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Fortuna Düsseldorf
Auf der Suche nach dem Selbstvertrauen

Fortuna Düsseldorf: Auf der Suche nach dem Selbstvertrauen
Fortunas U23-Trainer Taskin Aksoy. FOTO: falk janning
Düsseldorf. Fortunas U23 hat nach drei Saisonspielen noch keinen Sieg geholt. Die Leistung gegen Viktoria Köln am Dienstag hinterlässt Fragen. Von Maximilian Lonn

Im Sportpark Höhenberg brannte noch das Flutlicht, als die Spieler des Fußball-Regionalligisten Fortuna II aus der Kabine kamen. Langsam und mit versteinerten Gesichtern trotteten sie den schmalen Weg unter der Haupttribüne entlang in Richtung Mannschaftsbus.

Fortunas Trainer Taskin Aksoy saß zu diesem Zeitpunkt schon längst im geräumigen VIP-Zelt und versuchte bei der Pressekonferenz, die Gründe für die zuvor erlittene 0:2-Niederlage gegen Viktoria Köln zu finden. "Wir waren, insbesondere in der ersten Hälfte, hoffnungslos unterlegen", räumte der 49-Jährige zerknirscht ein. "Insgesamt sind wir einfach zu ängstlich und mit zu viel Respekt an den Start gegangen."

Damit hatte der Fußballlehrer die ersten 45 Minuten ziemlich genau zusammengefasst. Doch es war nicht allein die fußballerische Magerkost, die bei Aksoy tiefe Sorgenfalten zurückließ. Vielmehr war es die Tatsache, dass seine Spieler im Gegensatz zum überzeugenden Auftritt gegen den Wuppertaler SV (2:2) beinahe ohne Körpereinsatz und Selbstvertrauen agierten. Anstatt die Kölner schon bei der Ballannahme zu stören, warteten die Düsseldorfer zunächst ab und verpassten dann den Zugriff. Die Folge waren sowohl Lücken im Zentrum als auch auf der linken Seite, über die die beiden Gegentreffer fielen.

Dass die "Zwote" nach dem großen Personalumbruch und der starken Verjüngungskur im Sommer schwer in die Saison finden würde, war zu erwarten. Dass aber in den bisherigen drei Saisonspielen solche heftigen Leistungsschwankungen zu sehen waren, überrascht schon ein wenig.

Zwar erhielt die U23 gegen Wuppertal Unterstützung von oben, allerdings waren die eingesetzten Anderson Lucoqui, Taylan Duman (beide 19) und Kemal Rüzgar (21) im Grunde genauso jung wie ihre Mitspieler. Der wesentliche Unterschied aber war, dass die drei Youngster unbekümmert an ihre Aufgaben herangingen und so ihre Leistung abrufen konnten. Ihre Altersgenossen wirkten dagegen in manchen Situationen mit dem Kopf anderswo. Möglicherweise haben einige Spieler den Übergang vom Junioren- zum Seniorenfußball noch nicht ganz verinnerlicht.

Dafür spricht, dass Aksoy nach der frühen Verletzung von Mike van Duinen (fällt nach einer Bänderverletzung mindestens zwei Wochen aus) anstelle der etatmäßigen Angreifer Sebastian van Santen und Tarsis Bonga Flügelflitzer Ridvan Balci einwechselte. Offenbar hatten den Coach die beiden bisherigen Kurzauftritte sowie die Trainingsleistungen des Duos nicht komplett überzeugt.

Den Verdacht, dass es den Flingernern vielleicht auch an der nötigen Qualität mangelt, können sie bereits morgen entkräften, wenn es gegen Borussia Mönchengladbach II (14 Uhr, Paul-Janes-Stadion) zu einem direkten Vergleich mit einer U23-Mannschaft kommt, die ebenfalls einen Umbruch hinter sich hat. Noch besteht genug Zeit für eine Kurskorrektur, nur verschlafen darf Fortuna sie nicht.

Quelle: RP
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