| 13.04 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna kann sich gegen Nürnberg absetzen

Fortunen beim Abschlusstraining vor Duell mit Nürnberg
Fortunen beim Abschlusstraining vor Duell mit Nürnberg FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Die Düsseldorfer erwarten im 1. FC Nürnberg das Team der Stunde in der zweiten Liga. Es geht auch um Fernsehgeld. Von Bernd Jolitz

Die sportliche Talfahrt ihrer Fortuna in den vergangenen Jahren scheint die Düsseldorfer dazu gebracht zu haben, von typisch rheinischen Verhaltensweisen Abstand zu nehmen. Früher hätte ein 2:1-Sieg bei einem Aufstiegskandidaten wie dem SC Freiburg locker dazu genügt, in Euphorie auszubrechen und Aufstiegs-Hochrechnungen anzustellen. In diesen Tagen dominiert jedoch die Skepsis, was sich unter anderem am Kartenabsatz für das heutige Zweitligaspiel gegen den 1. FC Nürnberg ablesen lässt: Nur 21.000 Tickets wurden für die Partie in der Arena (20.15 Uhr, live auf Sport1) verkauft.

Die eher vorsichtige Haltung des Anhangs ist Trainer Marco Kurz grundsätzlich recht. "Mit 23 Punkten ist noch keiner in der Liga geblieben", stellt der Chefcoach schwäbisch-nüchtern fest. "Unser Ziel hat sich durch den Sieg in Freiburg, so schön er auch war, nicht verändert. Es geht nach wie vor darum, den Klassenerhalt zu schaffen." Dieses Ziel hatte der kommissarische Vorsitzende Paul Jäger kurz nach dem Abpfiff im Schwarzwald-Stadion allerdings ein wenig erweitert: "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie noch einen einstelligen Tabellenplatz erreichen kann."

Fortuna trainiert vor Nürnberg-Spiel am Samstag FOTO: Falk Janning

Es geht auch um die Fernseheinnahmen

Woran Jäger dabei vorrangig denkt, ist mit Blick auf seine persönliche Kernkompetenz klar. Der Interims-Klubchef ist von Haus aus Finanzexperte, und als solcher hat er erkannt, dass jeder Tabellenplatz, den Fortuna noch weiter nach oben klettern kann, einen großen Unterschied in Sachen Fernseheinnahmen ausmacht. Würden die Düsseldorfer am Saisonende Neunter, wäre ihr TV-Geld um einen siebenstelligen Betrag höher als als Tabellen-Fünfzehnter.

Eine Differenz, die auch für Sportdirektor Rachid Azzouzi wichtig ist, der nach aktuellem Stand mit einem gekürzten Spieleretat leben müsste. "Und ich kann ja nur von der derzeitigen Lage ausgehen", erklärt Azzouzi. Der Sportdirektor muss nicht nur bei der Suche nach möglichen Verstärkungen mehr als bisher Spar-Gedanken im Hinterkopf haben. In Sachen Vertragsverlängerungen kann er ebenfalls nicht mit Geld um sich werfen. Acht Kontrakte laufen am Saisonende aus, dazu die Arbeitsverträge mit vier Leihspielern. Da wird es ohne Frage Trennungen geben und auch Härtefälle. Der Sportdirektor täte allerdings gut daran, emotionale Gesichtspunkte nicht ganz außen vor zu lassen: Die Düsseldorfer können es sich keinesfalls leisten, eine weitere Identifikationsfigur wie Axel Bellinghausen ziehen zu lassen.

Fortuna hat es jedoch heute in der Hand, ihre sportliche Lage und damit auch ihre wirtschaftlichen Optionen entscheidend zu verbessern. Die drei Mannschaften im Tabellenkeller der zweiten Liga haben am Wochenende allesamt 1:1 gespielt - sollte die Kurz-Truppe gegen Nürnberg gewinnen, betrüge ihr Vorsprung auf den Relegationsplatz acht Punkte, auf den ersten direkten Abstiegsrang sogar elf Zähler. Die Abstiegssorgen wären dann, Kurz' Mahnung zum Trotz, nur noch theoretischer Natur.

Der Haken an dieser Rechnung ist der Gegner. Der "Club" ist die Mannschaft der Stunde im deutschen Unterhaus und weiß gar nicht mehr, wie sich eine Niederlage anfühlt. Am 4. Oktober gab es die letzte, mit 2:3 in Leipzig - danach verbuchte der FCN sechs Siege und fünf Unentschieden. "Wir wollen unseren Fans jetzt auch zu Hause etwas zurückgeben", kündigt Azzouzi dennoch an. Nachholbedarf ist da: Vier Siege in zehn Heimspielen sind keine Bilanz, die rheinische Euphorie aufflammen lässt.

Quelle: RP
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