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Fortuna Düsseldorf
Achtung Fortuna! Bei 1860 gibt es auf die Knochen

Spielerstatistiken von Fortuna Düsseldorf
Spielerstatistiken von Fortuna Düsseldorf FOTO: Falk Janning/Transfermarkt.de
Düsseldorf. Bei 1860 München ist das Gelbfieber ausgebrochen. Die Spieler der "Löwen" kratzen und beißen, stoppen den Gegner oft mit harten Fouls. In acht Zweitligaspielen haben sie beachtliche 29 Gelbe Karten gesehen. Bislang hatte Fortuna Düsseldorf Schwierigkeiten, gegen ähnlich aggressive Teams zu gewinnen. Von Jan Dobrick

Eine Partie steht sinnbildlich für die giftige Spielweise von 1860 in dieser Saison: die Begegnung beim FC St. Pauli am 6. Spieltag. Ein Tor von Victor Andrade, der die Kugel zum 2:2 in den linken Winkel jagte, bescherte den Sechzigern einen Punkt am Millerntor, den sie in einer hektischen Schlussphase mit Zähnen und Klauen verteidigten. 

"Das ist Überlebenskampf. Es ist normal, dass die Mannschaften alles geben, um erfolgreich zu sein", sagte St. Paulis Trainer Ewald Lienen nach dem ruppigen Spiel, in dem Schiedsrichter Robert Kampka zehn Gelbe Karten aus seiner Hemdtasche ziehen musste. Stolze siebenmal verwarnte er Münchner Spieler.

1860 München sammelt 29 Gelbe Karten in acht Spielen

Die harte Gangart der Sechziger, die nach einer blamablen Saison 2015/16 mit dem Fast-Abstieg schon wieder im Keller der 2. Bundesliga festhängen, könnte bald Folgen haben. Drei Spielern droht schon eine Sperre, wenn sie am Sonntag gegen die Fortuna (13.30 Uhr/Live-Ticker) über die Stränge schlagen: Karim Matmour, Daniel Adlung und Maximilian Wittek.

Mit 29 Gelben Karten in acht Spielen sind die "Löwen", die im Schnitt also mehr als drei Karten pro Spiel sehen, Letzter in der Fairness-Tabelle. Sie rangieren noch hinter dem 1. FC Nürnberg, obwohl schon zwei Clubberer mit der Ampelkarte vom Platz geflogen sind.

Es ist nicht die Anzahl der Fouls, sondern die Härte, also die Zahl an Verwarnungen, die ausschlaggebend ist. Fortuna Düsseldorf hat den Gegner bislang 141 Mal mit unfairen Mitteln gebremst, 1860 "nur" 132 Mal. Trotzdem rangieren die Flingerner mit 18 Gelben Karten – alleine vier davon für Alexander Madlung, der zudem für einen Ellenbogenschlag vom DFB für drei Spiele gesperrt wurde – auf Platz neun der Fairness-Tabelle, die vom 1. FC Heidenheim angeführt wird (achtmal Gelb). Vier Mannschaften, gegen die die Düsseldorfer nicht gewinnen konnten, stehen hinter ihnen.

Fortune Adam Bodzek bekommt am meisten ab

Der Karlsruher SC (1:1), die SpVgg Greuther Fürth (1:1), der SV Sandhausen (2:2) und der 1. FC Kaiserslautern (0:0) liegen auf den Plätzen 13 bis 16. Teams, die den ballbesitzorientierten Düsseldorfern mit ihrem körperbetonten Spiel arg zugesetzt haben. Man könnte daraus ableiten, dass die Fortuna deutlich mehr Mühe hat, wenn der Gegner richtig zulangt. Aber welche Mannschaft hat das nicht? Auch in München müssen die Rot-Weißen jedenfalls auf der Hut sein.

Der Düsseldorfer, der mit Abstand am meisten auf die Knochen bekommt, ist Adam Bodzek. 29 Mal wurde der Sechser, die zentrale Figur im Aufbauspiel der Fortuna, bisher gefoult. Im Mittelfeld muss der 31-Jährige, der in München sein 200. Zweitliga-Spiel machen wird, viele Zweikämpfe führen – und teilt auch selbst aus: 16 Mal foulte er bislang den Gegner, sah drei Gelbe Karten, gewann aber auch 62 Prozent seiner Zweikämpfe mit fairen Mitteln. Gegen die "Löwen" wird wieder die Durchsetzungskraft des Routiniers gefragt sein.

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