatten, erstmals wieder persönlich. Eine Aussprache aber gab es zwischen ihnen nicht. "Ich habe mich nicht mit dem Fifa-Präsidenten auszusprechen", befand Aigner, den Blatter als Intriganten im Zwist zwischen Fifa und Uefa bezeichnet hatte.
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