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Fortuna Düsseldorf
0:1 – Fortuna verliert auch gegen St. Gallen

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Belek. Fortuna Düsseldorf hat auch den zweiten Test im Trainingslager in Belek verloren, gegen den FC St. Gallen musste sie eine 0:1 (0:1)-Niederlage einstecken. In der zweiten Halbzeit ließ das Team von Trainer Marco Kurz gleich mehrere Großchancen aus. Von Christoffer Kleindienst

Überzeugt hatte die Fortuna in den Testspielen bisher nicht. Gegen die unterklassigen Teams Fortuna Köln und Alemannia Aachen gewann das Team unter Coach Marco Kurz zwar, souverän waren die Siege (2:1 und 5:3) aber bestimmt nicht. Gegen den Drittligisten Preußen Münster setzte es dann eine hochverdiente 0:2-Niederlage, der bulgarische Meister Ludogorets Razgrad war trotz einer Leistungssteigerung der Fortunen eine Nummer zu groß (1:3).

Allesamt waren das Testspiele, also kein echter Grund zur Sorge – allerdings werden die Düsseldorfer aufgrund der anhaltenden sportlichen Talfahrt voller Skepsis von den Fans beobachtet. Ein möglicher Außenseiter-Sieg gegen St. Gallen war also mehr als willkommen – Freundschalftsspiel hin oder her.

Und so war es nicht überraschend, dass die Partie in den ersten Spielminuten von Taktik geprägt war, es passierte schlicht wenig. Allerdings war es dann der Favorit, der die erste Chance verbuchte: Nach einem Fehler Christopher Avevors musste Michael Rensing erstmals eingreifen, den strammen Schuss auf seinen Kasten konnte er aber entschärften (8. Minute). 

In der 19. Minute fiel die Fortuna erstmals positv auf. Joel Pohjanpalo steckte einen langen Ball mustergültig auf den durchstartenden Ihlas Bebou durch, dessen Querpass vor dem Tor fand aber keinen Abnehmer. Das Team schien im Spiel angekommen – und kassierte prompt fast den Gegentreffer. Marco Aratore war plötzlich durch, der Angreifer scheiterte aber freistehend vor Rensing (20.).

Wenig später war es aber soweit. Nach einem haarsträubenden Fehlpass Lukas Schmitz' wehrte Rensing einen Distanzschuss von Danijel Aleksic unglücklich zur Seite ab, Aratore reagierte am schnellsten und staubte zum 0:1 ab (26.). Die Düsseldorfer wirkten geschockt, die Schweizer kamen hingegen richtig ins Spielen. Nur drei Minuten nach dem ersten Treffer fuhr St. Gallen einen weiteren Angriff, den abschließenden Kopfball setzte Pascal Thrier nur ganz knapp neben den Pfosten. Die Schweizer ließen ihren Kontrahenten in der Folge nur noch ganz selten an den eigenen Strafraum kommen. Edgar Salli (32.), Geoffrey Treand (34.) und Aleksic (41.) setzten sogar weitere Ausrufezeichen in der Offensive. 

Kurz verzichtete in der Halbzeit auf Wechsel. Und siehe da, die erste Tormöglichkeit der zweiten Hälfte besaßen die Düsseldorfer: Kerem Demirbay brachte eine Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Bebou vollkommen freistehend den Volleyschuss um einige Meter neben das Tor setzte (53.). Es war aber der Auftakt für die beste Phase des Kurz-Teams. Nur vier Minuten später setzte Pohjanpalo per Kopfball Demirbay in Szene – der Spielmacher zögerte aber bei seinem Abschluss im Strafraum zu lange, der Schuss wurde geblockt.

Es wurde aber noch frustrierender: Fast im Anschluss schickte Christian Gartner Sercan Sararer mit einem perfekten Steilpass, der Flügelspieler schoss aber Keeper Daniel Lopar an – sein Nachschuss ging neben das Tor. Die Fortuna steckte in der Folge nicht auf, die Chancenverwertung blieb allerdings schwach. Der eingewechselte Emmanuel Iyoha (65.) oder Pohjanpalo (69.) verbuchten lediglich Möglichkeiten, aber keine Tore.

In der Defensive der Düsseldorfer wurde es entsprechend ruhig und so passierte das, was bei der Fortuna häufig in den vergangen Wochen und Monaten passierte: Sie brachten sich mit individuellen Fehlern selbst in Bedrängnis. Alexander Madlung konnte Keeper Rensing danken, dass er seinen zu kurzen Rückpass in höchster Not entschärfte (72.). 

Spätestens in der 84. Minute wollten wohl nicht einmal mehr eingefleischte Fans an einen Teilerfolg glauben. Bebou wurde zuvor von Marcel Sobottka gut freigespielt und marschierte ebenso wie Teamkollege Sararer alleine auf Keeper Lopar zu. Überraschend war es schon nicht mehr, dass auch er neben das Tor zielte (81.). Danach kam Karim Haggui nach einem Standard zum Kopfball und traf nur die Latte (83.).

Kurz fand nach dem Spiel klare Worte: "In der ersten Hälfte war das viel zu wenig - in allen Bereichen. Man muss auch in einem solchen Spiel ganz anders auftreten, als wir das in der ersten Hälfte getan haben. Ich bin froh, dass wir das Team in der Pause aufgeweckt haben und es noch eine Reaktion gezeigt hat. Wir hatten dann viele Chancen, aber das Ding haben wir wieder nicht gemacht."

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