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| 08.08 Uhr

Belgier will bleiben
Raman bekennt sich zur Fortuna

Benito Raman bekennt sich zu Fortuna Düsseldorf
Benito Raman spricht im Trainingslager mit Journalisten. FOTO: Jessica Balleer
Düsseldorf. Beim heutigen Testspiel um 15.30 Uhr trifft Fortuna Düsseldorf auf Standard Lüttich. Ausgerechnet - denn mit dem belgischen Erstligisten wird um Leihgabe Benito Raman verhandelt. Der Spieler hat sich entschieden. Von Jessica Balleer, Marbella

Das einzige, was Benito Raman in Marbella stört: Zimmerkollege Havard Nielsen. Der Norweger brülle immer laut in sein Handy, wenn er beim Online-Schach verliert. Raman selbst dürfe nur Partien spielen, wenn Nielsen seine Konkurrenten matt gesetzt hat. Insgesamt aber wirkt Raman mehr als glücklich. Alle Zeichen stehen darauf, dass die Leihgabe ein Fortune bleibt.

Raman strotzt vor Selbstbewusstsein. Bei den Trainingseinheiten in Marbella ist er stets motiviert, bei Sprintübungen meist der Erste im Ziel. Der Niederlage im ersten Testspiel des Jahres gegen Borussia Dortmund (0:2) schmerzt den 23Jährigen nicht . Auch seinen zwei vergebenen Torchancen trauert Raman nicht nach: "Die Sonne hat mich geblendet", sagt Raman und grinst schelmisch. Die erste Chance nach Neujahr zu vergeben, bedeute für ihn, dass es nur bergauf gehen könne.

Seit sechs Tagen ist der Fußball-Zweitligist im Trainingslager. Obwohl Raman erst Ende August auf Leihbasis von Standard Lüttich ins Team kam, ist er mit ganzem Herzen dabei. "Ich will bei Fortuna bleiben", sagt er. Der Klub habe seine Erwartungen übertroffen, und er sei froh, dass er ihm mit fünf Toren helfen konnte. Nach zwei schwierigen Jahren habe er in Düsseldorf "den Spaß am Fußball wiedergefunden".

Raman fühlt sich körperlich und mental stärker als zuvor. Und er spricht von der Zukunft: "Ich hoffe, nächstes Jahr wird es noch besser." Meint er ein weiteres Jahr im Fortuna-Dress? Der Klub hat eine Kaufoption für den flinken Offensivmann. Noch sind sich Klubs und Berater aber nicht einig. Raman will bleiben. "Ich fühle mich wohl und will länger als ein Jahr für die Fortuna spielen." Lieber wolle er einen Vertrag über mehrere Jahre unterschreiben, als in einem anderen Verein wieder um die Gunst des Trainers und der Fans buhlen zu müssen. Dabei hat er sicher auch seinen Traum im Hinterkopf: Für die belgische Nationalmannschaft wolle er - spätestens in ein paar Jahren - auflaufen. Für die Rest-Rückrunde hat er denn auch einiges vor. "Ich schieße wieder mindestens fünf Tore." Der Fortune hofft auf einen guten Start. In Düsseldorf hatte er den. Eingewöhnungszeit brauchte der 23-Jährige nicht. Das ist bemerkenswert, immerhin ist Düsseldorf seine erste Station bei einem ausländischen Klub.

Als Raman zum anstehenden Testspiel gegen Standard Lüttich befragt wird, wirkt er fast trotzig. Es sei kein besonderes Spiel für ihn. Beweisen müsse er den Belgiern nichts. "Standard weiß, dass ich gut bin. Sonst hätten sie mich damals nicht verpflichtet." Doch als der neue Trainer kam und ihn aus der Stammelf nahm, passte es nicht mehr. "Ich bin kein Spieler, der sich auf die Bank setzt", sagt Raman.

Gegen Standard trifft Raman alte Bekannte wieder. "Benito ist ein witziger Kerl", sagt Alex Scholz (25). Wenige Meter entfernt von der Fortuna trainiert der Verteidiger mit dem belgischen Spitzenteam. "Benito hat viele Stärken, er kann überraschende Momente schaffen. Technisch hat er zwar Schwächen. Aber er ist ein guter Spieler." Ramans Laufbereitschaft, sein Pressing und die Flexibilität machen ihn laut Scholz wertvoll für ein Team. "Unsere Mannschaft könnte ihn gut gebrauchen, weil er schnell ist und in die Tiefe läuft. Viele Spieler fordern den Ball auf den Fuß, aber Benito ist sich nicht zu schade, Wege zu gehen." Scholz rät Raman sogar, in Düsseldorf zu bleiben: Er wünsche seinem Freund nur das Beste, ob es ihn nach Lüttich zurück verschlägt oder er bei der Fortuna bleibt. "Für ihn hoffe ich, dass er in Düsseldorf bleibt, weil er sich in der Stadt wohlfühlt und ich weiß, dass ihn die Fans auch sehr mögen."

Raphael Wolf fehlt beim Training FOTO: Jessica Balleer

Eine kleine Kampfansage kann sich Scholz nicht verkneifen: "Ich glaube, wir gewinnen, und Benito wird kein Tor schießen!"

Quelle: RP
 
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