Fortuna Düsseldorf - News zu F95
Zweitliga-Spitzenreiter

Fortuna behält die Bodenhaftung

Fortuna Düsseldorf verteidigt mit dem 2:1-Sieg beim FC St. Pauli die Tabellenführung in der 2. Bundesliga. Große Sprüche gibt es dennoch nicht. Von Bernd Jolitz, Hamburgmehr

Fortuna Düsseldorf

Schäfer schwärmt von Mannschaft und Japanreise

Robert Schäfer ist mit sehr positiven Eindrücken aus Asien zurückgekehrt. Nach dem 2:1 auf St. Pauli lobte der Vorstandsvorsitzende von Fortuna Düsseldorf zudem die Mannschaft. Von Bernd Jolitzmehr

2:1 auf St. Pauli

Fortuna rettet am Millerntor die Führung ins Ziel

Fortuna Düsseldorf hat im Spitzenspiel der 2. Bundesliga beim FC St. Pauli die Punkte 17 bis 19 geholt. Die Rot-Weißen gewannen am Millerntor etwas glücklich mit 2:1 (2:1). Damit verdrängte die Fortuna Holstein Kiel wieder auf den zweiten Platz. Von Jan Dobrick, Hamburgmehr

Bilder und Infos zur Fortuna


Die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen sehnt sich nach erstklassigem Fußball. Und das zu Recht. Schließlich ist die Rheinmetropole Düsseldorf unter den Top-Acht der größten Städte in Deutschland die einzige, die derzeit keinen Bundesliga-Fußball anbieten kann. Diesen gab es zuletzt im Mai 2013 zu bestaunen, als Fortuna Düsseldorf - Deutscher Meister von 1933 - nach nur einem Jahr in der Bundesliga in die zweite Liga zurückkehren musste. Es war der bis dato fünfte Abstieg für die Flingerner aus der Bundesliga, genauso oft schaffte die Fortuna den Sprung in die Erstklassigkeit.


Aufstieg von Fortuna Düsseldorf


Blicken Sie auf die genaueren Jahreszahlen der Auf- und Abstiege, so werden Sie auf interessante Fakten treffen. Zwischen dem ersten und zweiten Bundesliga-Aufstieg der Fortuna lagen fünf, zwischen dem zweiten und dritten 18 Jahre. Die Zeitspanne zwischen dem zweiten und dritten Sprung in die Bundesliga betrug sechs Jahre, nach dem vierten Aufstieg dauerte es 17 Jahre, bis es Düsseldorf zum fünften Mal in die erste Liga geschafft hatte. Wird dieser Rhythmus beibehalten, so steigt die Fortuna im Jahr 2019 wieder auf – also sieben Jahre nach der bis dato letzten Rückkehr in die Bundesliga.


Kein gutes Omen ist dagegen die jüngere Verweildauer der Düsseldorfer in der Bundesliga. Nach dem Aufstieg 1989 blieben die Fortunen für drei Jahre im Fußball-Oberhaus, nach der Rückkehr 1995 waren es nur noch zwei Jahre, und vor dem jüngsten Abstieg 2013 spielte die damals von Norbert Meier trainierte Mannschaft nur noch eine Saison erstklassig. Man könnte also meinen, die lange Düsseldorfer Bundesliga-Historie hat bereits vor wenigen Jahren ein Ende genommen.


Zwei Thesen, die sich widersprechen. Fortuna-Fans werden zur erstgenannten Aussage tendieren. Letztlich wird es den Düsseldorfern - insbesondere Trainer Friedhelm Funkel - egal sein, wenn seine Mannschaft bereits am Ende der Saison 2017/2018 in die Bundesliga aufsteigt und dadurch den eben erwähnten Rhythmus bricht. Zumal der Übungsleiter vorzeitig seinen Rekord ausbauen würde: Für Friedhelm Funkel wäre es der sechste Aufstieg als Trainer in die Bundesliga. An diese beeindruckende Statistik kommt kein anderer Trainer heran. Ganz unrealistisch wäre die Rückkehr der Fortuna in die Bundesliga mit Blick auf die Ausgeglichenheit der 2. Bundesliga nicht.


