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Fortuna Düsseldorf
Bei der Fortuna liegen die Nerven blank

Bilder: Fortuna-Fans rollen Spruchband beim Training aus
Bilder: Fortuna-Fans rollen Spruchband beim Training aus FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Der Düsseldorfer Zweitligist will unter allen Umständen Fehler vermeiden. Auf dem Spielfeld ist das notwendig, um erfolgreich zu sein. In anderen Bereichen wirkt das eher verkrampft und wenig souverän. Von Thomas Schulze

Bei Fortuna liegen die Nerven blank. Am Dienstag sagte der Verein seine Teilnahme am Rosensonntagszug ab. Auf dem Karnevalswagen werden am kommenden Sonntag "nur" Mitarbeiter der Geschäftsstelle und Fans mitfahren – keine Spieler. Beim Rosenmontagszug am 8. Februar sollten noch Oliver Fink, Joel Pohjanpalo und Julian Schauerte auf einem Wagen mitfahren. D'r Zoch war wegen heftiger Sturmböen abgesagt worden und wird am kommenden Sonntag nachgeholt. "Es gibt derzeit für uns keinen Grund, Karneval zu feiern", sagt der kommissarische Vorstandsvorsitzende Paul Jäger. "Unsere volle Konzentration gilt der sportlichen Situation." Und die ist zweifelsohne betrüblich.

Das Thema "Feiern" beschäftigt die Fortuna in diesen Tagen besonders intensiv, obwohl oder gerade weil die sportlichen Leistungen dazu wenig Anlass geben. So hat der Verein am Montag seinen Stürmer Joel Pohjanpalo mit einer Strafe belegt, weil er nach der Niederlage gegen Karlsruhe (0:1) bis nachts in den "Rudas Studios" gefeiert hatte. Eine Woche lang muss er mit der zweiten Mannschaft trainieren und 15.000 Euro zahlen.

Mathis Bolly, von dem berichtet wurde, er sei vor der Nobel-Disco gesehen worden, bestreitet dies. Nicole Weber, Geschäftsführerin der "Rudas Studios", sagt: "Ich habe ihn nicht gesehen. Aber wenn er da gewesen wäre, hätte ich ihn jetzt gedeckt." Viele Fußballer würden die Disco besuchen: "Von der ersten und zweiten Mannschaft und anderen Vereinen." Grundsätzlich ist es auch nicht schlimm, wenn junge Männer sich nach getaner Arbeit auf die Tanzfläche wagen – um sich zu vergnügen oder abzuschalten. Pohjanpalos Fall liegt anders, denn der Finne ist häufiger in Szenelokalen anzutreffen als beim Torjubel. Aber wäre es wirklich schlimm, wenn der ein oder andere Fortuna-Spieler nach einem Sieg am Samstag in Sandhausen dann am Sonntag auf einem Karnevalswagen mitfahren würden? Schließlich hatte der Traditionsverein in diesem Jahr erstmals eine eigene Karnevalsparty ausgerichtet.

Fortunas närrisches Treiben ist geprägt von der Angst etwas falsch zu machen. Es mangelt an einer klaren Linie, an Führung und Souveränität – nicht nur auf dem Platz, sondern sogar beim Feiern.

Quelle: RP
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