| 23.26 Uhr

Fortuna Düsseldorf
0:1 – Harmlose Fortuna verliert in Heidenheim

1. FC Heidenheim - Fortuna
1. FC Heidenheim - Fortuna FOTO: Christof Wolff
Heidenheim. Fortuna Düsseldorf muss weiterhin auf den ersten Sieg in der Liga warten. Auch im dritten Anlauf konnte das Team von Trainer Frank Kramer keinen Dreier einfahren. Gegen den 1. FC Heidenheim verlor es 0:1 (0:0) und zeigte sich dabei in der Offensive teils erschreckend einfallslos. Von Bernd Jolitz

Seine Einsatz-Premiere bei einem Spiel der Düsseldorfer Fortuna wurde für Schiedsrichter Sven Jablonski gleich eine aufregende Angelegenheit. Noch eine Stunde vor der Zweitligapartie beim 1. FC Heidenheim wusste der Bremer nicht, ob er sie überhaupt würde anpfeifen können. Zu diesem Zeitpunkt war bereits mehr als 30 Minuten lang ein Wolkenbruch über den Ort am Ostrand der Schwäbischen Alb heruntergegangen – ein Gewitter, das die Temperaturen innerhalb von Sekunden von 31 auf 18 Grad stürzen ließ. Jablonski studierte eifrig die Wetter-App auf seinem Smartphone und hoffte wie die 13.300 Zuschauer und beide Teams auf Besserung. Schließlich kam die Entwarnung. Überraschend schnell verschwand die Seenplatte von der Rasenfläche der Voith-Arena, und der Referee durfte die Pfeife zum Mund führen. Was folgte, waren 90 kampfbetonte Minuten mit seltenen spielerischen Momenten – und einem glücklichen Heidenheimer 1:0-Sieg. Der Fehlstart Fortunas mit nur einem Punkt aus drei Ligaspielen ist damit endgültig perfekt.

 

Heidenheims Klubsprecher Jan-Markus Gamm hatte das Wetter ohnehin nicht schocken können. "Wir haben hier eines der höchstgelegenen Stadien Deutschlands", sagte er, zwar vor Nässe triefend, aber doch schmunzelnd. "Wir haben hier im Winter an vier von fünf Tagen Nebel und dazu noch viel Schnee. Da lassen wir uns von ein bisschen Regen nicht unterkriegen." So ist er halt, der Underdog-Verein aus dem Südwesten, der vor sieben Jahren noch in der Oberliga kickte, und so spielt er gemeinhin auch Fußball. Forsch, furchtlos und kämpferisch.

Diesmal freilich fiel den Heidenheimern die Sache nicht ganz so leicht, wie auch ihrem Gegner. Beide Teams begannen zerfahren, verwickelten sich immer wieder in Zweikämpfe, und so kam lange Zeit kaum Ansehnliches zustande. Ein Direktschuss des Franzosen Smail Morabit, der zur Beute von Fortuna-Keeper Michael Rensing wurde, und auf der Gegenseite ein zu sehr auf Mann geschossener Ball von Sercan Sararer – mehr Bemerkenswertes brachten die erste halbe Stunde nicht. Erst danach schwammen sich FCH und Fortuna etwas freier, mit der Krönung einer Großchance für Fortunas Mathis Bolly, doch der ivorische Nationalspieler ging zwar mit einem Traumpass von Julian Koch auf und davon, spielte auch Torhüter Jan Zimmermann aus, schoss dann aber aus spitzem Winkel ans Außennetz.

Einzelkritik: Ya Konan enttäuscht, Defensive bemüht FOTO: Christof Wolff

Kochs Pass war dabei kein Zufallsprodukt, denn gemeinsam mit seinem neuen Partner auf der Doppel-Sechs, dem früheren Kapitän Adam Bodzek, zählte der frühere St. Paulianer zu den besten Akteuren. Bodzeks Comeback anstelle von Stürmer Joel Pohjanpalo war einer Taktikumstellung von Trainer Frank Kramer geschuldet. "Wir müssen in der Defensive kompakter agieren", hatte der Coach gefordert, "dem Gegner nicht mehr so viele Türen öffnen." So kam der ehemalige Kapitän zurück in die Startelf und enttäuschte Kramer nicht.

Nach dem Wechsel ging es mit deutlich erhöhtem Tempo weiter, die Präzision blieb aber bei dem nun erneut einsetzenden Regen weiterhin zumeist außen vor. Nur wenige Chancen resultierten aus dem verbissenen, meist im Mittelfeld geführten Spiel, und eine davon verwertete Mathias Wittek zum 1:0 für den 1. FC Heidenheim. Nicht unverdient, ganz sicher aber auch nicht zwingend. Das aber hilft Kramers Team nicht weiter – das findet sich zunächst einmal am Tabellenende wieder, und das mit zwei schweren Spielen gegen Freiburg und in Nürnberg vor der Brust.

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