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Fortuna Düsseldorf
Akpoguma fordert Schauerte heraus

Porträt: Kevin Akpoguma: Mega-Talent aus Hoffenheim
Porträt: Kevin Akpoguma: Mega-Talent aus Hoffenheim FOTO: Christof Wolff
Düsseldorf. Der 20-jährige Kapitän der U-20-Nationalmannschaft will beim Zweitligisten schnell zur Stammkraft werden. Von Thomas Schulze

Vom Papier her war es die erste Garnitur, die in den ersten 30 Minuten drei Gegentore im Testspiel gegen den tschechischen Erstligisten 1. FK Pribram (0:3) kassierte. Entsprechend angefressen war Trainer Frank Kramer, der mit der Leistung, vor allem aber mit der schläfrigen Einstellung überhaupt nicht einverstanden war . Deshalb erhöht er den Druck: "Die erste Garde muss sich Gedanken machen, sonst schnappt sich ein anderer den Platz. Die Tür steht sperrangelweit offen."

Einer, für den das gilt, ist Julian Schauerte, der von Kevin Akpoguma verdrängt werden kann. Sowohl im Testspiel gegen Pribram im österreichischen Uttendorf als auch gegen den TuS Esens (9:0) auf Langeoog bot der Defensivspieler auf der rechten eine durchaus ansprechende Leistung und punktete im Zweikampf gegen Julian Schauerte.

Der Urlaub von Kevin Akpoguma war in diesem Jahr besonders kurz, weil er bei der U-20-Weltmeisterschaft in Neuseeland für Deutschland spielte. Erst drei Tage vor dem Trainingsauftakt war der Verteidiger mit nigerianischen Wurzeln zurückgekehrt, nachdem er mit der deutschen Mannschaft bei der WM ohne Niederlage im Elfmeterschießen gegen Mali (Viertelfinale) ausgeschieden war. "Wir waren nicht sauer, aber enttäuscht", erinnert sich der Kapitän der Nationalelf. "Ich durfte die Mannschaft aufs Feld führen, hatte viele Gespräche mit dem Trainer und war das Bindeglied - das macht mich schon stolz." Ausdruck seiner Qualität und seines Potenzials sind die mittlerweile 54 Länderspiele in den Nationalmannschaften U16 bis U20.

Dass er jetzt nach Düsseldorf gekommen ist, verdankt er drei Personen: Hoffenheims Trainer Markus Gisdol, seinem Berater und Fortunas Ex-Manager Helmut Schulte. In Hoffenheim kam er in der vergangenen Saison nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Gisdol kritisierte, Akpoguma würde nicht 90 Minuten eine konstant gute Leistung bringen. "Ich respektiere die Meinung des Trainers und habe versucht, daran zu arbeiten", sagt er. "Aber jetzt bin ich hier bei der Fortuna, das ist etwas ganz anderes."

Fortunen machen Rafting-Ausflug FOTO: Christof Wolff

Der gefeuerte Sportvorstand Helmut Schulte hatte sich noch um den talentierten Nachwuchsspieler intensiv bemüht und den Wechsel eingefädelt. "Das Stadion ist super, die Stadt ist klasse, ich habe mit Jonathan Tah gesprochen, der mir nichts Schlechtes erzählen konnte - so ist die Entscheidung schnell gefallen", sagt Akpoguma. "Und ich war froh, dass das rechtzeitig vor der WM war, damit ich dort frei aufspielen konnte und nicht ständig den Druck hatte, mich für einen Verein empfehlen zu müssen."

Jetzt muss er sich aber dem Kampf um die Stammplätze stellen, denn schließlich ist Akpoguma nicht gekommen, um auf der Bank zu schmoren. "Mir ist wichtig, dass ich spiele", sagt er. "Ich will Erfahrung sammeln und mich weiterentwickeln. Aber die Fortuna ist für mich kein Sprungbrett, die Fortuna ist mein Verein", behauptet er, obwohl er gerade aus Hoffenheim gekommen und lediglich ausgeliehen ist. Aber er erklärt auch warum: "Ich werde mindestens zwei Jahre hier sein. Das ist keine normale Leihe, sondern eine lange Zeit."

Sein neues Team spielt zwar nur in der zweiten Liga, aber trotzdem ist in Düsseldorf vieles eine Nummer größer als in Karlsruhe oder Hoffenheim. "Schon der Trainingsauftakt war beeindruckend", sagt Akpoguma. "In Karlsruhe waren auch Fans, aber nicht so viele. Und dass uns 100 Fans ins Trainingslager nach Österreich begleiten, hätte ich auch nicht gedacht. Das ist auch neu für mich. Aber daran merkt man, dass Fortuna ein Verein mit Tradition ist, mit vielen Fans. Ich freu mich schon auf die Saison."

Diese Vorfreude lässt er auch in den Trainingseinheiten und den Testspielen erkennen. Damit drängt er sich als Alternative zu Julian Schauerte auf und kommt seinem Ziel Schritt für Schritt näher. Trainer Frank Kramer ist froh darüber und beobachtet den Zweikampf genüsslich.

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Quelle: RP
 
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