| 17.50 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Bellinghausen für den Kampf, Ya Konan für die Tore

Fortunen jubeln über ihren 1:0-Heimerfolg
Fortunen jubeln über ihren 1:0-Heimerfolg FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat beim Heimerfolg gegen Greuther Fürth zwei Asse aus dem Ärmel geholt: Didier Ya Konan zeigte ungeahnt schlummernde Effizienz, Axel Bellinghausen pushte seine Mannschaft über 70 Minuten – und avancierte somit zum wichtigsten Akteur des Spiels.  Von Christoffer Kleindienst

Die Bekanntgabe der Aufstellung bei Fortuna-Heimspielen ist eine nette Tradition. Der Informationsgehalt hält sich zwar in Grenzen, eine Stunde vor dem Anpfiff geben die Verein ja schon die Startelf heraus. Allerdings können sich die Fans kurz vor dem Start der Partie so bereits richtig einstimmen. Die Nachnamen der Spieler werden inbrünstig in die Arena geschrien. Am Freitagabend beim Spiel gegen Fürth bot das Szenario auch noch einen weiteren Mehrwert: Es fungierte als Stimmungsbarometer. 

Wirklich gut war das Ergebnis nicht. Richtig laut wurden die Anhänger dieses Mal nicht – bis ein Name auf der Videoleinwand auftauchte: "Mit der Nummer elf: Axel ...", und die Fans schrien aus vollem Hals: "Bellinghausen!" Wenn es eines Beweises bedurfte, warum Identifikationsfiguren im Profifußball wichtig sind, dann wurde er bei diesem Heimspiel der Fortuna geliefert.

Trainer Frank Kramer warf den gebürtigen Düsseldorfer ins kalte Wasser: Mehrere Wochen hatte Bellinghausen aufgrund eines Muskelfaserrisses gefehlt, sein Comeback feierte er nun in einem Spiel, in dem die Kluft zwischen Fans und Mannschaft nicht größer hätte sein können.

Nach dem Pokal-Debakel hatten die mitgereisten Anhänger die Fortunen noch beschimpft und mit einer Bierdusche abgewatscht. "Axel steht für Leidenschaft, und er kennt sich aus mit solch kritischen Situationen. Es ist eine besondere Situation, die besondere Maßnahmen erfordert. Also warum nicht?", sagte Kramer noch vor der Partie.

Nach nicht einmal einer halben Stunde hätte man keine passendere Antwort auf die rhetorische Frage des Trainers geben können. Da ertönten erstmals von den Rängen Axel-Bellinghausen-Gesänge. Was war passiert? Der Routinier hatte sich in einen weiteren Zweikampf geschmissen und einen Freistoß herausgeholt. Und damit das gemacht, was die Fans in Nürnberg vermisst hatten und nun sahen: Leidenschaft.

Die Erwartungshaltung der Anhänger war im Grunde genommen auf das Mindeste reduziert und Bellinghausen bediente diese zu 100 Prozent. Er schimpfte, kämpfte, gestikulierte und lieferte nebenbei fußballerisch eine ganz ordentliche Partie ab. Aber gerade sein Einsatz war es, der den fragilen Zusammenhalt zwischen Fans und Team aufrechterhielt. Spieler wie Marcel Sobottka, Sercan Sararer oder Kerem Demirbay machten es ihm nach und stimmten die Fans damit gnädig. 

Für die Unterstützung war also gesorgt, für akute Euphorie sorgte allerdings jemand anderes. Der viel gescholtene Ya Konan war es, der zum Ende der Partie für das viel umjubelte Tor des Tages sorgte. Ausgerechnet der Ivorer, dachte sich der einr oder andere, denn: Einen guten Stand hat der Nationalspieler in Düsseldorf bisher nicht. Und das, obwohl er der erfolgreichste Torschütze des Teams ist. 

Aber die Fans scheinen mehr von ihm zu erwarten. In unserem Voting "Welche Fortuna-Zugänge haben bisher überzeugt?" landete er nur auf dem drittletzten Platz. Allerdings kann er für die Fortuna noch zu einem ganz wichtigen Faktor werden: Der 31-Jährige versteht es besser als seine Teamkollegen, aus wenigen Möglichkeiten Tore zu machen.

Der Saisonauftakt verlief zwar durchwachsen, auch seiner fehlenden Fitness war dieser Umstand geschuldet. Ya Konan nutzt im Normalfall Chancen im Strafraum in aller Regelmäßigkeit. Die passenden Zuspiele sind dafür wichtig. Das muss sich in den kommenden Wochen ändern – zum Beispiel mit Bellinghausens Hilfe. Der kann mehr sein als nur eine Stimmungsbombe: Zwei der vier Treffer von Ya Konan hat er höchstperönlich vorbereitet. 

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