Zahlen und Fakten zu Fortuna Düsseldorf


Aufgrund der vielen Abstiege ist es nicht verwunderlich, dass Fortuna Düsseldorf in der ewigen Tabelle der Bundesliga nicht auf den vorderen Plätzen, sondern mit dem 19. Rang eher im oberen Mittelfeld zu finden ist. In 23 Jahren, in denen die Flingerner erstklassig gespielt haben, sind einige interessante Rekorde entstanden. Die Fortuna gehört zu einem von sieben Klubs, die den Durchmarsch von der dritten bis in die erste Liga geschafft haben. Wahre Fortuna-Fans werden die Jahreszahlen wie aus der Pistole geschossen nennen können, oder? Na klar. Von 1993 bis 1995 gelang den Düsseldorfern mit Kult-Trainer Aleksandar Ristic dieses Kunststück. Die Fortuna war außerdem am torreichsten Spiel beteiligt, das mit nur einem Treffer Unterschied beendet wurde. Am 7. Juni 1975 fielen vor 32.000 Zuschauern im Düsseldorfer Rheinstadion gegen den FC Bayern München elf Treffer – nach 90 Minuten war es die Fortuna, die sich mit 6:5 durchgesetzt hatte. Nur drei Jahre später fügte Düsseldorf dem FC Bayern München mit einem 7:1 eine weitere schmerzhafte Niederlage zu. Für die Münchener ist es bis heute die höchste Auswärtsniederlage in der Vereinsgeschichte.


Zu den elf Spielern, die beim historisch deutlichen Sieg über die Bayern in der Startformation waren, zählte ein Düsseldorfer Rekordspieler. Gerd Zewe hat mit 440 Partien für die Fortuna die meisten Bundesligaspiele absolviert und dabei 42 Tore erzielt. Bei beiden Pokalsiegen in den Jahren 1979 und 1980 war er ein fester Bestandteil der Mannschaft. 2016 wurde ihm eine besondere Ehre zuteil, als ihn die Fortuna nach Hans Meck zum zweiten Ehrenspielführer erkoren hatte.


Fortuna Düsseldorf und die Toten-Hosen-Trikots


Gerd Zewe war nicht mehr bei der Fortuna, als es beim Traditionsverein aus finanzieller Sicht klamm wurde. Die Flingeraner standen mehrmals vor der Insolvenz, wurden aber vor allem durch das Engagement der Toten Hosen mehrfach vor dem Bankrott gerettet. Als die Rockband um Frontmann Campino in der Saison 1989/90 auf Tournee war, spendete sie von jedem verkauften Ticket jeweils eine Mark an die Fortuna. Insgesamt wurden 150.000 DM gesammelt. Der Düsseldorfer Klub investierte die Spende in die Verpflichtungen von Spielern. Wenige Jahre später gaben die Toten Hosen einen Erlös aus CD-Verkäufen in Höhe von 80.000 DM an den Verein weiter, um die Gründung des Fanprojekts Düsseldorf zu ermöglichen.


Prekär wurde es zu Beginn des neuen Jahrtausends. Eine Zeit, an die sich die hartgesottenen Fans ungerne zurückerinnern. Nach einer schwachen Saison 2001/2002 in der dritten Liga war Fortuna Düsseldorf sportlich abgestiegen und hatte acht Millionen DM Schulden. Die Insolvenz und die Einstellung des Spielbetriebs drohte. Doch das Blatt wendete sich - dank der Toten Hosen. Sie boten der Fortuna als neuer Haupt- und Trikotsponsor ihre Hilfe an und stellten für zwei Spielzeiten insgesamt eine Millionen DM zur Verfügung. Die Düsseldorfer blieben in der dritten Liga, da andere Vereine in noch größeren Schwierigkeiten steckten und keine Lizenz bekamen. Anders als die Fortuna, bei der vor allem der Trikotverkauf boomte. In der ersten Saison mit den Toten Hosen als Sponsor wurden rund 20.000 Trikots verkauft. Nur die Bayern hatten in dieser Spielzeit mehr Shirts verkauft. Zwar gab es später den Abstieg in die Oberliga, doch die finanzielle Zukunft war gesichert. Dies sollte sich auch sportlich wieder bemerkbar machen, wie wir alle wissen.


Fortunas Erfolge und Rekorde in Pokalwettbewerben


Um aus sportlicher Sicht wieder auf positive Fakten sprechen zu kommen, denken die Fans von Fortuna Düsseldorf gerne an die Triumphe im DFB-Pokal zurück. Auch wenn diese schon etwas länger her sind. Gegen Ende der 1970er-Jahre erlebte die Fortuna die erfolgreichste Zeit im größten deutschen Pokalwettbewerb. Nachdem Düsseldorf 1978 im Finale am Rivalen 1. FC Köln 0:2 gescheitert war, klappte es in den beiden darauffolgenden Jahren besser. Erst siegte die Fortuna mit 1:0 nach Verlängerung gegen Hertha BSC Berlin. Ein Jahr später folgte mit einem 2:1-Erfolg die Revanche am 1. FC Köln.


In dieser Zeit stellten die Flingeraner einen Rekord auf, der bis in die heutige Zeit anhält. Zwischen August 1978 und Februar 1981 fuhren die Düsseldorfer 18 Siege in Folge ein, was bisher keiner anderen Mannschaft im DFB-Pokal gelungen ist. Zudem reiht sich der Verein in die Liste der wenigen Teams ein, die mit zwei Pokaltriumphen in Serie die bisherige Bestmarke halten. Neben der Fortuna konnten lediglich der Karlsruher SC, Bayern München, Eintracht Frankfurt, der 1. FC Köln und der FC Schalke 04 den DFB-Pokal verteidigen. Über solche Pokalerfolge konnten sich die Fans in der jüngeren Geschichte nicht mehr freuen. Im laufenden Jahrhundert kam die Fortuna lediglich zweimal ins Achtelfinale, zu mehr hat es bisher nicht gereicht.


Tickets für Fortuna Düsseldorf


Fans der Fortuna wurden in den vergangenen Jahren mit Heimspielen im DFB-Pokal nicht gerade verwöhnt. Erinnern Sie sich, in wie vielen Pokalspielen die Fortuna in den vergangenen Jahren Gastgeber war? In diesem Jahrhundert waren es nur zwei Partien, in denen dies der Fall war. Beide wurden in der ESPRIT-Arena ausgetragen, in der die Fortuna seit 2005 beheimatet ist. Von einem ausverkauften Stadion, wie etwa bei der Pokalpartie gegen Borussia Mönchengladbach im Jahr 2012, die Düsseldorf mit 1:0 nach Verlängerung gewann, kann die Fortuna aktuell nur träumen. Seit der Bundesliga-Saison 2012/13 mit einem Durchschnitt von 46.097 Zuschauern geht die Anzahl der Düsseldorfer Stadionbesucher bergab.


Wenn es aber sportlich eng wurde, rückte der Verein in der Vergangenheit zusammen. Wie in der Saison 2016/17, als die Fortuna in der 2. Bundesliga lange gegen den Abstieg kämpfen musste. Um wieder mehr Fans in das Stadion zu locken, entschloss sich der Klub zu einer Ticketaktion, die sich zumindest in einer Partie als Erfolg herausstellen sollte. Dauerkarteninhaber der Fortuna durften zu günstigen Preisen bis zu vier Tickets kaufen und dadurch Verwandte, Bekannte, Nachbarn oder Arbeitskollegen einladen, um die Fortuna im Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen. Am letzten Spieltag kamen gegen Erzgebirge Aue 37.320 Zuschauer in die ESPRIT-Arena – es war die höchste Zuschauerzahl seit August 2014. Diese Aktion sollte sich letztlich lohnen. Die Fortuna besiegte Aue knapp mit 1:0 und blieb in der 2. Bundesliga.